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Das richtige Einsetzen von Fischen in den Gartenteich

Neue Fische sollen in den Teich. Um sie fachgerecht und möglichst stress-frei ein- und umzusetzen, sollten Sie einiges beachten. Am Beispiel von Koi zeigen wir Ihnen, wie Sie am besten vorgehen. Auf den Bildern geht es um ein riesiges Aquarium, für einen Gartenteich gilt aber das Gleiche.

Stress

Im Grunde genommen geht es ja im Teichbereich, genau wie auch in der Aquaristik, darum, dass der Fisch aus einer sehr stressigen Situation möglichst entspannt in sein neues Zuhause gesetzt wird. Im Vorfeld muss man bedenken, dass er in dem Moment, wenn wir die Tüte mit unserem neuen Haustier in der Hand halten, schon einiges an Stress hinter sich hat. Wir unterscheiden hier zwei Transportwege: Einmal muss der Fische zum Händler kommen. Da ist der Kauf des Händlers bei seinem Großhandel, dieser erwirbt ihn wiederum bei seinem Züchter (der irgendwo auf der Welt seinen Zuchtbetrieb haben kann). Der andere Weg ist der, dass Sie als Kunde im Fachgeschäft einen oder mehrere Fische erwerben und ihn in Ihren Gartenteich einsetzen möchten.

Der Weg zum Händler

Der Weg zum Händler, wenn er seine Importfische erhält, ist der wohl schwierigere. Die Fische haben einen sehr langen Transportweg hinter sich und sie müssen ausgehungert transportiert werden. Das hat den Hintergrund, dass die Tiere dann sehr geringe Ausscheidungen in ihrem Transportwasser absetzen. Dazu müssen sie mehrere Tage (mindestens jedoch einen) hungern. Sie werden vom Großhändler bzw. Züchter gefangen, ausgehungert in die Tüte gesetzt und viele Stunden in dem Transportwasser transportiert.

Der Weg zu Ihnen

Bei dem Verkauf aus einer Zierfischanlage beim Händler sieht es schon etwas ruhiger und stressfreier aus. Zum einen stehen die Tiere gut im Futter, das wiederum heißt, dass sie ein gestärkteres Immunsystem aufweisen. Die Transportwege vom Händler zu Ihrem Gartenteich sind außerdem wesentlich kürzer, daher ist die Belastung des Wassers geringer, selbst wenn die Fische vorher gefressen haben. 

Wasser vorbereiten

In der Vorbereitung ist es erst mal ganz wichtig, eine kurze Wasseranalyse vorzunehmen. Es ist sinnvoll, wenigstens den KH- und pH- Wert zu ermitteln. Erst wird das neue Zuhause, also der Teich, kontrolliert, anschließend das Wasser in der Tüte. Der KH- Wert sollte bei 4-7 0KH liegen, der pH- Wert zwischen 7 und 7,5. Die Nitrat und Nitritwerte sollten im Teichwasser bei 0 liegen (gemessen mit Tropftests), in der Transporttüte ist dieser Wert nicht relevant. Leichte KH- und pH-Wert- unterschiede sind im Allgemeinen gut verträglich, aber drastische Unterschiede sind bedenklich und können unter Umständen sogar zu Verlusten führen.

Wässer angleichen

Das Händlerwasser sollte immer Werte haben, die im Normbereich
liegen. Unser Teich wird aber durch Regenwasser ständig verdünnt und kann deswegen stark abweichende Werte haben. Deswegen ist es sinnvoll, bereits einige Tage vor dem Kauf zu messen und zumindest den KH- Wert auf 4-5 0KH zu bringen. Der pH-Wert regelt sich dann automatisch ein.

