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Der kleine Schwimmteich im Garten

Zumeist raten Fachleute bei der Planung eines Schwimmteichs zu einer Mindestgröße von 100 m2 Wasseroberfläche. Wenn möglich, sollte dieser Ratschlag auch beherzigt werden, da Teiche dieser Größe in der Regel ökologisch stabiler sind als kleinere Anlagen. In manchen Gärten ist aber einfach nicht genug Platz vorhanden, dennoch soll ein Schwimmteich errichtet werden.

Auch die Tiefe spielt eine Rolle

Je mehr Wasservolumen ein Schwimmteich hat, desto günstiger wirkt sich das auf das biologische Gleichgewicht aus. Kann ein Schwimmteich mit 100 m2 nicht verwirklicht werden, können unter Umständen auch 70 m2 Oberfläche genügen, wenn die Schwimmzone z.B. 2.5 - 3 m tief gestaltet wird. So ein tiefer Teich erwärmt sich nicht so schnell, das Wasser bleibt kühler und somit sauerstoffreicher, mehr Wasser kann auch mehr Nährstoffe speichern. Eine kleine Anlage noch tiefer zu bauen macht insofern nicht viel Sinn, als man sich bei der Reinigung (Absaugen von Schlamm am Grund) sehr schwer tut, wenn man nicht bis auf den Grund sehen kann.

Welche Bauweisen sind günstig?

Grundsätzlich wirken sich bei kleinen Anlagen senkrechte Mauern oder Bauelemente insofern günstig aus, als man dadurch Tiefe und auch Wasservolumen gewinnt - im Gegensatz zu Bauweisen mit schräg gebaggerter Teichmulde. Die klassische Variante ist ein Betonbecken, von dem zwei Mauern 50-70 cm unter Wasser liegen und den Regenerationsbereich an zwei Seiten abgrenzen. Die anderen beiden Mauern reichen etwa 10 cm über die Wasseroberfläche und liegen etwas höher als das umliegende Niveau, die Oberkante kann durch Natursteinplatten oder einen Holzsteg abgedeckt werden. Die Folie wird über die Kante hochgezogen und dort an einem PVC-beschichteten Folienblech angeschweißt. Anstelle von Mauern können auch Bauelemente aus PE oder Edelstahl verwendet werden, sowie Holzkonstruktionen und Teichsäcke - verschiedene Hersteller bieten solche an.

Regenerationsbereich muss groß und vor allem tief genug sein

Bei einer kleineren Anlage sollte der Regenerationsbereich 50-60% der Gesamtoberfläche ausmachen. Vor allem sollte der Pflanzbereich tief genug sein, etwa 100 cm. Daraus ergibt sich ein wichtiges Planungsdetail: Es ist günstig, wenn sich Einstieg und Badebereich „in einem Eck" befinden, damit die übrige Fläche für den Regenerationsbereich genützt werden kann. Es hat wenig Sinn, bei einem Schwimmteich von 80 m2 den Regenerationsbereich rund um den Tiefbereich anzulegen - flächenmäßig können zwar 60% leicht erreicht werden, jedoch wäre der Pflanzbereich so schmal, dass man nicht auf die nötige Tiefe kommt.

Schwimmbereich und Regenerationsbereich getrennt

Sehr oft werden bestehende Swimmingpools in Schwimmteiche umgebaut. Häufig ist kein Platz für eine integrierte Anlage - d.h. der Regenerationsbereich kann nicht direkt an den Badebereich angeschlossen werden. Die Lösung ist sehr einfach. Man errichtet auf einer zur Verfügung stehenden Fläche in der Nähe einen eigenen „Regenerationsteich", von dem das Wasser über einen Bachlauf oder Wasserfall in das Becken gelangt. Es sollte darauf geachtet werden, dass auch dieser Regenerationsteich etwa 1 m tief und etwas größer als der Badebereich ist. Mit schnell wachsenden Pflanzen bestückt, ergibt sich ein guter Reinigungseffekt. Selbstverständlich kann auch eine Neuanlage mit getrennten Bereichen gestaltet werden.

