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Manchmal unerlässlich: die Teichheizung

Wer Kompromisse beim Anlegen seines Teiches gemacht hat, wird häufig zu Jahresbeginn mit einem Fischsterben überrascht. Vor allem, wer sein Schmuckstück gedanklich in die Winterpause und sich selbst ins warme Wohnzimmer geschickt hat, übersieht dabei manchmal ein paar kritische Punkte. Denn auch in den kühlen Wintermonaten sollte der Teich überwacht werden, vor allem die Temperatur spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn für die wechselwarmen Teichfische kann die über Leben und Tod entscheiden, gerade in der kalten Jahreszeit.

Andere Länder, andere Fische?

Die wohl mit Abstand am häufigsten im Teich gepflegten Fische sind vermutlich die Karpfenartigen wie Koi und Goldfische. Häufig wird beim Erwerb aber dabei völlig außer Acht gelassen, woher diese ursprünglich kommen und wie sie aufgezogen wurden. Vor allem in asiatischen Ländern existieren Zuchtfarmen, in denen diese Tiere zur Welt kommen und aufwachsen, bis sie irgendwann in unserem Teich schwimmen. Meist sind diese eher von der Umwelt abgeschottet und werden überdacht gepflegt, damit Krankheitserreger erst gar nicht ins Wasser eindringen können, andererseits herrschen dort auch andere klimatische Bedingungen als in unseren Breitengraden. Damit die Tiere vor allem zügig verkaufsfertig sind, werden sie daher außerdem in temperiertem Wasser gepflegt, das ihren Stoffwechsel und damit ihr Wachstum auf Trab hält. Die typische Winterruhe, die Karpfen üblicherweise einlegen würden, ist ihnen daher quasi abtrainiert worden. Auch ihre natürlichen Abwehrreaktionen auf Pathogene sind eher schlecht ausgeprägt, wenn ihr Teichwasser auf andere Temperaturen absinkt.

Deutsche Verhältnisse

Am aktivsten und „auf Temperatur“ sind Koi & Co. ab ca. 24 °C, denn dann laufen sämtliche Stoffwechselvorgänge auf Hochtouren und auch die körpereigene Immunabwehr ist scharf gestellt. Da die Fische ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, also wechselwarm sind, sind sie abhängig von der Temperatur, die sie umgibt. Zwar stellen sie ihre Körperfunktionen mit absinkenden Temperaturen im Herbst und Winter auf die neue Situation um und ruhen daher am Teichboden, ein Überleben zur frostigen Jahreszeit ist aber auch nur gewährleistet, wenn der Teich nicht kälter als 4 Grad wird.

Daher sollte gerade beim Anlegen des Teiches dieser Umstand beachtet und dieser daher entsprechend platziert werden. Hilfreich können daher durchaus Baumgruppen sein, die den kalten Winterwind abfangen und das Teichwasser nicht zusätzlich abkühlen. Auch eine gute Randbepflanzung kann einfallenden Schnee oder den Eintrag von Regenwasser reduzieren. Vor allem Freiflächen tragen unter anderem zu einer erhöhten Verdunstungskälte bei. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem eine entsprechende Teichtiefe, denn gerade diese entscheidet zuweilen über Sein oder nicht sein. Ab einer Tiefe von rund einem Meter fünfzig und einem Teichvolumen zwischen 15-20.000 Litern bleibt die Wassertemperatur aber recht stabil und weist ungefähr 4-5 Grad auf. Regelmäßiges manuelles Nachmessen desselben trägt ebenfalls dazu bei, das Leben der Tiere zu schützen. Deswegen sollte auf das Anlegen von flachen Teichen eher verzichtet werden, da hier eine zum Überleben notwendige Temperatur nicht gehalten werden kann und auch das Immunsystem der Teichfische in Mitleidenschaft gezogen wird. Mit einer Teichbeheizung lassen sich aber auch diese Teiche einigermaßen stabil betreiben.


Vorbereitung

Häufig wird „Teichbeheizung“ missverstanden und womöglich mit aquaristischen Verhältnissen verwechselt. Tropische Süßwasserfische im Aquarium benötige durchaus ganzjährig warme Wassertemperaturen, im Teich verhindert ein Teichheizer das Zufrieren des Teiches sowie ein zu starkes Auskühlen desselben. Auch die wechselnden Außentemperaturen zwischen -10 bis +10 Grad wirken sich nachteilig auf die Fischgesundheit aus. Die ständigen Schwankungen sorgen für Unruhe im Fischorganismus, der dann ebenfalls hoch und runtergefahren wird. Mit einer kontinuierlichen Wassertemperatur können Spätfolgen, die meist im Frühjahr auftreten, daher effektiv verhindert werden. Ebenfalls solltest du darauf achten, dass die Teichoberfläche nicht allzu sehr bewegt wird, um ein weiteres Abkühlen zu vermeiden. Der Teichboden stellt im Winter die wärmste Zone dar, in die sich deine Fische zurückziehen.

Kurz vor Einbrechen des Herbstes sollte der Intervall der Temperaturkontrolle in kürzeren Abständen stattfinden um plötzliche Temperaturabstürze zu verhindern, die stellenweise auch im Frühling vorkommen. Mit einem Teichheizer lässt sich das gut bewerkstelligen. Auch ein Eisfreihalter kann ein Zufrieren der Wasseroberfläche verhindern, sodass ein Gasaustausch stattfinden kann. Ein rechtzeitiges Vorbereiten auf die kalte Jahreszeit unter Berücksichtigung der Lage des Teiches, des Besatzes und der Wetterverhältnisse kann aber vor bösen Überraschungen schützen. Auch mit speziellen Isolierfolien kann ein zu starkes Abkühlen verhindert werden. Damit deine Tiere sicher durch den Winter kommen solltest du sie mit einem vitaminreichen Winterfutter darauf vorbereiten. Je besser dein Teich temperiert ist, desto eher bleiben auch deine Fische aktiv und verfügen dadurch über eine kontinuierliche Immunabwehr.

Sobald die Temperaturen wieder nach oben klettern, erwacht auch dein Teich langsam wieder aus seiner Lethargie. Beginne langsam wieder mit dem Füttern und beachte dabei auch immer die Wassertemperaturen, denn das Futter orientiert sich daran. Setze daher auf ein leichtes Frühjahrsfutter, das du bei Temperaturen zwischen 8-12 °C anbietest und gegen ein proteinreiches Energiefutter in den Sommermonaten wechselst.

Zum Schluss

Mit ein wenig Zutun bringst du deine Tiere sicher durch die kalte Jahreszeit ohne dabei im folgenden Frühjahr mit bösen Überraschungen konfrontiert zu werden. Halte auch im Winter immer ein Auge auf deine Wasserwerte und beobachte deine Tiere, denn sie geben dir rasch Aufschluss darüber, ob du womöglich Maßnahmen ergreifen musst. Wenn du dir unschlüssig bist, zögere nicht, Rat einzuholen.


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