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Der Teichmolch im Gartenteich

Auch wenn er ein relativ unauffälliges Leben führt, ist doch der Teichmolch, Lissotriton vulgaris, der häufigste Molch und in etlichen Gartenteichen zuhause. Da in vielen Gegenden Deutschlands die natürlichen Gewässer schon knapp geworden sind, können wir ihm im Gartenteich ein neues Wohnumfeld bieten. Dazu brauchen wir gar nicht viel zu tun.

Verwandtschaft

Bis vor kurzem gehörten alle fünf in Deutschland vorkommenden Molche zur Gattung Triturus. Neuere Untersuchungen ergaben jedoch, dass es größere Unterschiede zwischen den Arten gibt, als bisher bekannt war. Deswegen wurden die Arten in drei Gattungen aufgeteilt. Der Bergmolch, Ichthyosaura alpestris, kommt nur in höher gelegenen Bereichen vor. In der Gattung Triturus verblieben der Kammmolch und der Alpen-Kammmolch, wobei das Vorkommen des letzteren in Deutschland umstritten ist. Neben dem Teichmolch gehört auch noch der Fadenmolch, L. helveticus, in die Gattung Lissotriton.

Beschreibung

Man unterscheidet bei Molchen zwischen der Wasser- und der Landtracht. Ab März, wenn die Gewässer besiedelt werden, zeigt sich die Wassertracht. Die bis zu 11 cm großen Männchen haben dann einen deutlichen, meist gezackten Hautkamm, der vom Hinterkopf bis zum Schwanzende verläuft. Im Gegensatz zum Kammmolch ist er an der Schwanzwurzel nicht eingekerbt. Der Ruderschwanz ist seitlich stark abgeflacht. An der Unterseite zeigt er einen überwiegend bläulichen Schimmer. Die Weibchen werden kaum länger als 8 cm, sind heller, eher bräunlich und ohne den Flossensaum. Von Fadenmolchweibchen sind sie nur schwer zu unterscheiden. Die Landtracht ist dagegen viel unscheinbarer. Hier fehlt auch den Männchen der gezackte Hautkamm.

Fortpflanzung

Nur wenige Teichmolche verbringen ihr ganzes Leben im Wasser. Fast alle beginnen im März, in wärmeren Jahren auch im Februar, mit ihrer Laichwanderung. Ab einer Wassertemperatur von etwa 8 0C beginnt das Laichgeschäft. Das Männchen beschnüffelt das Weibchen und präsentiert seine Bauchseite. Geht das Weibchen darauf ein, wedelt das Männchen heftig, genauso wie mit einer Peitsche, mit dem Schwanz. Dadurch bekommt das Weibchen Sexualduftstoffe zugewedelt. Nun kriecht das Männchen immer noch wedelnd rückwärts. Berührt ihn das Weibchen an der Schnauze, setzt es eine Spermatophore ab. Immer weiter geht das Männchen rückwärts, das Weibchen folgt, bis es die Spermatophore mit seiner Kloake aufgenommen hat. Das Männchen bugsiert das Weibchen dabei mit seinem Schwanz etwas zurück, sobald es über der Spermatophore ist. Erst einige Tage später legt das Weibchen die Eier einzeln ab. Dazu faltet es mit seinen Hinterbeinen ein Wasserpflanzenblatt, seltener auch Laub zusammen. Das klebrige Ei, das einen Durchmesser bis zu knapp 2 mm hat, hält diese Hülle zusammen. Je nach Wassertemperatur dauert es bis zu drei Wochen, bis die Molchlarven schlüpfen. Erst nach einigen weiteren Tagen sind sie schwimmfähig, haben deutlich sichtbare Kiemenbüschel und leben räuberisch von kleinen Wassertieren wie Insektenlarven. Nach längstens vier Monaten sind sie voll entwickelt und verlassen wie ihre Eltern das Gewässer. Diese sind oft schon im Juli zum herbst-/ winterlichen Landleben übergegangen.

Voraussetzungen im Gartenteich

Zwei Dinge gehen nicht gut zusammen: Fische und Molche. Einzig den Moderlieschen sagt man nach, dass sie sich nicht an den Molchlarven vergreifen. Alle anderen Fische haben sie auf ihrem Speisezettel stehen. Viele Teichfreunde, die gerne auch Fische haben möchten, sind dazu übergegangen, einen kleinen, fischfreien Zweitteich für Amphibien anzulegen. Der braucht nur ab 2 m2 groß zu sein, um einigen Molchen ausreichend Lebensraum zu bieten. Es ist manchmal erstaunlich, zu welchen Ansammlungen es kommt. Zehn Exemplare pro Quadratmeter sind keine Seltenheit. Pflanzen für die Fortpflanzung sollten vorhanden sein, besonders gut eignen sich etwa Pfennigkraut und auch andere Pflanzen mit kleineren Unterwasserblättern. Neben den Fischen zählen auch Libellenlarven zu den natürlichen Molchfeinden, deswegen werden nie alle geschlüpften Molchlarven durchkommen.

Beschaffung

Wer gerne Teichmolche in seinem Gartenteich pflegen möchte, dem bleibt kaum etwas anderes übrig, als abzuwarten. Sind im Umkreis von etwa einem Kilometer andere, bereits von ihm besiedelte Teiche, kann mit einer Zuwanderung gerechnet werden, wenn die Rahmenbedingungen wie Fischfreiheit etc. stimmen. Der Teichmolch ist, wie alle unsere heimischen Amphibien, ganzjährig geschützt. Deswegen dürfen aus anderen Gewässern weder Eier noch Larven oder Molche entnommen werden. Manchmal schleppt man aber mit gekauften Wasserpflanzen unabsichtlich Molcheier mit ein. So ist schon mancher Teichbesitzer zu seinen kleinen Freunden gekommen. Denn durch ihr geradezu putziges Balzverhalten und ihre ruhige Lebensweise sind sie beliebte Teichbewohner und gerade Kinder können sie stundenlang beobachten.

Lurch des Jahres 2020

Obwohl er nicht wirklich selten ist, wurde der Teichmolch zum Lurch des Jahres 2020 ausgewählt. Wenn auch die Zahl der geeigneten Naturgewässer stagniert, gehen die Bestände leicht zurück. Jeder Teichbesitzer kann aber mit einem geeigneten Wassergarten dazu beitragen, dass sich unser kleiner Teichfreund bei ihm wohlfühlt.


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