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Brücken am Gartenteich

Brücken verbinden!

Eine Brücke führt nicht nur ans Wasser heran, sie macht es auch erlebbar. Ob man in der Mitte verweilt, um die schönen Seerosen von der Wasserseite zu betrachten, oder von einem Ufer zum anderen gelangen möchte: Eine schöne Brücke wird zum Blickfang jedes Teichs. Hier erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Wege zum Brückenbau.

Ob mit im Rhytmus der Schritte verlegten Trittplatten, gepflastert oder mit losem Kies bedeckt: Ohne Wege kommt kaum ein Garten aus. Wege gliedern, geben Struktur, nehmen einen bei der Hand und führen in die verborgensten Winkel, an die schönsten Plätze heran. Sind Wege gut angelegt, so wird man durch schöne, unterschiedliche Perspektiven und ungewohnte Einblicke in den Garten belohnt. Will man, dass der Weg einen Teich oder Bachlauf kreuzt, kommen Brücken ins Spiel. Die Perspektive, die sich einem abseits des Ufers eröffnet, ist eine völlig andere. Statt den Ufersaum von außen zu betrachten und durch die Lücken der Vegetation in die Flachwasserzone zu schauen, steht man nun mitten zwischen Schwimmblattpflanzen und hat einen schönen Blick auf die hohen Wassergräser, auf blühende Sumpflilien und die hohen, lila Kerzen des schönen Blutweiderichs. Kleine, unscheinbare Gewächse wie die Seekanne oder die Wasserähre, die ihre Blüten knapp über die Wasseroberfläche heben und sonst leicht übersehen werden, können ganz aus der Nähe betrachtet werden. Auch zarte und kleine Geschöpfe wie Wasserläufer lassen sich von einer Brücke aus gut beobachten.

Vorausschauend planen

Natürlich können Brücken auch nach träglich in einer Teichanlage eingebaut werden, doch ist das mit gewissen Problemen verbunden. Abgesehen davon, das eine neue Baustelle im gewachsenen Garten ihre Spuren hinterlässt, ist man bei einer fertig ausgeformten Uferlinie sehr eingeschränkt bei der Wahl der Dimension. Ist die Spannweite von einem Uferpunkt zum anderen zu groß, muss die Brücke zweigeteilt werden. Einen Mittelpfeiler in einen bestehenden Teich einzubauen, ist mit erheblichem Mehraufwand verbunden. Besser ist es, wenn gleich zu Beginn des Teichprojekts klar ist, ob und wo eine Brücke gebaut werden soll. So lassen sich nicht nur eventuell notwendige Mittelstützen einfach errichten, auch die Fundamente außerhalb des Teichs können im Zuge des Aushubs gegraben und betoniert werden.

Die kürzeste Verbindung

Gibt es die Möglichkeit, Brücken an verschiedenen Punkten zu bauen, so fällt die Entscheidung auch bei großen, begehbaren Brücken immer für die kürzeste Distanz. Diese einfache Regel sollte man auch im Garten beherzigen. Meist entstehen so einfache, schöne Lösungen. Schon bei der Planung kann man die Uferlinien so gestalten, dass sich an einer Stelle die Teichränder möglichst nahe kommen. Die meisten Steinbrücken sind aus einem Stück herausgearbeitet. Die maximale Spannweite beträgt etwa zwei bis maximal drei Meter. Mehr Spielraum hat man bei Holzbrücken.

