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Die richtige Pumpe für die richtige Leistung

Die richtige Pumpe für die richtige Leistung

Der schönste Wasserfall oder Bachlauf wird seinen Besitzer keine Freude bringen, wenn die Leistung der Pumpe nicht ausreicht oder aber Bedingungen geschaffen wurden, die die Leistung der Pumpe behindern. Wer eine neue Pumpe anschaffen will, damit eine bestimmte Pumphöhe überschritten wird, sollte sich vorher mit drei wichtigen Begriffen vertraut machen oder seinen Fachhändler darauf ansprechen: Pumpenkennlinie, Betriebspunkt und Reibungsverluste.

Die Pumpenkennlinie

und eine jede Pumpe sollte eine solche zumindest in der Bedienungsanleitung erwähnt haben, manchmal ist sie sogar außen auf der Verpackung - zeigt, bei welcher Förderhöhe welche Fördermenge erbracht wird. Pumpenleistungen werden z. B. als 100 l/min bei 3 m Förderhöhe angegeben. Ist eine Förderhöhe von 2 m zu überwinden (Achtung, es gilt nicht Höhe vom Auslasspunkt der Pumpe, sondern Höhe über Wasserspiegel), so wird die Leistung größer sein, ist sie jedoch vielleicht 4 m, so kann es passieren, dass die Pumpe gar kein Wasser mehr fördert.
Aus diesem Grund ist der Betriebspunkt wichtig. Diese Größe müssen Sie - eventuell zusammen mit einem Händler - ermitteln, denn von diesem Betriebspunkt hängt die richtige Wahl der Pumpe entscheidend ab. Im hier abgedruckten Beispiel bedeutet H die Förderhöhe der Pumpe in m und Q die Fördermenge, angegeben in l/min. Bei einem angenommenen Betriebspunkt (eingezeichnet) und einer Förderhöhe von 4 m erbringt diese Pumpe also eine Leistung von 70 l/min. Um in diesem Beispiel weiterzufahren, würde die gleiche Pumpe bei einer Förderhöhe von 6 m fast nichts mehr, bei 5 m etwa 45 l/min, bei 3 m Förderhöhe 90 l/min, bei 2 m immerhin 105 l/min und bei nur 1 m zu überwindender Höhe knapp 120 l/min fördern.
Dies sind aber die Idealwerte. Die tatsächliche Leistung der Pumpe hängt noch von weit mehr Faktoren ab. Durchflussverengungen, etwa weil ein Schlauch aus zwei verschiedenen Teilen besteht und über ein Verbindungsstück zusammengesteckt wurde, und Winkel sind zwei schwer zu berechnende Größen. Schlauchverengungen kann man jedoch vermeiden. Schläuche dürfen versteckt werden, aber nicht so, dass etwa ein Stein auf den Schlauch drückt und diesen verengt. Auch Winkel müssen auf das absolute Mindestmaß reduziert werden und sollten möglichst klein sein, also eher einem sanften Bogen gleichen. Dann ist die Leistungsreduktion durch diese beiden Punkte so gering wie möglich.
Anders ist es mit dem Leistungsdurchmesser, denn dieser liegt alleine in der Hand des Käufers. Grundsätzlich gilt : Je größer der Leistungsdurchmesser ist, desto geringer ist der Reibungsverlust.

Die meisten Hersteller schreiben einen Mindestdurchmesser des zu benutzenden Schlauchs für für ihre Pumpe vor. Das Diagramm zeigt deutlich, warum es besonders wichtig ist, sich um diesen Punkt zu kümmern. Das Diagramm ist wie folgt zu lesen: In der linken Spalte steht die Fördermenge gemäß Pumpenkennlinie. In der mittleren Spalte steht die lichte Weite (also der Innendurchmesser des Schlauchs) in mm (oben) und Zoll. In der rechten Spalte schließlich steht die Angabe, wie viel Förderhöhe (m) von der eigentlichen Förderhöhe abzuziehen ist, wenn der entsprechende Schlauch verwendet wird.
Beispiel: Die Pumpenkennlinie entspricht der in der Abbildung gezeigten und oben bereits ausführlich geschilderten. Der Schlauchdurchmesser soll bei 20 mm LW liegen. Bei einer Fördermenge von 75 l/h wird eine Förderhöhe von 3,75 m angegeben. Bei diesem engen Durchmesser sind 0,73 m pro laufendem Meter Förderhöhe abzuziehen, die Leistung 75 l/min wird also nur bis zu einer Förderhöhe von gerade einmal 1 m erbracht. Beträgt die lichte Weite des verwendeten Schlauchs jedoch 32 mm, so sind nur knapp 20 cm Wasserhöhe abzuziehen, d.h. die Pumpenleistung kann fast tatsächlich erbracht werden. Selbst bei Verwendung des nur 5 mm weiteren Schlauchs mit LW 25 reduziert der Reibungsverlust auf knapp 20 cm Wasserhöhe je m Wassersäule, es werden also etwa 3 m Förderhöhe mit der Leistung 75 l/min erreicht. Je dünner der Schlauch wird, desto eher wird dies also zu unangenehm Überraschungen führen.
Hat sich der Käufer nicht damit beschäftigt und auch kein Fachgespräch gesucht, so darf er nicht den Händler oder Hersteller der Pumpe dafür verantwortlich machen. Diese bemühen sich in aller Regel um genaue Offenlegung der Daten. Wo sich eine solche Kennlinie oder nicht einmal die Angabe der Leistung bei einer bestimmten Förderhöhe findet, sollte der Käufer - auch wenn das Angebot verlockend erscheint - vom Erwerb Abstand nehmen. Denn lieber etwas mehr Leistung und dafür eine Windung in den Schlauch gelegt, mit der man die Leistung etwas reduziert (und auch wieder erhöhen kann, wenn man aus irgend einem Grund etwas mehr Leistung braucht), als von Anfang an am Ende der theoretischen Leistungsfähigkeit einer Pumpe zu sein.

 


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