Der Regenerationsteich

Dieser sollte nicht in der prallen Sonne und auch nicht vollkommen im Schatten liegen - halbschattig ist ideal. Allerdings darf er auf keinen Fall direkt unter Bäumen angelegt werden, eine Überdüngung mit darauf folgender Algenbildung wäre die Folge. Die Abdichtung sollte stabil sein (etwa Folie 1,5 mm mit Gewebe). Bambus und Essigbaum haben in unmittelbarer Nähe nichts verloren, ihre spitzen Wurzeln kommen selbst durch starke Folie. Bei der Teicheinrichtung sollte darauf geachtet werden, dass mindestens 2/3 der Folie mit einer Schicht von 10-15 cm Substrat bedeckt sind. Dazwischen wird Rundkies eingebracht, in den Trittsteine eingebaut werden (z.B. Natursteinplatten). Das Substrat sollte aus einer Lehm/Quarzsand- Mischung bestehen, im Verhältnis von ca. 1:2. Der eisenhaltige Lehm kann Phosphor binden - es ist daher sehr wichtig, dass der Lehm mit Sand „aufgeschlossen" wird. Dieses Substrat wird etwa 1-2 cm stark mit Rundkies der Körnung 2-6 oder 4-8 mm abgedeckt, damit es nicht aufgeschwemmt wird. Je nach Größe wird das Biotop mit mehr oder weniger Stufen angelegt.

Der Bachlauf

Dieser kann auch für die Reinigung genutzt werden, wenn er richtig angelegt und bepflanzt wird. Er sollte aus seichten, aneinandergereihten Becken bestehen, in denen auch Wasser steht, wenn die Pumpe nicht im Betrieb ist. Ansonsten könnten die Pflanzen Schaden erleiden. Betrieben wird der Bachlauf am besten mit einer 24 V( 12 V) - Pumpe, die mehrere Vorteile hat:
1. Sie kann ohne Gefahr für Badende in den Schwimmbereich eingebaut werden.
Leistung und Stromverbrauch sind niedrig, daher kann die Pumpe im Dauerbetrieb von März bis November laufen, das wirkt sich günstig auf die Biologie aus.
Das Laufrad ist meist aus Kunststoff, das wichtige Zooplankton wird daher geschont. (Bei stärkeren Pumpen mit Metalllaufrädern werden bis zu 90% bei einem Durchlauf abgetötet.)

Randabschluss ist wichtig

Insbesondere bei Bachläufen und Wasserfällen kommt es immer wieder zu Einschwemmungen durch Oberflächenwasser. Daher sollte die Folie sehr genau verarbeitet werden. Leistensteine, Kunststoffbänder oder Fixierung mit Beton sind geeignete Maßnahmen. Die Folie sollte überall 3-5 cm über dem Erdreich abgeschnitten oder umgefaltet bzw. über einen Leistenstein gezogen werden. So kann es auch in den folgenden Jahren nicht passieren, dass die Folie in das Erdreich getreten wird. Eine Abdeckung mit grobem Rundkies ist nicht zu empfehlen, sehr oft bauen darin Ameisen aus Erdreich ihre Wohnstätten und nach einiger Zeit landet Humus im Teich oder es entsteht gar eine „Brücke" von innen nach außen - Wasser kann abgesogen werden.

