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Iris im Wassergarten

Es ist Mai. Der Teich ist zu neuem Leben erwacht. Die Seerosenblätter haben noch ihre rötlichen Schwimmblattspreiten und am Ufer zeigen die Sumpfschwertlilien bereits farbige Knospenspitzen.
Im landläufigen Sinne sprechen viele Gartenfreunde von der ,,(Wasser)lilie" und unterscheiden dabei umgangssprachlich nicht zwischen den Gattungen Iris, Lilium, Hemerocallis und Nymphaea. Dabei wird außer Acht gelassen, dass diese Pflanzen völlig unterschiedlichen Pflanzenfamilien zuzuordnen sind. So zählen Lilien und Hemerocallis zu den Liliaceae, den Liliengewächsen. Diese Pflanzen kann man zwar nicht im Gartenteich halten, wohl aber ausgezeichnet zur Gestaltung der Ufer verwenden. Als Pflanzsubstrat eignet sich jeder normale humose Gartenboden. Die Teich- und Seerosen der Gattungen Nymphaea und Nuphar gehören zu den Nympheaceae, den Seerosengewächsen. Da im englischen Sprachraum für Seerosen aber die Bezeichnung „waterlily" verwendet wird, ist der Irrtum zumindest erklärlich. Die Gattung Iris zählt dagegen zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae) und enthält etwa 200-300 Arten, von denen nur zehn im Wasser wachsen können.
In Deutschland ist als einzige Art für den Uferrand Iris pseudacorus L., die Sumpfschwertlilie, beheimatet. Von dieser Art werden verschiedene Sorten mit hell- bis dunkelgelben Blüten, darunter gefüllt blühende, aber auch Hybriden zwischen Iris pseudacorus und anderen Iris-Arten gehandelt. Da die Wildform der Sumpfschwertlilie recht groß wird, sind für kleinere Teiche auch einige kleinbleibende Formen, wie Iris pseudacorus 'Alba', auf den Markt gebracht worden. Da einerseits von den Hybriden der Iris pseudacorus nur ein Teil des möglichen Farbenspektrums abgedeckt wird, andererseits die Formengruppe relativ starkwüchsig und damit für kleinere Teiche problematisch ist, bietet sich die formenreiche Hybridgruppe der ostasiatischen Iris laevigata mit ihren plakativ wirkenden Sorten, die kaleidoskopartig von Weiß über Blau bis Rosa blühen, geradezu an.

Die systematische Stellung der Serie Laevigatae

Die Iris-Arten der Serie Laevigatae gehören zu den so genannten bartlosen Iris, den Apogon-Iris (griech. ohne Bart). Im Gegensatz dazu gibt es die so genannten Bart-Iris (Pogon-Iris), zu denen neben einer Vielzahl anderer vielfarbiger Gartenblumen die bekannten Zuchtformen der „Iris-Barbata-Elatior"-Hybriden, der Hohen Bart-Iris, zählen. Diese Pflanzen tragen auf den unteren Perigonblättern eine mehr oder weniger auffällig gefärbte, bartartige Leiste. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es weiterhin noch die Kamm-Iris der Subsektion Evansiae gibt, die statt des Bartes eine kammartige Leiste besitzen. Eine schöne Art ist hier Iris tectorum. Außer Iris laevigata Fischer, der Japanischen Schwertlilie, die auch als Sumpfiris oder Japan-Sumpfiris angeboten wird, zählen zur Serie Laevigatae noch Iris pseudacorus L., die Gelbe Sumpfschwertlilie, lris ensata Thunb. (Syn. Iris kaempferi Siebold), die Japanische Prachtschwertlilie, Iris versicolor L., die Verschiedenfarbige Schwertlilie, und Iris virginica L., die Virginia- Schwertlilie, als insgesamt feuchtigkeitsliebend. Ganzjährig im Wasser stehen Iris pseudacorus und Iris laevigata mit ihren Hybriden. Während Iris pseudacorus aber auch noch trockenen Gartenboden toleriert, benötigt Iris laevigata durchweg einen Wasserstand von etwa 10 cm über dem Rhizom. Iris ensata (Syn. Iris kaempferi) wird zwar in Bildern oft als im Wasser blühende Pflanze dargestellt, ist aber eine Art des feuchthumosen Gartenbodens. Ähnlich ist Iris versicolor mit ihren Zuchtformen zu bewerten. All diese Pflanzen werden seit vielen Jahren kultiviert und man findet außer der reinen Art noch viele farbige Zuchtformen. Besonders reichhaltig ist diesbezüglich die Palette der japanischen Iris ensata-Sorten. Ich möchte mich hier jedoch auf die Iris-Formen beschränken, die ganzjährig im Wasser stehen wollen oder können. Obwohl nicht zur Serie Laevigatae zählend, soll zum Schluss noch Iris fulva als attraktive und nicht alltägliche Art des Uferrandes vorgestellt werden.