Einfach oder zusammengesetzt

Sehr schön sehen Brücken aus, die ohne Unterbrechung von einem Ufer zum anderen führen. Das lässt sich jedoch bei größeren Distanzen nicht einfach verwirklichen. Selbst Holzbrücken brauchen ab vier Metern Länge einen Mittelpfeiler als Stütze. Bei noch größeren Distanzen müssten die Auflager, also die Kanthölzer, auf die die Querbretter geschraubt werden, hässlich stark und damit auch klobig sein, um die nötige Stabilität zu gewähren. An die Stelle der üblicherweise verwendeten Kanthölzer in einer Stärke zwischen neun und 12 Zentimetern würden Rundhölzer oder Baumstämme treten. Solche rustikalen Lösungen passen gut zum Naturteich, für einen Zierteich erscheinen sie unpassend. Möchte man keine zu starken Auflager verwenden, kann man die Brücke teilen. Ein Teil führt bis zum Mittelpfeiler im Teich, der zweite von der Mitte zum anderen Ufer. Statt die Brücke schnurstracks gerade zu bauen, kann die Stütze auch dazu verwendet werden, eine Richtungsänderung vorzunehmen. Schneidet man die Steinplatten oder Holzbretter in der Mitte auf Gehrung, so läuft sie einfach im stumpfen Winkel weiter. Durch die erzwungene Richtungsänderung bekommt man einen Perspektivenwechsel gleich automatisch mitgeliefert. Und wie wäre es damit, das Brückenlager in Teichmitte einfach als Insel zu konstruieren?

Weich und vergänglich

Holz lässt sich gut in Eigenregie verarbeiten. Die nötigen Werkzeuge sind leicht zu beschaffen oder man hat sie schon. Besteht bereits ein Steg am Teich, so kann die Brücke aus demselben Holz gezimmert werden. Das schafft ein einheitliches Bild. Wurde sonst viel mit Stein um den Teich gestaltet - etwa ein gepflasterter Sitzplatz, ein Weg, Steinmauern etc. -, so kann Holz als neues Material eine willkommene Abwechslung sein. Es ist zudem leicht und benötigt daher kein so tiefgründiges Fundament wie eine Steinbrücke Auch gestalterisch lässt sich mit Holz spielerischer umgehen als mit dem spröden, harten Stein. Schwünge mit konisch zugeschnittenen Brettern sind mit etwas Mehraufwand gut zu realisieren. Holz wird in Verbindung mit Wasser deswegen geschätzt, weil es sich durch seine weiche und angenehme Oberfläche auch in der größten Sommerhitze noch gut barfuß begehen lässt. Verglichen mit Stein ist Holz außerdem preisgünstig. Es sollen aber auch nicht die Nachteile verschwiegen werden. Die Haltbarkeit, auch von für den Garten zu empfehlenden Holzarten wie Lärche, ist im Durchschnitt auf etwa zehn bis 15 Jahre beschränkt. Auch bei schön verarbeiteten und rutschsicher geriffelten Oberflächen stellen sich durch Verwitterung (Quellen bei Regen und Feuchtigkeit, Schrumpfen bei Trockenheit) Holzspäne auf was lästig werden kann.

Hart und ewig

Brücken aus verwitterungsbeständigem Stein sind unverwüstlich. Einmal gesetzt, überdauern sie Jahrzehnte und Jahrhunderte. Anders als bei Holzbrücken, die sich aufgrund der Auflagehölzer etwa 15 Zentimeter über der Wasseroberfläche befinden, können Steinbrücken knapp über der Wasseroberfläche schweben oder sogar etwas eintauchen. Das verleiht auch großen, langen Steinplatten eine gewisse gestalterische Leichtigkeit. Steinbrücken harmonieren gut mit Natursteinpflaster. Mit ihrer Länge und Größe steigt aber auch ihr Gewicht. Schon ab einer Größe von 1,5 x 0,6 Metern und einer Plattenstärke von fünf Zentimetern stößt man an die Grenzen dessen, was sich noch händisch verlegen lässt. Und auch dafür braucht man schon mehrere kräftige Personen. Aus gestalterischer Sicht sollte man auch überlegen, ob der harte Stein, vor allem wenn man gerne barfuß läuft, die beste Wahl ist. Aber selbst bei Stein gibt es Unterschiede. So gibt es rostrote Gneisplatten, die schon alleine wegen ihres warmen Farbtons wunderbar zum Wasser passen. Witterungsbeständige Sandsteine sind ebenfalls eine gute Wahl. Das hauptsächlich für Brücken bei uns verwendete Gestern ist Granit. Er lässt sich m alle nur erdenklichen Formen bringen und ist daher auch für Steinbrücken im asiatischen Stil bestens geeignet.

