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Die Sumpfzypresse - eine Konifere für den Gartenteich

Als Ziergehölze erfreuen sich die unterschiedlichsten Nadelhölzer der Familie Coniferae einer großen Beliebtheit. So werden sie beispielsweise gerne zur Bepflanzung von Vorgärten verwendet. Darüber hinaus besteht bei manchen Menschen auch noch der Wunsch, einige Uferabschnitte des Gartenteiches mit Koniferen zu gestalten. Allerdings mögen es viele Nadelgehölze überhaupt nicht, wenn sie mit mehr ihren Wurzeln ständig in staunassen Boden oder sogar direkt im Wasser stehen. Falls in solchen Fällen die Wurzeln nicht zu faulen beginnen, sind sie, wie etwa bei der Gemeinen Fichte, Picea abies, oft bestrebt, in die von der Staunässe entgegengesetzte Richtung zu wachsen. Ganz anders verhalten sich dagegen die Wurzeln der Sumpfzypresse, Taxodium distichum. Sie fühlen sich in einem staunassen Boden ausgesprochen wohl. Deshalb ist es eigentlich etwas verwunderlich, dass diese Konifere bisher kaum an Gartenteichen gepflegt wird.

Das natürliche Verbreitungsareal

Innerhalb der Koniferen bilden die Sumpfzypressengewächse, Taxodiaceae, eine eigenständige Familie, die zehn gegenwärtig noch vorkommende Gattungen mit insgesamt 15 Arten umfasst und deren bekanntester Vertreter wahrscheinlich der Riesenmammutbaum, Sequoiadendron giganteum, sein dürfte. Die Sumpfzypressengewächse sind zugleich die letzten Vertreter einer Pflanzengruppe, die ihre phylogenetische Blüte von der Kreidezeit bis zum Tertiär hatte, also vor rund 135-40 Millionen Jahren. Während dieser Zeit präsentierte sich diese Pflanzenfamihe nicht nur wesentlich arten- und formenreicher als heute, sondern war darüber hinaus auch noch viel weiter verbreitet. Unter anderem besiedelten die Sumpfzypressengewächse große Teile Mitteleuropas und bildeten vielerorts das Ausgangsmaterial für die Entstehung der mächtigen Braunkohlenflöze, auch bei uns. Gegenwärtig sind Sumpfzypressengewächse jedoch nur noch in Mittel- und Nordamerika,in Ostasien und auf Tasmanien zu finden. Die Gattung Taxodium vereint drei Arten. Neben T.distichum enthält sie noch die Mexikanische Zypresse T. mucronatum (die gelegentlich auch als Montezuma-Zypresse bezeichnet wird) sowie die Teichzypresse, T. ascendens, wobei sich die beiden letztgenannten Arten weniger zur Kultivierung in Mitteleuropa eignen, weil sie recht frostempfindlich sind. Das natürliche Heimatgebiet der Sumpfzypresse erstreckt sich über große Gebiete der USA und Mittelamerikas. Hier besiedelt die Pflanze bevorzugt Sumpfwälder und Flussniederungen. Dabei kommt es häufig vor, dass solche Sumpfzypressenstandorte über längere Zeiträume hinweg überflutet werden oder sich sogar ständig im Flachwasserbereich befinden. Bereits 1640 gelangten die ersten Sumpfzypressen nach Mitteleuropa, wo sie zunächst nur als Raritäten in den Garten- und Parkanlagen des Adels gepflegt wurden. Bemerkenswerter Weise wurde die Sumpfzypresse, bei der unter den Klimabedingungen Mitteleuropas so gut wie keine Akklimatisationsprobleme auftraten, nie stärker verbreitet (und erfuhr folglich auch keine nennenswerte wirtschaftliche Nutzung). Anders in Argentinien. Dort baute und baut man den Baum in einigen Gebieten, beispielsweise im Delta des Parana, in Frostkulturen an. Da das Holz der Sumpfzypresse sehr resistent gegen Schädigungen durch Insekten ist und zudem kaum fault, verwenden es die Argentinier zur Herstellung von Eisenbahnschwellen, Entlüftungsanlagen, Zäunen, Gartenmöbeln u.a.