Zur Biologie von Iris laevigata und Iris pseudacorus

Die Heimat der Japanischen Schwertlilie, Iris laevigata, ist Ostsibirien, China, Japan und Korea. Das weite Verbreitungsgebiet hat eine recht große Variabilität der Typen in Abhängigkeit vom Fundort zur Folge; die Blütenfarbe der Wildart ist jedoch immer Blau. Die Pflanze wird bis etwa 80 cm hoch. Die Blätter sind glatt (laevigata = geglättet), ohne deutliche Mittelrippe und hellgrün gefärbt. Die Pflanze bildet, wie bei rhizombildenden Iris üblich, mit zunehmendem Alter große, horstartige Bestände. Der Blütenstängel ist straff aufrecht und meist unverzweigt. Die Domblätter stehen bei dieser Art aufrecht, die unteren Perigonblätter hängen und besitzen einen gelben Mittelstreifen. Hybriden können auch seitwärts weisende oder hängende Domblätter haben. Die Blütezeit der Pflanzen liegt im Juni und ist je nach Witterung spätestens im Juli beendet. Die Samenkapseln sind rundlich und stumpf. Der bei Reife hellbraune, glänzende Samen ist halbrund. Die Keimfähigkeit ist durchweg gut. Alle Typen und Hybriden von Iris laevigata sind zum Glück absolut frosthart und können im Winter daher ohne Schutzmaßnahmen im Teich verbleiben. Iris pseudacorus ist die einzige in Deutschland heimische Wasseriris und in der Natur noch relativ häufig anzutreffen. Sie kommt an vielen meso- bis eutrophen Fließ- oder Stillgewässern vor und toleriert zeitweiliges Austrocknen der
Standorte auch über längere Zeiträume. Besonders ausladend werden Vorkommen, die im Wasser über nährstoffreichem Grund stehen. Auch im Schatten von Bruchwäldern kommt die Art leidlich voran, ohne jedoch so reichlich zu blühen wie in voller Sonne stehende Bestände. Im Juni erscheinen die lockeren, gelben Blütenstände auf steif aufrecht stehenden, stielrunden Stängeln. Hinsichtlich der Blütenmerkmale der allbekannten Art möchte ich auf die einschlägige Literatur verweisen. Blütenstand und die bis vier Zentimeter breiten Blätter sind nahezu gleichlang. Als ich vor etwa 25 Jahren begann, Sumpfschwertlilien im Gartenteich zu pflegen, verwendete ich nur die einheimische Sumpfschwertlilie, musste aber feststellen, dass die Pflanze für meinen damals winzigen Teich von ca. 8 m2 Oberfläche zu groß wurde. Dem Zufall ist es zu verdanken, dass ich einen Insidertipp bekam, der mich an eine Spezialgärtnerei für winterharte Wasser- und Sumpfpflanzen verwies. Bei diesem Besuch bekam ich erstmals die herrlichen Iris laevigata-Hybriden, aber auch wunderschöne Iris ensata und Zuchtformen von Iris pseudacorus zu sehen. Das Sortiment war für mich damals einfach überwältigend.

Die Zahl der Zuchtformen ist nahezu unüberschaubar

Es gibt von der Japanischen Sumpfschwertlilie viele Zuchtformen in den Farben Blau, Hellblau, Graublau, Weiß in vielen Nuancen, Weiß mit blauer Zeichnung sowie eine Hybride mit Iris ensata in Rosa. Formen mit den klassisch aufrechten Domblättern werden ergänzt durch Sorten, die ihre Blätter seitlich in der Schwebe halten oder auch in elegantem Bogen schirmartig nach unten tragen. Die beiden letztgenannten werden auch, obwohl nicht ganz zutreffend, als „gefüllt" blühend bezeichnet. Besonders auffallend wirkt hier die Sorte „Monstrosa". Auch eine Variegata-Form mit gelblichweiß panaschierten Blättern fehlt nicht. Die Sorten in den verschiedenartigen Blautönen, aber auch die weißen Hybriden wachsen durchweg ganzjährig bei einem Wasserstand von mehreren Zentimetern über dem Rhizom, und auch bei den harten Frösten des Winters 95/96 waren keine Ausfälle zu verzeichnen. Obwohl oft auf die Besonderheit der rosa Farbform hingewiesen worden ist, möchte ich noch einmal darauf aufmerksam machen, dass die Sorte 'Rose Queen' nicht dauerhaft im Wasser stehen darf. In dieser Hinsicht ähnelt sie einer ihrer Eltern, nämlich Iris ensata. Frischer, humoser Gartenboden ist als Substrat am besten geeignet. Als Pflanzplatz sollte man den Teichrand wählen. Es fällt mir schwer, eine Sorte als besonders schön zu favorisieren, da nahezu jede Form etwas Besonderes hat. In kleineren Gartenteichen ist es ratsam, sich auf eine höchstens zwei Sorten zu beschränken; größere Anlagen bieten Platz für eine reichere Auswahl. Um zu gewährleisten, dass Iris laevigata immer reich blüht, sollte man die Pflanzen an die sonnigsten Stellen des Gartenteichs pflanzen.

