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Der naturnahe Teichrand - Mit Pflanzen geschickt kaschieren

Bei den meisten Gartenteichen handelt es sich um künstlich angelegte Gewässer. Häufig wurden dafür mehr oder weniger große Gruben ausgehoben und anschließend entweder mit Folie ausgelegt oder industriell hergestellte Kunststoffbehälter darin versenkt. Ein Nachteil solcher Folien- beziehungsweise Fertigteiche besteht allerdings darin, dass ihre Randbereiche sehr unnatürlich wirken und sie somit kaum zur Erhöhung der Attraktivität der Gartenlandschaft beitragen. Diesen Nachteil muss man jedoch nicht zwangsläufig akzeptieren, denn es gibt Möglichkeiten, mit denen sich die unnatürlich wirkenden Randbereiche (und auch sonstige im Teich befindliche Technikgegenstände) geschickt kaschieren lassen.

Womit kann kaschiert werden?

Zum Kaschieren bieten sich in erster Linie Sumpf- und Feuchtwiesenpflanzen an, die dazu neigen, dichte, flache Polster beziehungsweise nicht zu hochwüchsige Bestände zu bilden. Um die Attraktivität des Gartenteichs weiter zu erhöhen, kann man auch noch Natursteine, Schieferplatten, große, urwüchsig aussehende Totholzstücke sowie ausgegrabene, knorrige Erlen-, Eichen- oder Moorkienwurzeln als gestalterische Elemente integrieren. Diese Dekorationsmaterialien eignen sich außerdem hervorragend, um dahinter beziehungsweise darunter störende Technikgegenstände verschwinden zu lassen. So ist es beispielsweise möglich, einige größere Natursteine als Sichtbarriere an einem Überlaufrohr aufzuschichten. Zusätzlich kann man um solche Technikgegenstände auch noch dichte Pflanzenbestände, beispielsweise aus Schilf, Phragmites australis, und Rohrkolbengewächsen, Typha spp., gruppieren. Mancher Gartenteichbesitzer möchte von Anfang an vermeiden, dass sich bestimmte Pflanzenarten, wie etwa der Gemeine Tannenwedel, Hippuris vulgaris, zu üppig ausbreiten und setzt sie deshalb in große Plastikkübel, die anschließend im Teich platziert werden. Auch hier bietet es sich an, um die Kübel Wurzeln und/oder Steine aufzuschichten, so dass bei einem Blick in den Teich der Eindruck entsteht, die Pflanzen seien direkt zwischen den natürlichen Dekorationsmaterialien herausgewachsen.

Pflanzen zum Kaschieren

Wer das zierlich wirkende Pfennigkraut, Lysimachia nummularia, zum ersten Mal sieht, kann kaum glauben, dass es Sich dabei um eine der robustesten und konkurrenzstärksten Arten unter den Gartenteichpflanzen handelt. Diese in Europa recht weit verbreitete Art ist in der Lage, sowohl eine am Boden kriechende Landform als auch eine Unterwasserform hervorzubringen, die sich allerdings bei wechselnden Umweltbedingungen schnell und unproblematisch ineinander umwandeln. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die Unterwasserform ganzjährig ihre sattgrünen Laubblätter behält, während diese bei der Landform in strengen Wintern bis auf die Stängel zurückfrieren. Dafür bringt jedoch nur die Landform zwischen Juni und August dottergelbe Blüten hervor, die gewöhnlich sehr zahlreich erscheinen. Eine Eigenschaft des Pfennigkrauts ist für die praktische Teichgärtnerei von besonderem Interesse: An Land angepflanzt, hat dieses Primelgewächs nämlich immer das Bestreben, in den Teich hineinzuwachsen, um einen flutenden Bestand zu bilden. Bei diesen Wachstumsaktivitäten überdeckt dann das Pfennigkraut so ganz nebenbei den unnatürlich wirkenden Teichrand. Damit sich jedoch die Pflanze vor allem in kleineren Teichanlagen - nicht zu üppig ausbreitet, ist es zumeist sinnvoll, die flutenden Stängel regelmäßig etwas zurückzuschneiden. Ein ähnliches Wachstumsverhalten wie das Pfennigkraut zeigt auch das Sumpfblutauge, Potentilla palustris. Am wohlsten fühlt sich diese Pflanze, wenn sie in einem weichen, sehr feuchten Bodensubstrat steht und von dort aus in Richtung Teich wachsen kann. Allerdings ist im Unterschied zum Pfennigkraut die Konkurrenzstärke des Sumpfblutauges als recht schwach einzuschätzen. Deshalb sollte man möglichst keine starkwüchsigen Arten in die unmittelbare Nähe des Sumpfblutauges pflanzen. Ein weiterer Kandidat zum Kaschieren von Teichrändern ist das Sumpfvergissmeinnicht, Myosotis palustris. Es kann sowohl an einem sonnigen Uferabschnitt als auch im 10-20 cm tiefen Flachwasserbereich platziert werden. In vielen Fällen wird es aber am besten sein, beide Regionen des Teiches mit dieser Pflanze zu bestücken, weil dann die bis zu 50 cm langen Stängel des Sumpfvergissmeinnichts einen dichten, fast gewirrartigen Bestand ausbilden, der die unerwünschten Plastikränder vollständig überdeckt. Gleiches lässt sich auch mit Houttuyns Eidechsenschwanz, Hottuynia cordata, sowie der gelbblühenden Sumpfdotterblume, Caltha palustris, erreichen. Allerdings beginnen bei den Sumpfdotterblumen spätestens im Juli sowohl Blüten als auch Laubblätter zu verwelken, so dass die betreffenden Teichbereiche dann nicht mehr besonders dekorativ aussehen. Um dieser Tatsache wenigstens etwas entgegen zu wirken, kann man die konkurrenzstarke Sumpfdotterblume in einem gemeinsamen Bestand mit dem Pfennigkraut pflegen. Nach dem Abwelken der Sumpfdotterblumen kaschiert dann das Pfennigkraut auch weiterhin die Teichränder und sorgt darüber hinaus noch für farbliche Belebung. Zu den Arten, die sehr niedrige, polsterartige Bestände bilden, gehören die Zitzenblume, Mazus reptans, der aus Südafrika stammende Wasserknopf (auch Laugenblume genannt), Cotula coronopifolia, sowie die in Neuseeland und Australien heimische Sellierie, Selliera radicans. Falls ein Stück des Teichrands mit flachen, plattenähnlichen Steinen deckt werden soll, bietet es sich an, dazwischen immer einige kleinere Stellen freizulassen, um sie anschließend mit einer der vorab genannten Arten zu bepflanzen. Dabei ist darauf zu achten, dass sich unter den Pflanzen eine mindestens 10-15 cm hohe Erdschicht befindet, die ständig etwas feucht sein muss. Außerdem sollten die Standorte der nicht völlig winterharten Sellierie im Spätherbst mit einem Frostschutz versehen werden. Zu diesem Zweck gibt man am besten eine etwa 15-20 cm starke Schicht aus Stroh darüber und deckt diese zusätzlich mit einer Bastmatte ab. Damit die Bastmatte spater nicht von stärkeren Winden weggeweht wird, ist es sinnvoll, ihre Ränder mit einigen Steinen zu beschweren. Ende März kann man dann den gesamten Frostschutz wieder entfernen.

