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Farne am Teichrand

Bei den Farnpflanzen, Pteridophyta, handelt es sich um eine sehr alte Abteilung de Pflanzenreichs, deren früheste Vertreter bereits vor 400 Millionen Jahren auftraten, also an der Schwelle zwischen Silur und Devon. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass neben den eigentlichen Farnen, von denen in diesem Beitrag einige interessante, landbewohnende Arten vorgestellt werden, auch noch die Bärlappe, Schachtelhalme, Moosfarne, Brachsenkräuter sowie Urfarne zu den Farnpflanzen gehören. Im Verlauf der Evolution gelang es einigen Arten sogar, ökologische Nischen zu erschließen, die für Farne eher untypisch sind. So sind solche Vertreter beispielsweise in Halbwüsten zu finden. Die Mehrzahl der Land bewohnenden Farne bevorzugt allerdings feuchte bis staunasse Standorte als Lebensräume, wobei sich wiederum diejenigen Arten, die in den gemäßigten Breiten heimisch sind, fast immer gut zur Bepflanzung von Gartenteichufern eignen.

Morphologie

Obwohl es sich bei den Farnen noch um relativ ursprüngliche Pflanzen handelt, ist ihr Körper aber schon in Wurzeln, Stängel und Blätter gegliedert. Ihre teilweise holzigen Wurzeln dienen dabei sowohl zur Verankerung im Boden als auch zur Nährstoff und Wasseraufnahme. Die Stängel erfüllen ebenfalls mehrere Funktionen. So dienen die in ihnen enthaltenen Leitbündel zum Transport von Nährstoffen, Wasser und Photosyntheseprodukten. Außerdem fungieren die Stängel als Ansatzstellen und Trägerstrukturen für die Blätter. Oft wird in diesem Zusammenhang der Fehler begangen zu glauben, dass die Stängel oberirdisch sichtbar wären. Das ist jedoch nicht der Fall. Der oberirdisch sichtbare Teil der Farne besteht in den gemäßigten Breiten nur aus den Blättern. Letztere werden auch als Wedel bezeichnet und erinnern in ihrer Gesamterscheinung ein wenig an einen Palmenzweig. Oftmals sind die Wedel nicht nur relativ groß, sondern auch noch reich gegliedert. Wenn sie erstmals erscheinen, haben sie zunächst noch eingerollte Spitzen, welche sich aber mit der Zeit immer mehr entfalten. Die zur Vermehrung dienenden Sporen befinden sich bei Landfarnen in kleinen, als Sporangien bezeichneten Kammern. Diese können entweder an der gesamten Blattunterseite oder nur auf speziellen Blattabschnitten verteilt sein, wobei besonders dichte Sporangienansammlungen als Sori bezeichnet werden. Neben der Nachzucht aus Sporen besteht auch noch die Möglichkeit, die Farne im Herbst oder im sehr zeitigen Frühjahr durch Teilung zu vermehren. Die letztgenannte Variante ist aus teichgärtnerischer Sicht sicherlich die empfehlenswertere, weil es dann nicht so lange dauert, bis sich die neuen Pflanzen zu stattlichen Exemplaren entwickeln.