Die Bepflanzung

Je größer die Artenvielfalt, desto besser ist das biologische Gleichgewicht. Setzen Sie 15-20 verschiedene Sumpf- und Röhrichtpflanzen in den Regenerationsteich sowie 4-5 Sorten Unterwasserpflanzen und einige Seerosen. Letztere schatten das Wasser ab und halten es dadurch kühl. Von den Unterwasserpflanzen wie Potamogeton, Chara, Myriophyllum, Elodea, Ranunculus und Ceratophyllum werden wahrscheinlich nur zwei oder drei Sorten auf Dauer bestehen, aber das genügt. Sie entziehen dem Wasser Nährstoffe und reichern es mit Sauerstoff an. Auf keinen Fall sollten Pflanzen gesetzt werden, die im Laufe der Jahre das Biotop zuwuchern würden, wie Phragmites, Typha, Carex u.a.

Die Pflege

Eine kleine Anlage braucht besonders gute Pflege. Die Entfernung von Biomasse aus dem Kreislauf steht an erster Stelle. Die Unterwasserpflanzen müssen im Spätsommer radikal zurückgeschnitten werden. Im Herbst kommen dann die restlichen Pflanzen dran, bis auf Röhrichtpflanzen, die den Winter über stehen bleiben und durch das Eis hindurch für den Luft-Gasaustausch sorgen (z.B. Typha laxmannii, Typha gracilis). Mulm sollte regelmäßig abgesaugt werden, auch Algen werden aus dem Kreislauf genommen, Fadenalgen spätestens dann, wenn sie beginnen, gelb oder braun zu werden. Wenn sie grün sind, erfüllen sie ja eine wichtige Aufgabe, ähnlich wie die Unterwasserpflanzen.

Zooplankton

Daphnien, Cyclops und andere Filtrierer sollen in alle Bereiche der Anlage bewusst eingesetzt werden. Am besten keschert man sie aus einem bestehenden Teich, in dem sich keine Fische befinden. Schon nach einigen Wochen wimmelt es von den wichtigen Filtrierern, das Wasser ist dann klar, und mit geübtem Auge erkennt man die winzigen Krebschen von max. 1-2 mm Länge. Diese filtrieren aus dem Wasser Schwebealgen, Trübstoffe und sogar Bakterien. Daher sollte von Zeit zu Zeit überprüft werden, ob sich genügend Zooplankton im Wasser befindet.

Fische haben im Schwimmteich nichts zu suchen

Insbesondere Jungfische leben von Zooplankton - daher ist es nicht verwunderlich, wenn manche Teiche nach wenigen Monaten völlig trüb sind, obwohl sich „nur ein paar Dutzend junge Fische" darin befinden. Egal ob es Bitterlinge, Stichlinge, Moderlieschen oder Goldfische sind sie haben in einem Schwimmteich nichts zu suchen.

Die kleinsten Anlagen

Die kleinste von mir gestaltete Anlage befindet sich im Stadtzentrum von Wien, auf einem Dachgarten. Das bestehende Rundbecken mit 3 m Durchmesser wurde an einen 35 m langen Bachlauf angeschlossen, durch den das Wasser gereinigt wird. Dieser ist allerdings sehr gut mit verschiedenen Repositionspflanzen bewachsen. Eine weitere, sehr kleine Anlage ist ein Saunabecken mit einer Größe von 3 x 3 m und einem Regenerationsbereich von 15 m2. Beide Anlagen sind zusätzlich mit Mikrofaserfiltern ausgestattet und funktionieren seit Jahren ausgezeichnet. In den letzten Jahren habe ich auch mehrmals „Gartenteiche mit Einstiegsmöglichkeit” errichtet, meist in einer Größe von 40-50 m2. Von Schwimmen kann da keine Rede sein. Zumindest kann man sich zum Abkühlen und Untertauchen hineinbegeben oder zur Beobachtung von Lebewesen. Auch diese kleinen Anlagen machen ihren Besitzern viel Freude und bieten im Sommer eine willkommene Erfrischung.
Kategorien von Schwimmteichen

Auch bei kleinen Anlagen gibt es alle Möglichkeiten der Gestaltung von „Natur pur" bis „Natur und viel Technik" - siehe Gartenteich 2/2002 sowie das Gartenteich-Sonderheft „Teiche planen und bauen".


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