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Algen im Gartenteich - es geht auch ohne!

Algen im Gartenteich sind wie Schnecken im Salat, wurde mir vor nicht allzu langer Zeit von einem frustrierten Teichbesitzer erklärt. Die Anspielung galt wohl in erster Linie der massenhaften Vermehrung der beiden sonst so unterschiedlichen Lebewesen, die trotz ausgefeilter Bekämpfungsmethoden oftmals nur Ratlosigkeit und Ärger hinterlassen. Dabei übernehmen gerade Algen wichtige Funktionen im Gartenteich, ohne die ein biologisches Gleichgewicht kaum möglich wäre. Neben der Produktion von lebenswichtigem Sauerstoff dienen sie allen Bewohnern im Biotop als direkte oder indirekte Nahrungsgrundlage. Ein gewisser Algenbestand ist deshalb durchaus normal und sogar wünschenswert.

Algenvielfalt

Ganz nebenbei bemerkt sind Algen eine äußerst umfangreiche Artengruppe. Ein kleiner Ausflug in die Botanik zeigt sehr schnell, dass der Begriff ,Alge' nur eine Sammelbezeichnung ist, die so verschiedene Gruppen wie beispielsweise Rot-, Grün-, Blau- oder Kieselalgen vereint. Jede dieser Gruppen beinhaltet nochmals viele tausend Arten und Unterarten, deren Unterscheidung ausschließlich von Experten vorgenommen werden kann. Ohnehin spielt diese Einteilung bei den meisten Teichbesitzern eine eher untergeordnete Rolle. Worin liegen aber die Ursachen für das häufig beobachtete explosionsartige Wachstum dieser Pflanzengruppe? Aufgrund der bereits geschilderten Vielfalt von Algen sind natürlich auch deren Ansprüche an ihre Umgebung unterschiedlich, d.h. was den Grünalgen gefällt, muss noch lange nicht wachstumsfördernd auf Blaualgen wirken. Dennoch können, nach heutigem Kenntnisstand, vier Faktoren für das Wachstum von Algen und damit auch für die massenhafte Ausbreitung verantwortlich gemacht werden.

Sonnenlicht als Algennährstoff

Einer dieser Faktoren ist das Sonnenlicht, mit dessen Hilfe alle Pflanzen die so genannte Photosynthese betreiben. Das Ziel dieses Vorgangs ist der Aufbau von Biomasse, sprich Wachstum. Neben dem Energiespender Sonne benötigt die Pflanze dazu ausreichend Nährstoffe, Kohlendioxid und Wasser. Das Kohlendioxid (CO2) wiederum liegt im Wasser in gelöster Form vor und gelangt von dort aus in die Pflanze. Algen besitzen auch die Möglichkeit, das notwendige Kohlendioxid aus dem Hydrogencarbonat zu beziehen. Dieser Vorgang wird als biogene Entkalkung bezeichnet und im Punkt Wasserqualität noch etwas näher erläutert. In engem Zusammenhang mit dem Sonnenlicht steht die Erwärmung des Teichwassers. Vereinfacht ausgedrückt gilt die Formel, je höher die Temperatur, desto schneller laufen die Lebensvorgänge ab und desto rasanter erfolgt die Ausbreitung der Algen im Teich. Das ist der Grund, warum Teiche nicht ganztätig Sonne haben sollten.

Nährstoffe

Wie bereits erwähnt, brauchen Algen neben Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid auch ausreichend Nährstoffe. Sowohl Nitrat wie auch Phosphat und Magnesium spielen dabei eine dominierende Rolle. Entscheidend ist neben der Nährstoffmenge auch das Verhältnis der Nährstoffe zueinander. Treten einzelne Nährstoffe in wesentlich höheren Konzentrationen auf, als es dem Gleichgewichtszustand entspräche, können einzelne Algenarten ihren Nutzen daraus ziehen. Nährstoffe entstehen durch den Abbau von organischen Stoffen (Laub, Fischfutter, -kot, Pflanzenteile usw.) und können der Einfachheit halber auch als Dünger bezeichnet werden. Fallen zum Beispiel im Herbst große Mengen Laub ins Wasser, dann entstehen durch Abbauprozesse ebenso große Mengen Nährstoffe, die wiederum dem Algenwachstum dienlich sind.