Andere Materialien

Verglichen mit Holz und Stein ist Metall eine außerordentlich grazile Erscheinung. Bei wesentlich schlankerer Materialstärke lassen sich Brücken bauen, die halbtransparent mit Gitterplatten einen schönen Blick aufs Wasser ermöglichen. Obwohl Metall in modernen Gärten beliebt ist, müssen Metallbrücken nicht neu sein. Dem nostalgischen Charme, den alte, rostige Schmiedeeisenbrücken haben, kann man sich kaum entziehen. Leider sind sie schwer zu bekommen.

Brücken aus Beton sind besser als ihr Ruf. Sie sind stabil und können auch nach Maß vor Ort gebaut werden. Holzschalung, Bewehrung und der ganze Fertigungsprozess brauchen mehrere Wochen, da der Beton nur langsam aushärten darf, um Risse zu vermeiden. Meist werden die Brücken danach verkleidet. Sehr schön lässt sich die Oberfläche mit Naturstein- Platten oder gleich mit demselben Material , das auch schon beim Wegebau verwendet worden ist, veredeln.

Elegant gebogen oder schlicht und gerade

Die einfachste Brücke ist eine Natur- Steinplatte. Fürs Überbrücken eines Bachlaufs reicht eine größere Trittplatte in einer Stärke von drei bis vier Zentimetern völlig aus. Auch größere Steinplatten lassen sich heute mühelos mit dem Lkw transportieren und vor Ort mit dem Autokran punktgenau platzieren. Die nötige freie Zufahrt und ein stabiler Untergrund müssen natürlich gegeben sein. Dabei muss es nicht eine Natursteinplatte sein. Für Wasserbecken mit ihren exakten, geraden Linien sind geschnittene und sandgestrahlte Steinplatten die bessere Wahl. Ein langes Brett wäre die einfachste Ausführung in Holz. Mit Auflagern und geschraubten Querbrettern wird es schon etwas aufwendiger. Ob aus Holz gebaut oder aus Stein gehauen: Gerade Brücken schaffen eine geringere Distanz zum Wasser. Man kommt dem Teich so nahe wie möglich. Gebogene Brücken haben den Vorteil, auch von Weitem gut gesehen zu werden und sich gut abzuheben. Der erhöhte Standort in der Brückenmitte hat auch seinen Reiz. Doch der schönste Anblick, den gebogene Brücken geben, sind nicht sie selbst, sondern die Kombination mit ihrem Spiegelbild.

Sicherheit durch Halt

Keine Frage: Simple, einfache Steinplatten oder ebene Holzbrücken kommen ganz ohne aus. Ein Geländer ist aber vor allem dann eine Überlegung wert, wenn ältere oder gehbehinderte Personen im Haus leben. Bei gebogenen Brücken sollte man generell die Option eines Geländers in Erwägung ziehen. Der schräge Abstieg kann bei Nässe leicht Probleme bereiten. Das ist ein Grund, warum gebogene Brücken in Fertigbausätzen meist ein Geländer haben. Ab einem Meter Höhe über dem Wasser sind Geländer in vielen Bauvorschriften auch vorgeschrieben.

Ungewöhnliche Lösungen

Wer Wanderungen unternimmt, wird es sicher schon gesehen haben: Ein zufällig umgestürzter Baum am Bachufer fungiert als Brücke. Eine Einbaumbrücke entrindet oder noch mit Borke, halbiert oder ganz - ist die einfachste Möglichkeit, einem naturnahen Biotop zusätzliche Attraktivität zu verleihen. Statt bieder das andere Ufer mit sicheren Schritten zu erreichen, wird balanciert. Bei einem Fehltritt ist die Erfrischung gratis. Wer es nicht so spannend haben möchte, legt drei Stämme nebeneinander. Sehr schön lassen sich auch zwei Meter lange Blockstufen als Brücken verwenden. Rustikaler sieht die Variante mit bruchrauen Begrenzungssteinen aus. Angewittert oder gleich aus einem alten Bestand, mit Flechten überzogen und mit Moosen bedeckt, sind sie eine der schönsten Varianten überhaupt. Die Planung einer Brücke und die perfekte Umsetzung brauchen mehr Zeit als vielleicht vermutet, vor allem dann, wenn sie nachträglich gebaut wird. Doch die gänzlich neue Sicht auf den liebgewonnenen Gartenteich ist den Aufwand auf jeden Fall wert.


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