Sorten von Iris pseudacorus

Obwohl die Züchtungsarbeit mit Iris pseudacorus nicht die Menge an Formen hervorgebracht hat wie bei Iris laevigata, gibt es viele Sorten. Auch hier reicht die Palette von weißen über cremefarbenen bis hin zu blauvioletten Farbtönen bei Kreuzungen mit Iris versicolor, Iris virginica und anderen. Es existieren sowohl diploide als auch tetraploide Sorten, die teils einfach, teils „gefüllt" blühen. Wie bei Iris laevigata finden wir eine 'Variegata’- Form mit weißlich-gelb panaschiertem Laub. Als Hinweis zur Sorte `Berlin Tiger' sei gesagt, dass sie feuchten Gartenboden bevorzugt und deshalb besonders gut am Ufer des Teichs zur Geltung kommt.

Iris virginica

Betrachten wir als letzte Art der Serie Laevigatae Iris virginica. Die Art ist an der Ostküste der USA in den Staaten Virginia, Florida, Georgia und Carolina beheimatet. Sie benötigt ganzjährigen Wasserüberstand und einen sauren, humosen Boden. Die Blätter sind etwa 90 cm lang und werden von den Blütenständen überragt. Besonders schön ist die relativ neue, erst 1998 registrierte Sorte „Dark Aura" mit dunkelvioletten Blütenstielen und attraktiven blauvioletten Blumen von elegantem Aufbau. Diese Zuchtform ist wahrscheinlich ein Kreuzungsprodukt aus Iris virginica und Iris versicolor, leider ist der genaue Kreuzungsweg unbekannt.

Iris fulva

Iris fulva, eine der Louisiana-Iris, die nicht zu den Laevigata-Iris zählt, fällt durch ihren besonderen, braunroten Farbton auf. Sie zählt zur Subsektion Apogon, Serie Hexagonae, und stammt aus den südlichen Teilen der USA, hier besonders aus dem Mündungsgebiet des Mississippi. Bislang scheiterte die dauerhafte Kultur der schönen Art an ihrer fehlenden Winterhärte. Mittlerweile ist jedoch ein Klon aus Illinois im Handel, der absolut winterhart sein soll und nach meinen Erfahrungen auch ist. Jedenfalls haben meine Pflanzen die beiden harten Winter 95/96 und 96/97 gut überstanden. Iris fulva blüht von Juni bis Juli und wird nur 60 bis 80 cm hoch. Nacheinander blühen am einfach verzweigten Stängel bis zu je zwei Blüten am Stängelende und in den oberen Blattachseln auf. Wie die vorher genannten Arten und Sorten benötigt die Art einen sonnigen Standort am Teichrand bei einem Wasserstand von etwa fünf Zentimetern. Iris fulva kann jedoch, ähnlich wie Iris pseudacorus, auch über längere Zeit völlig trocken stehen. Als Nachbarn eignen sich bei all diesen Iris solche Pflanzen, die keine Ausläufer bilden, aber auch nicht zu hoch werden, damit sie nicht zu viel Schatten werfen. Geeignet sind die Scheinzypergras-Segge, Carex pseudocyperus, oder andere horstbildende Carex-Arten. Bodendecker wie das Pfennigkraut, Lysimachia nummularia, auch kleinere Gauklerblumen, Mimulus, ordnen sich problemlos in die Nachbarschaft ein. Gut geeignet sind auch Blut-Weiderich, Lythrum salicaria, und Gilbweiderich, Lysimachia vulgaris, da die Arten noch nicht voll entfaltet sind, wenn Iris laevigata blüht. Die Palette der geeigneten Nachbarpflanzen ist eigentlich so lang, dass ich hier nur andeutungsweise einige Arten ansprechen kann. Ganz abgesehen davon, dass die wasserbewohnenden Iris einschließlich ihrer Zuchtformen zu meinen Favoriten im Wassergarten zählen, sind sie eine wunderschöne Bereicherung der Gartenteiche.


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