Das Teichwasser

Zu guter Letzt kommt auch der Qualität des Teichwassers große Bedeutung zu. Neben dem pH-Wert ist vor allem die Karbonathärte an einem verstärkten Algenwachstum beteiligt. Die Karbonathärte wird in Grad deutscher Härte gemessen und gibt den Gehalt an Hydrogencarbonat im Wasser an. Algen gehören zu den wenigen Pflanzenarten, die aus dem im Wasser gelösten Hydrogencarbonat das zum Wachstum benötigte Kohlendioxid gewinnen können. Die logische Folgerung: Je höher der Härtegrad Ihres Teichwasser ist, desto besser sind auch die Wachstumsbedingungen der Algen im Teich. Durch die so genannte biogene Entkalkung bilden sich auf Pflanzen und Algen unschöne Kalkkrusten. Die unterschiedlichen Ursachen, die für die Entwicklung und Ausbreitung von Algen in Frage kommen, lassen erahnen, dass diese Problematik nicht mit einem sofort wirkenden Patentrezept in den Griff zu bekommen ist. Auf der anderen Seite gibt es genügend Beispiele von Wassergärten, die sich im biologischen Gleichgewicht befinden und kaum mit Algen besetzt sind. Die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen haben alle das Ziel, die Ursachen der unkontrollierten Algenausbreitung zu beseitigen. Je mehr dieser Empfehlungen umgesetzt werden können, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, den von Ihnen angestrebten Zustand des Wassergartens zu erreichen.