Einige Farne für den Teichrand

Wer möchte, dass die am Teichufer angepflanzten Farne besonders urwüchsig wirken, sollte sie mit großen Totholzstücken, ausgegrabenen Baumwurzeln, Schieferblöcken und/oder Natursteinen kombinieren. Im Herbst, wenn nicht nur bei den meisten Farnen, sondern auch der Mehrzahl der anderen Pflanzen die oberirdischen Vegetationsteile absterben, sorgen dann diese Dekorationsmaterialen für etwas Belebung in der sonst doch recht eintönig wirkenden Teichlandschaft. Zu den bekanntesten Farnvertretern gehört zweifelsfrei der Gemeine Wurmfarn, Dryopteris filix-mas, dessen Verbreitungsgebiet sich von Europa über Asien bis nach Nordamerika erstreckt. Die grasgrünen Wedel können bei der Ursprungsform bis zu einem Meter lang werden. Außerdem existieren auch noch einige Zuchtformen, wie etwa „barnesii" oder „depauperata", die zum Teil deutlich kürzere Wedel besitzen. Im Unterschied zu vielen anderen Farnarten kann der Gemeine Wurmfarn auch an vollsonnigen Standorten platziert werden, die über ein ständig feuchtes, jedoch nicht staunasses Bodensubstrat verfügen. Ein weiterer Vertreter aus der Familie Dryopteridaceae, zu der auch der Gemeine Wurmfarn gehört, ist der Spreuschuppige Wurmfarn oder Goldschuppenfarn, Dryopteris affinis, der in der älteren Literatur oftmals noch unter der Bezeichnung D. borreri geführt wird, heute nur noch eine Unterart. Ursprünglich war diese Art nur im Mittelmeerraum sowie in Westeuropa beheimatet. Inzwischen wurde sie durch den Menschen aber wesentlich weiter verbreitet. Die ebenfalls bis zu einem Meter langen Wedel des Goldschuppenfarns zeigen im Jugendstadium bei intensiver Sonneneinstrahlung einen schwach goldfarbenen Glanz. Dieser wird durch zahlreiche kleine Schuppen erzeugt, die sich auf den Mittelrippen der Wedel befinden. Da die Wedel des Goldschuppenfarns bis tief in den Winter hinein ihre frische grüne Färbung behalten, sind sie in dieser Jahreszeit ein interessanter Blickfang. Großer Beliebtheit erfreut sich auch der zur Familie Aspleniaceae gehörende Hirschzungenfarn, Asplenium scolopen- drium, der in den Waldgebieten Eurasiens und Nordamerikas zuhause ist. Das Besondere an diesem Farn ist, dass seine bis zu 40 cm langen, breitlanzettförmigen Wedel ganzjährig grün bleiben. Der Hirschzungenfarn liebt einen schattigen Standort, der einen feuchten, nährstoffreichen und leicht kalkhaltigen Boden aufweist. Falls zwischen Steinlücken und -spalten diese Standortbedingungen ebenfalls vorhanden sind, kann man den Hirschzungenfarn auch an diesen Stellen pflanzen. Für Teichgärtner, die besonders gern Zuchtformen mögen, dürfte sicherlich die Sorte „Crispa" von Interesse sein, bei der die Ränder der Wedel locker gewellt sind.
Bei dem im Mittelmeergebiet häufig vorkommenden Weichen Schildfarn, Polystichum setiferum, einem Vertreter aus der Familie Aspidiaceae, handelt es sich um eine sehr pflegeleichte und relativ anspruchslose Art. Die leuchtend grünen, doppelgefiederten Wedel dieses Farns können bis zu 1,20 m Länge erreichen. Bei der Sorte „Divisilobum densum erectum" sind die Wedel nicht, wie bei den meisten anderen Farnen, einfach, sondern zweifach doppelt gefiedert, so dass sie fast schon an eine dichte Feder erinnern. Zur Familie Aspidiaceae gehört auch der Sichelfarn, Cyrtomium fortunei, dessen natürliches Verbreitungsgebiet sich von Japan und Korea bis nach China erstreckt. Er benötigt einen halb- bis vollschattigen Standort. Als Bodensubstrat, das ständig etwas feucht sein sollte, eignet sich am besten Wald- oder Moorerde. Aufgrund der letztgenannten Tatsache bietet sich diese Farnart auch sehr gut zur Randbepflanzung von Moorbeeten an. Da der Sichelfarn gelegentlich durch starke Frosteinwirkung geschädigt