Im Herbst werden die Nadeln abgeworfen

Sumpfzypressen können eine Wuchshöhe von bis zu 50 m erreichen und erinnern in ihrer Gestalt ein wenig an Schwarzkiefern, Pinus nigra. Man sollte sich aber nicht von der maximal erreichbaren Höhe abschrecken lassen, denn die Pflanze ist keineswegs sehr schnellwüchsig. Es vergehen schon etliche Jahre, bevor eine 40 cm große Jungpflanze zu einer Höhe von „nur" 4-5 m heranwächst. Bei älteren Sumpfzypressen ist der Stammgrund kräftig kegelformig angeschwollen. Ihre sich etwas rau anfühlende Rinde weist eine schmutzig graubraune Färbung auf, die stellenweise von hellrostbrauuen Musterungen durchsetzt ist. Von dem stangenartig empor wachsenden Stamm zweigen die Äste und Langtriebe ab Vergleicht man einmal die Stamm-Äste-Proportion mit der anderer Bäume, so fällt auf, dass die Äste der Sumpfzypresse über einen wesentlich geringeren Durchmesser verfügen und deshalb zuweilen sogar etwas zierlich wirken. An den Langtrieben entspringen die grünen, 5-10 cm langen Kurztriebe. Während bei den Langtrieben die stark abgeflachten Nadeln weiter auseinander stehen und sich zumeist radial anordnen, stehen sie an den Kurztrieben wesentlich dichter und befinden sich in einer Ebene. Bei genauem Betrachten der Kurztriebe erkennt man, dass die einander gegenüber stehenden Nadeln ganz leicht wechsel ständig verschoben sind. Die Färbung der Nadeln, die Unter- und Oberseite gleich ist kann von Blass- über Gelb- Sattgrün variieren. Ebenso kann auch die Länge der Nadeln zwischen 12 und 18 mm variieren, während ihre Breite mit etwa 1 mm eine weitest gehende Konstanz aufweist. Ähnlich wie die Europäische Lärche, Larix decidua, wirft auch die Sumpfzypresse jedes Jahr ihre Nadeln mitsamt den Kurztrieben ab, um im nächsten Frühjahr neu auszutreiben. Die männlichen und weiblichen Blüten wachsen immer am gleichen Baum. Im Gegensatz zu den männlichen Blüten, die als Rispen erscheinen, reifen die weiblichen zu 2,5-3 cm großen, kugeligen bis verkehrt eiförmigen Zapfen heran. Diese bestehen aus zahlreichen kleinen Schuppen, welche die eckigen, dreiflügeligen Samen tragen. Oftmals stehen mehrere Zapfen so dicht nebeneinander, dass sie fast wie eine kleine Traube aussehen. Eine interessante morphologische Besonderheit ist unter natürlichen Bedingungen besonders gut an denjenigen Exemplaren von T distichum zu beobachten, die mit „ihren Füßen” häufig oder ständig im Wasser stehen. Aus ihren im Erdreich horizontal verlaufenden Wurzeln entspringen zahlreiche, bis 30 cm Durchmesser erreichende Auswüchse. Es handelt sich hierbei um die sogenannten Wurzelknie. Da die Wurzelknie gewöhnlich über die Wasseroberfläche bzw. den Schlamm hinaus reichen, halten es Autoren wie von Denffer et al. sogar für möglich, dass sie im Dienst der Sauerstoffversorgung stehen könnten. Hora geht dabei noch einen Schritt weiter und vergleicht die Wurzelknie mit den Atemwurzeln der Mangroven. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang sicherlich noch die Tatsache, dass die Wurzelknie keineswegs für alle drei Vertreter der Gattung Taxodium typisch sind, denn die Mexikanische Sumpfzypresse weist diese morphologische Besonderheit, selbst wenn sie ständig im Wasser steht, niemals auf.

Pflegehinweise

Wer sich nun zur Pflege einer Sumpfzypresse entschließt, sollte sich zweckmäßiger Weise eine Jungpflanze von maximal 30-40 cm Höhe beschaffen und diese bei frostfreiem Wetter Ende Oktober oder im Zeitraum von Ende März bis Anfang Mai auspflanzen. Wenn die Pflanze nicht in einschlägigen Gartenfachmärkten erhältlich ist, kann man ruhig einmal in Botanischen Gärten nachfragen, die manchmal ein paar junge Exemplare abgeben. Sumpfzypressen gedeihen sowohl in der prallen Sonne als auch im Vollschatten recht zufrieden stellend. Wie bereits angeklungen, lieben sie nasse Böden. Deshalb eignet sich als Standort der unmittelbare Uferbereich oder auch ein Sumpfbeet, vorausgesetzt Letzteres ist tiefgründig genug. Wird als Bodensubstrat ein Gemisch aus Torf und humushaltiger Erde (Mischungsverhältnis etwa 50:50) verwendet, ist in der Folgezeit eine Düngung nicht erforderlich. Falls die Pflanze mit ihren Wurzeln sogar direkten Zugang zum Teich hat, holt sie sich später ohnehin einen Teil ihrer Nährstoffe von dort. Abschließend bleibt eigentlich nur noch der Hinweis, dass die Wurzeln der Sumpfzypresse sehr stabilisierend wirken und deshalb ganz gezielt mit zur natürlichen „Uferbefestigung" eingesetzt werden können.


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