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Minnows, Shiner und Chubs Die etwas anderen Fische für den Gartenteich

„Kaltwasserfische" für den Gartenteich werden in Fachhandel und Züchtereien in unterschiedlichen Arten und Varietäten angeboten. Doch nicht jeder Fisch, der als Teichbesatz empfohlen wird, ist auch uneingeschränkt winterhart, was nicht zuletzt Koibesitzer und die Halter von Goldfischhochzuchten nach kräftigen Kälteeinbrüchen oftmals schmerzhaft feststellen müssen. Was ist nun aber ein Kaltwasserfisch? Eine genaue Definition dürfte schwierig sein, denn zu unterschiedlich in ihren Bedürfnissen sind die so bezeichneten Arten und Formen. Sicher gehört nicht nur unsere heimische Fischwelt dazu Versuchen wir, die Gruppe etwas größer zu fassen Kaltwasserfische sind solche Tiere, die wir ganzjährig im frostsicheren Teich oder unbeheizten Aquarium halten können. Kaltwasserfische müssen also nicht zwingend in der Lage sein, unsere durchschnittlichen Winter im Freien zu überleben. Auch wertvolle Koi überwintern manche Halter ja in frostfreien Räumen. Nicht jeder Kaltwasserfisch lebt permanent in kaltem Wasser. Gerade der Sommer 2003 hat gezeigt, dass nicht nur Teiche und Tümpel, sondern auch Kanäle, Bäche und Flüsse auf durchaus tropische Temperaturen aufgeheizt werden können. Auch solche Werte müssen unsere Kaltwasserfische aushalten und überstehen, soll der Fortbestand ihrer Art gesichert sein. Unter den oben genannten Aspekten lässt sich die Anzahl für einen Gartenteich geeigneter Arten erheblich erweitern Hier sollen einmal als hübsche Alternativen zu den zahlreichen Zuchtformen einige Arten aus Nordamerika vorgestellt werden, die der umfangreichen Familie Cyprimdae angehören und von den Amerikanern umgangssprachlich als shiner, minnow oder chub bezeichnet werden.

Ein guter Bekannter

Allein die Gattung Cyprinella umfasst heute 24 US-amerikanische und neun mexikanische Arten, im Grenzgebiet mitl einigen Überschneidungen, von denen viele Formen auch für den Gartenteich oder das Aquarium interessant sind, wenn sie nur dem Hobby zugänglich wären. Ihr zugerechnet wird auch die in Deutschland bekannteste Art des Verwandtschaftskreises, die Amerikanische Rotflossenorfe, deren wissenschaftlicher Name Cyprinella lutrensis lautet. Sie ist in vielen Büchern und Artikeln noch unter ihrem alten Namen Notropis lutrensis zu finden. Mit Einsetzen der Teichsaison ist dieser Fisch, der mit unserer heimischen Orfe, Leuciscus idus, die ja bis zu 80 cm Länge erreichen kann gegenüber den 9 cm der Rotflossenorfe, nicht besonders viel gemein hat, im Handel relativ häufig anzutreffen. Er findet auch durchaus Absatz, denn die Farben sind bemerkenswert: Sein Körper schimmert intensiv blau, während bis auf die Rückenflosse alle anderen Flossen orangefarben bis rot sind. Diese Tiere stammen überwiegend aus südostasiatischen Züchtereien, was kein Manko ist. Ich finde es nur sehr schade, dass die asiatischen Züchter oder Exporteure anscheinend akribisch darauf achten, möglichst nur Männchen zu verschicken. Weibliche Cyprinella lutrensis sind nämlich silbrig mit farblosen Flossen und solche Exemplare findet man unter den Importen so gut wie gar nicht. Ob man uns hier nur mit besonders hübschen Fischen verwöhnen oder eher Zufallszuchten verhindern will, darf jeder gerne selbst beurteilen. Wer im Fachhandel auf beide Geschlechter trifft, es gibt ja auch europäische Nachzuchten, sollte schnell zugreifen. In einem hellen Teich mit guten Sichtverhältnissen sind die Fische eine wahre Augenweide, und wenn sie sich noch fortpflanzen, ist das doppelt so schön. Bei ausreichend Versteckplätzen kommen dann sicher Jungfische auf und der Bestand erhöht sich ganz von alleine.