wird, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, ihn im Spätherbst mit etwas Falllaub und Nadelreisig abzudecken. Beim Zerbrechlichen Blasenfarn, Cystopteris fragilis, handelt es sich um eine sehr schön anzuschauende Art, die sowohl in Nordamerika als auch in Europa weit verbreitet ist. Besonders wohl fühlt sich dieser Farn auf feuchtem, beschattetem Kalkgestein, wo er sich auch hervorragend zum Bepflanzen von Lücken und Spalten eignet. Darüber hinaus existieren noch weitere Blasenfarne, die C. fragilis in ihrem Erscheinungsbild sehr ähneln und ebenfalls am Teichrand kultiviert werden können. Ein enger Verwandter der Blasenfarne ist der über die gesamte nördliche Hemisphäre verbreitete Frauenfarn, Athyrium filix-femina. Von dieser bis zu 1,20 m hoch werdenden Art existieren zahlreiche Sorten, von denen einige sogar panaschiertes Laub besitzen. Der Frauenfarn benötigt einen vollschattigen Standort und reagiert äußerst empfindlich, wenn das Erdreich, das einen schwach sauren verf pH-Wert aufweisen und reichlich Humus hob enthalten soll, einmal völlig austrocknet. Die Gebirge Mittel- und Osteuropas sowie Nordamerikas sind der bevorzugte lief Lebensraum des Strauß- oder Trichterfarns, Matteuccia struthiopteris. Dieser bis zu 1,40 m hoch werdende Farn besitzt hellgrüne, zweifach gefiederte Wedel, die sich trichterförmig anordnen. Am meisten sagen dem Straußfarn ein halb- bis vollschattiger Standort sowie ein nährstoffreicher Boden zu. Unter solchen Bedingungen breitet er sich sehr schnell aus und stellt dann vor allem für schwachwüchsige Pflanzen eine potenzielle Gefahr dar, weil sie sich zumeist nicht dauerhaft gegen den Konkurrenzdruck dieses Farns behaupten können. Beim bis zu 2 m hohen Adlerfarn, Pteridium aquilinum, handelt es sich um einen Kosmopoliten, also eine Pflanze, die fast weltweit verbreitet ist. Lediglich Polar- sowie extrem trockene Wüstengebiete werden vom Adlerfarn gemieden. Ansonsten hat er sich aber als sehr anspruchslos erwiesen und gedeiht sogar noch auf mageren Böden sehr üppig. Besondere Beachtung verdient sicherlich auch die Tatsache, dass der Adlerfarn extrem alt werden kann. So sind beispielsweise aus Finnland Exemplare bekannt, die nachweislich 1500 Jahre „auf dem Buckel" haben. Seinen Populärnamen erhielt dieser Farn übrigens aufgrund der Form seiner Gefäßbündel, die in ihrem Querschnitt ein wenig an einen Doppeladler erinnern. Der bekannteste Vertreter aus der Familie Osmundaceae dürfte sicherlich der Königsfarn, Osmunda regalis, sein, der von Europa über Asien bis Nordamerika verbreitet ist. Diese Farnart stellt relativ hohe Ansprüche an den Standort sowie das Klima. Besonders wohl fühlt Sie sich auf sauren, staunassen Böden, die reichlich Torf und humosen Sand enthalten. Aus diesem Grund kann man Sie sehr nah am Teichufer platzieren, wo sie sogar in der prallen Sonne stehen kann. Von hohem Dekorationswert ist die Sorte „Purpurascens", die aufgrund ihrer purpurnen Wedel oftmals als „Bronzekönigsfarn " bezeichnet wird. Laubmischwälder der nördlichen Hemisphäre sind die natürlichen Vorkommensgebiete des Tüpfelfarns, Polypodium vulgare. In vielen Gegenden Deutschlands wird dieser Farn auch „Engelsüß" genannt. Ein in ihm enthaltener Bitterstoff wirkt giftig auf Darmwürmer. Er kann eine Wuchshöhe von 40 cm erreichen und benötigt einen feuchten, halbschattigen Standort. Außerdem wirkt sich ein nährstoffreiches, humushaltiges Bodensubstrat äußerst stimulierend auf die Blattentwicklung aus. Da das Engelsüß, dessen Wedel übrigens auch während des Winters grün bleiben, eher zu den Zwergen unter den Farnen gehört, eignet es sich auch nahezu ideal als Randpflanze für Klein- und Miniteiche.


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