Pflanzen, die sich als Unterwuchs für Gehölze eignen

Manche Gartenfreunde pflegen an ihren Teichen auch verschiedene wasserliebende Sträucher und/oder Bäume, von denen die meisten im Herbst ihr Laub abwerfen. Bis zum erneuten Austreiben der Laubblätter, das oft erst im April erfolgt, wirken die Flächen unter solchen Gehölzen zumeist ein wenig grau und unansehnlich. Gegen diese winterliche Tristesse ist bis zum Februar im wahrsten Sinne des Wortes kein Kraut gewachsen - aber ab diesem Zeitpunkt kann man für eine farbliche Belebung auf diesen Flächen sorgen. Unter den Frühlingsblühern existieren nämlich einige Arten, die nicht nur feuchte Standorte mögen, sondern sich darüber hinaus auch gut als Unterwuchs für winterkahle Gehölze eignen. Bevor die Gehölze ihr Laub wieder voll entfaltet haben, sind diese Frühlingsblüher, wie etwa Schneeglöckchen-Arten Galanthus spp., Zweiblättrige Blausterne, Scilla bifolia, und Coum-Alpenveilchen, Cyclamen coum, bereits am Abblühen. Auf diese Weise entbrennt zwischen den Pflanzen kein allzu großer Konkurrenzkampf um das für die Photosynthese erforderliche Sonnenlicht. Man sollte allerdings nicht den Fehler begehen und bei den Frühlingsblühern schon die Laubblätter abschneiden, wenn diese ihre ersten Vergilbungserscheinungen zeigen. Dieses Abschneiden darf frühestens im Juni erfolgen, wenn die Blätter vollständig abgestorben sind. Bis zu diesem Zeitpunkt betreiben die Frühlingsblüher nämlich immer noch ein wenig Photosynthese, um für die nächste Blühpenode genügend Reservestoffe zu bilden, welche in die Zwiebeln beziehungsweise Knollen eingelagert werden. Bemerkenswerterweise wird das Coum-Alpenveilchen bisher nicht nur an Teichen, sondern auch in Gärten relativ selten gepflegt. Das ist eigentlich etwas unverständlich, weil diese Staude äußerst dekorativ aussieht. Das Coum- Alpenveilchen stammt aus Südosteuropa und besitzt das Potenzial, dichte, flächendeckende Bestände zu bilden. Am wohlsten fühlt es sich in einem schwach alkalischen Bodensubstrat. Da jedoch die Böden an vielen Teichen eher etwas sauer sind, ist es in solchen Fällen empfehlenswert, den Standort des Coum-Alpen- veilchens alle ein bis zwei Jahre maßvoll mit Kalk zu düngen. Eine andere Pflanze, die ebenfalls oft dichte, jedoch etwas höher werdende Bestände bildet, ist der Bärlauch, Allium ursinum, der in manchen Gegenden auch als „Wilder Knoblauch" bezeichnet wird. Da sich Bärlauch zumeist als sehr wuchsfreudig erweist, muss man darauf achten, dass sich sein Bestand nicht zu stark ausdehnt. In diesem Zusammenhang sei abschließend noch darauf verwiesen, dass sich Exemplare, die man aus dem Bestand entfernen muss, gut als frische Würzkräuter für zahlreiche Speisen verwenden lassen. Mit Essig und Öl ist es ein leckerer Brotaufstrich.


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