1. Nehmen Sie sich bereits bei der Auswahl des richtigen Standorts genügend Zeit und achten Sie darauf, dass der Wassergarten möglichst nicht mehr als sechs Stunden Sonne pro Tag erhält. Damit wird einer zu starken Erwärmung des Wassers vorgebeugt.
2. Die gleiche Absicht wird auch mit einer ausreichenden Tiefe des Biotops verfolgt. Während man in diesem Punkt bei Fertigbecken keine große Auswahl hat, sollten Teiche aus Folie, Lehm oder Beton mindestens 80 cm, besser aber 120 bis 150 cm tief sein.
3. Große Mengen an Laub verursachen einen hohen Nährstoffgehalt und belasten somit das Teichklima. Ein Abstand von mehreren Metern zum nächsten Baumbestand ist daher zu empfehlen.
4. Ist dies aufgrund des Standortes nicht möglich, bewahrt ein Laubschutznetz den Teich vor einem Zuviel an organischem Material. Aus dem gleichen Grund sollten regelmäßig verwelkte Pflanzenteile entfernt werden.
5. Verwenden Sie zur Bepflanzung des Teiches reinen, mineralischen Sand. Ein über sechs Jahre laufender Versuch an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ergab, dass dies langfristig das Algenwachstum auf ein konstant geringes Niveau absenkt. Als Alternative sind auch nährstoffarme Teicherden ohne Torfanteile möglich. Unter keinen Umständen sollten so genannte Muttererde, Kompost oder andere aufgedüngte Substrate eingebracht werden. Auch das Einschwemmen von Rasen- oder Blumendünger ist zu vermeiden, selbst normale Gartenerde darf nicht einmal bei Starkregen in den Teich gelangen.
6. Pflanzen nehmen eine herausragende Stellung am und im Gartenteich ein. Sie prägen das Aussehen des Wassergartens und machen ein biologisches Gleichgewicht erst möglich. Darüber hinaus entziehen sie dem Teich Nährstoffe, die gleichfalls Nahrungsgrundlage der Algen sind. Bepflanzen Sie daher Ihr Biotop mit verschiedenen Sumpf-, Schwimm- und Unterwasserpflanzen. Letztere haben zusätzlich den Vorteil, dass sie Sauerstoff direkt ins Wasser abgeben.
7. Befüllen Sie Ihren Teich mit Leitungs oder Brunnenwasser. Sollte die Karbonathärte über 12 °dH liegen, dann empfiehlt sich der Zusatz von Regenwasser oder eines Härte senkenden Präparats, das im Fachhandel erhältlich ist. Eine kontinuierliche Kontrolle dieses Wertes ist zu empfehlen.
8. Überprüfen Sie auch regelmäßig den pH-Wert. Der ideale Bereich liegt zwischen 6 und 8. Höhere Werte fördern zum einen das Wachstum der Algen und zum anderen wird das Fischgift Ammoniak gebildet. Zur schnellen Absenkung sind zahlreiche Präparate im Handel erhältlich. An dieser Stelle sei auch vor dem Einsatz der vielen Geheimtipps und Wundermittel gewarnt. Die Anwendung von Torf oder Stroh ist nicht unproblematisch und muss sehr vorsichtig erfolgen. Irgendwelche chemischen Algenvernichter haben nichts in Ihrem Biotop zu suchen.
9. Die wohl häufigste Ursache für ein ungebremstes Algenwachstum ist ein zu hoher Fischbesatz, der eine starke Nährstoffbildung zur Folge hat. Auf 1000 Liter Teichwasser sollten daher nicht mehr als 30 bis 40 cm Fische leben. In Teichen mit weniger als 600 Litern Wasser sollte man möglichst keine Fische einsetzen.
10. Mit dem Fischbesatz geht meist die Fütterung der Tiere einher. Reduzieren Sie deshalb die Fütterung auf zwei- bis dreimal pro Woche und geben Sie nur so viel, wie innerhalb weniger Minuten gefressen wird. Bei Wassertemperaturen unter 10°C ist die Fütterung ganz einzustellen. Wenn Sie meinen, öfter füttern zu müssen, dann sollten Sie wenigstens einen geeigneten Filter einsetzen.
11.Gerade bei Fischbesatz kann auch der Einsatz von Filteranlagen zur Algenbekämpfung ein sinnvolles Mittel darstellen. Bevorzugen Sie dabei einen Außenfilter, da dieser im Gegensatz zum Unterwasserfilter meist effektiver arbeitet und einfacher zu reinigen ist. Verschiedene Hersteller geben beim Kauf einer Filteranlage eine ,Klarwassergarantie'. Achten Sie dabei besonders auf die vom Hersteller empfohlene Anlagengröße und informieren Sie sich genau über die jeweilige Definition von klarem Wasser, da in der Regel Fadenalgen nicht als Wassertrübung verstanden werden. Gegen Schwebealgen helfen auch integrierte oder separate UV-Filter.
12. Auch der Einsatz von Wasserspielen kann zur Reduktion des Algenbesatzes beitragen. Zum einen reagieren Algen empfindlich auf die ständige Zirkulation des Wassers, zum anderen wird durch Zufuhr von Sauerstoff Kohlendioxid verdrängt und somit die Photosynthese der Algen reduziert.
13. Selbstverständlich sollten die Fadenalgen so häufig wie möglich mechanisch reduziert werden. Besonders eignen sich dazu ein Kescher oder eine Harke. Allerdings ist gerade bei Folienteichen besondere Vorsicht anzuraten.
14. Grundsätzlich gilt bei der Pflege des Wassergartens: „Weniger ist oft mehr." Komplette Wasserwechsel, verbunden mit einem regelmäßigen Reinigen von Folie, Becken oder Steinen, sind für die Teichbiologie alles andere als förderlich.

Keine der hier beschriebenen Empfehlungen ist für sich alleine gesehen ausreichend. Alle Vorgänge in der Natur sind komplexe und von vielen Faktoren gleichzeitig beeinflusste Abläufe, die immer eine gewisse Zeit benötigen. Sowohl nach der Neuanlage des Wassergartens wie auch nach vorgenommenen Veränderungen, die zu einer Verringerung des Algenbesatzes führen sollen, sind mindestens sechs Monate einzuplanen, bis ein biologisches Gleichgewicht erreicht ist. Jedoch mit etwas Geduld und der richtigen Vorgehensweise ermöglicht Ihnen der Teich wie kaum ein anderer Punkt im Garten interessante Beobachtungen und ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten. Freude, Spaß und Erholung sind dann vorprogrammiert.


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