Weitere Arten

Was in den USA noch für potenzielle Teichfische schwimmen, soll an einigen weiteren Arten gezeigt werden. Als blue shiner, Cyprinella caerulea, bezeichnen die Amerikaner einen nahen Verwandten der Amerikanischen Rotflossenorfe, der ebenfalls maximal zehn Zentimeter Länge erreicht. Er lebt wie Cyprinella gibbsi, der Tallapoosa shiner, und viele andere Formen dieser Fischgruppe in Fließgewässern, in denen echte Wasservegetation häufig fehlt. Alle diese meist nur um sechs, manchmal bis zwölf Zentimeter lang werdenden Fische bevorzugen eher das freie Wasser über Sand-, Kies- oder Felsboden. Oft kommen die shiner in ihren Heimatgewässern mit anderen Karpfenfischen gemeinsam in losen Verbänden vor. Im Einzug des Tallapoosa River (Georgia, Alabama) zum Beispiel findet man zusammen mit Cyprinella gibbsi zwei Arten ähnlicher Größe, bei denen es sich um so genannte minnows oder chubs handelt. Außerdem lebt dort Hemitremia flammea, dessen amerikanischer Name in der Umgangssprache flame chub lautet und auf die kräftig orangerote Körperfärbung der Männchen während der Fortpflanzungsphase hindeutet. Gerade diese Art wäre für die Teichhaltung ebenfalls sehr interessant, weil sie mit einer Totallänge von knapp unter sieben Zentimetern gut zu den Cyprinella passt. In der Fortpflanzungsphase, sie beginnt überwiegend bei steigenden Wassertemperaturen im späten Frühjahr und hält bis weit in den Sommer an, verändert sich besonders das Aussehen der Männchen vieler Cypriniden recht auffällig. Arten wie Notropis lutipinnis, der yelowfin shiner, sehen dann geradezu spektakulär aus. Aber nicht nur, dass sich die Körperfarben intensivieren, nein, es stellt sich auch bei vielen Arten ein Laichausschlag ein, den man oberflächlich fast mit einem Krankheitsbefall verwechseln könnte. Tatsächlich handelt es sich aber nur um lokal auftretende Verhornungen, überwiegend im Kopfbereich der Männchen, die in der Literatur mitunter als Perlorgane bezeichnet werden. Gerade Arten der Gattung Campostoma, so genannte stoneroller, haben einen besonders starken Laichausschlag.

Teichgestaltung

Wie bereits erwähnt, sind die Lebensräume dieser Fische fast immer nicht ganz so idyllisch, wie man seinen Teich realisieren möchte. Das ist allerdings kein Problem, da die Fische jegliche Randbepflanzung tolerieren, wenn nur ausreichend freier Schwimmraum vorhanden ist. Als Bodengrund bewährt sich mittelgrober Kies, dem man noch einige Steinbrocken und sogar Moorkienholz beigeben darf, um eine Abwechslung im Relief zu erzielen. Als Fließgewässerbewohner bevorzugen die Fische leicht bewegtes Wasser. Wer sowieso einen Teichfilter einsetzt, muss sich weiter keine Gedanken machen. Flat ein filterloser Teich hingegen Südlage, empfiehlt sich zumindest während der heißen Sommermonate der Einsatz einer Membranpumpe zur Wasserbelüftung.

Wasserwerte

So unterschiedlich wie die nordamerikanischen Cypriniden sind, so verschieden können auch die Wasserwerte in den Biotopen sein. Da jedoch Arten aus Gewässern mit Extremwerten kaum den Weg in den Handel finden werden, muss der Teichbesitzer oder Aquarianer in dieser Richtung keine besonderen Anstrengungen unternehmen. Mit Wasser, dessen pH-Wert um den Neutralpunkt liegt, die Härte kann von weich bis mittelhart reichen, kann man zumindest im Hinblick auf die Haltung nichts falsch machen.

Ernährung

Diese schwimmaktiven Fische sind fast immer Allesfresser, die bereits im Gartenteich einiges an Futter finden. Wenn in Abhängigkeit vom Besatz dennoch zugefüttert werden muss, dann kann man bedenkenlos auf gängiges Teichfutter zurückgreifen. Allerdings ist hier, wie häufig im Leben, wenig oft mehr. Jedenfalls darf nicht übermäßig viel Nahrung gereicht werden, denn Wasserbelastungen durch verderbendes Futter wirken sich immer schädlich aus.

Das Winterproblem

Auch in den USA kommt es im Winter zu starken Kälteeinbrüchen, die von der Tier- und Pflanzenwelt überstanden werden müssen. Allerdings sind sie zumindest in den südlicheren Landesteilen längst nicht so lange andauernd wie manchmal bei uns. Wer einen sehr tiefen Teich besitzt, der nicht bis zum Grund zufrieren kann, ist zwar in der Regel auf der sicheren Seite, um aber grundsätzlich Verluste zu vermeiden, lohnt es sich, im Spätherbst den Besatz abzufischen und die Fische in einem entsprechend dimensionierten Aquarium oder Bottich für die kalte Jahreszeit frostfrei unterzubringen. Oft genügt dazu ein ungeheizter Kellerraum. Bei niedrigen Wassertemperaturen sind die Tiere nur mäßig aktiv und ihr Energiebedarf ist so gering, dass kaum gefüttert werden muss. Ende April können dann die Fische wieder zurück in ihr Freilanddomizil ziehen.

Ausblicke

Wer einen Naturteich mag und darin nicht zu große Fische pflegen möchte, der ist mit den kleinen Cypriniden gut beraten.


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