Den Fisch vorbereiten

Nachdem Sie festgestellt haben, dass die Werte im Teich in Ordnung sind, legen Sie die Tüte mit dem Koi auf die Wasseroberfläche, damit die Temperaturen sich angleichen können. Nach ca. zehn Minuten öffnen Sie die Tüte und befestigen sie am Teichrand, so dass sie im Teich geöffnet steht. Oft werden aber auch beim Einsetzen von Fischen sogenannte Koiinspektionswannen verwendet. Diese haben einige Vorteile gegenüber der Tüte. Sie lassen nach dem Öffnen der Tüte den Koi mit seinem Transportwasser in diese Wanne gleiten. So sehen Sie Ihren Neuankömmling besser und können ihn auf eventuelle Transportverletzungen kontrollieren. In dieser Wanne können Sie auch vorbeugend eine durch den Transportstress möglicherweise hervorgerufene Ektoparasiteninfektion behandeln. Entsprechende Mittel können Sie bei Ihrem Händler erwerben. In einem Zeitraum von einer halben bis maximal einer Dreiviertelstunde sollte nun ein langsames Zuführen von Teichwasser (portionsweise) in die Inspektionswanne bzw. die Tüte erfolgen. Am Ende der Zeit sollte die Wassermenge sich dort verdoppelt haben. Mein Tipp: Bei Neuzugängen empfehle ich Ihnen, in den Teich ein stressreduzierendes Mittel (Fachhandel!) einzubringen. Das hilft dem Fisch bei der Eingewöhnung.
Während dieses Vorgangs haben Sie hervorragend die Möglichkeit, den Fisch im Ganzen zu kontrollieren. Sollten Sie jetzt eventuelle Verletzungen feststellen, haben Sie nun die Möglichkeit, einen Therapieplan zu erstellen, um diesen zu einem etwas späteren Zeitpunkt, nachdem sich der Fisch eingewöhnt hat, umzusetzen. Bitte sehen Sie jetzt noch von einer Fütterung ab.

Ab in den Teich

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, den Fisch aus der Tüte hinauszubekommen. Mit nassen, sauberen Händen ist es für den geübten Fachmann eine gute, fischschonende Art, die sehr schnell und schleimhautschonend ist. Diese Art ist auch die praktikablere, für alle Fischgrößen. Die zweite Art, den Fisch in den Teich zu setzen, wäre die mit einem Kescher, bei größeren Fischen sollte es ein Schlauchkescher sein. Wichtig ist es hier zu erwähnen, dass, egal welche Vorgehensweise Sie bevorzugen, immer darauf zu achten ist, dass so wenig wie möglich von dem Transportwasser in den Teich gelangt, da dieses Wasser stark belastet ist. Das Umsetzen von der Inspektionswanne mit dem Kescher oder per Hand ist etwas einfacher. Der Neuzugang wird schnell Anschluss suchen und sich der bestehenden Gruppe anschließen. Auch jetzt, direkt nach dem Einsetzen, sollte von einer Fütterung abgesehen werden. Füttern Sie erst am nächsten Tag ein der Jahreszeit und der Wassertemperatur angepasstes Futter mehrmals täglich in Kleinstmengen. Ab jetzt können Sie auch eine eventuelle Medikation vornehmen. Bedenken Sie auch immer bei dem Neueinsetzen von Fischen in Ihren Teich, dass Ihr Filter nur eine Maximalkapazität zum Umsetzen von Schadstoffen vorhält. So ist es ratsam, wenn Sie Tier für Tier den Bestand erhöhen, immer den Nitritwert im Auge zu behalten. Das wöchentliche Überprüfen von Wasserparametern möchte ich Ihnen auch im Alltag nahelegen, selbst ohne Neuerwerb von Fischen. Nur so ist eine lange Gesunderhaltung in optimalen Wasserbedingungen möglich und Grundlage dafür, den Fischen ein langes Leben und Ihnen viel Spaß an ihrem Hobby zu bescheren. Auch wenn es sich nicht um Koi handelt, das Einsetzen wird am besten auch bei allen anderen Fischen in genau dieser Art vorgenommen.


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