Muscheln im Gartenteich

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Welche Voraussetzungen muss mein Teich erfüllen?

Da Teichmuscheln ca. 40 Liter in der Stunde und somit knapp 1.000 Liter Wasser pro Tag filtern um ihre Nahrung zu gewinnen, sollte Ihr Teich entsprechend groß sein. Dabei sollte bedacht werden, dass auch anfangs kleine Muscheln zu Beginn zwar zwischen 6-10 cm groß sind, aber bis zu 20 cm Größe erreichen können und dementsprechend viel Futter benötigen. Daher sollte die Anzahl der Muscheln der Teichgröße angepasst sein.

Schon gewusst? Malermuscheln können bis zu 15 Jahre alt werden!

Damit die Muscheln genügend Nahrung zur Verfügung haben, die sie ausschließlich durch Filtration zu sich nehmen können, sollte pro ausgewachsener Muscheln mindesten 120 Liter Wasser zur Verfügung stehen, auch sollte der Teich mindestens 80 cm tief sein, damit sie problemlos überwintern können. In einem Naturteich kann pro Kubikmeter eine Teichmuschel eingesetzt werden.

Als Untergrund eignet sich ein sandig-kiesiger Boden, der mindestens 10 Zentimeter hoch sein sollte. Während des Filtrierens ist die Muschel halb darin eingegraben, um einen sicheren Halt zu haben. Im Anschluss vergräbt sie sich um zu verdauen und auszuruhen. Am liebsten sitzen die Muscheln am Teichrand, außerhalb der Bewuchszone, jedoch nah genug, um von der Strömung Nahrung zugespielt zu kriegen.

Da sie sich nur langsam fortbewegen und sie Nahrung nicht wie Schnecken zu sich nehmen, ist eine entsprechende Strömung unabdingbar. Ohne diese können sie die Schwebstoffe nicht auf dem Wasser filtern und würden irgendwann verhungern.

Was fressen Muscheln?

Unio pictorum ernährt sich von Schwebestoffen, also hauptsächlich Abfallstoffen der im Teich lebenden Fische und Pflanzen. Sie sind somit die Müllabfuhr des Teichs und den ganzen Tag beschäftigt. Bei kleineren Teichanlagen können dank der starken Filtrationseigenschaften der Muscheln teilweise sogar die Filteranlagen durch diese ersetzt werden. Allerdings sollte auch dieser Teich über ausreichend Strömung verfügen und entsprechend „eingefahren“ sein, sodass die Muscheln genug zu futtern finden. In jungen oder besonders sauberen Teichen wird sie anderenfalls verhungern und sollte zu gefüttert werden wie beispielsweise Spirulina oder Phytoplankton, das man mit etwas Wasser anrühren und mit einer Pipette in die Nähe ihres Mundes spritzen kann.

 

Teichnachbarn

Eine ausgewachsene Teichmuschel wird keinem anderen im Teich lebenden Tier, zur Gefahr. Muscheln haben keine „Zähne“ oder anderweitige Waffen. Vielmehr ist die Muschel in der Bedrängnis, wenn Fische eingesetzt wurden und ein besonders neugieriges Exemplar sie beim Filtrieren stört. Allerdings klappen Muscheln sich auch schnell zusammen, wenn Gefahr droht, sodass beide Parteien äußerst friedvoll nebeneinander auskommen.

Vermehrung

Im Sommer ist die Brutzeit der Malermuschel. Diese dauert ca. 4-6 Wochen. Die zwittrige Muschel entwickelt in besonderen Fächern Eier und bringt lebende und vollentwickelte Mini-Muscheln zur Welt. Zunächst entwickeln sich diese noch in ihrem Brutraum und durchlaufen mehrere Larvenstadien. Beim Ablaichen der Fische in die Muschel haken sich die Muschellarven in deren Kiemenblätter. Sie leben dort parasitär und werden im Anschluss vom Fisch abgescheuert und beginnen nun ein Leben als eigenständig filtrierende Muscheln. Vor allem Bitterlinge sind gute Symbiosepartner, denn die Männchen beginnen erst in Anwesenheit von Muscheln der Gattungen Unio, Anodonta oder Pseudanodonta zu balzen. Die Weibchen legen ihre Eier in die Kiemenkammer der Muscheln, wo die Jungen unbeschadet heranwachsen können. Als Faustformel sollte dabei immer eine Muschel auf zwei Fische gerechnet werden.

Überwinterung

Damit die Teichmuscheln richtig überwintern können, müssen diese vor Beginn der Frostperiode vom Rand des Teiches in die Mitte, den tiefsten Punkt des Teiches, umziehen. Wichtig hierbei ist, dass diese Stelle nicht zufriert.

Hierzu nimmt man einen Kübel oder Eimer und füllt diesen  ca. 20-30 cm hoch mit Sand. Im Anschluss setzt man die Muscheln in den Kübel. Damit sich kein Tier verletzt, ist darauf zu achten, dass man die Tiere nicht in den Sand steckt, sondern oben auf legt. Sie werden sich selbst eingraben. Nun kann man den Kübel mit einem Seil an der tiefsten Stelle des Teichs herablassen.  Sobald die frostige Zeit ihren Griff lockert und es keine oder nur noch eine sehr dünne Eisschicht auf dem Teich gibt, können die Muscheln wieder herausgeholt und neu ausgesetzt werden.

Hierzu setzt man diese wie gewohnt an den Teichrand, unterhalb der Bewuchszone, im Abstand ca. 30 cm zueinander. Dadurch entsteht keine direkte Nahrungskonkurrenz.

Muscheln transportieren

Im Gegensatz zu Fischen sollten Muscheln nicht mit Wasser transportiert werden. Gerade im Sommer kann sich dieses gefährlich hoch erwärmen und wir zudem verunreinigt, sodass die Muschel erstickt. Auch wird die Muschel versuchen, das Wasser im Beutel zu filtrieren, was sie erhebliche Kraft kostet und den letzten Sauerstoff verbraucht. Daher sollten Muscheln ohne Wasser aber mit Sauerstoff verpackt werden. Vor allem größere Exemplare sollten einzeln eingepackt werden, damit ihre Gehäuse unterwegs nicht aneinander schlagen.

Muschel eingewöhnen

Im neuen Zuhause angekommen sollten Muscheln genauso wie auch andere Teichbewohner, vorsichtig an ihr neues Zuhause gewöhnt werden. Der Transportbeutel kann dazu auf die Wasseroberfläche gelegt werden, damit sich die Temperaturen angleichen. Anschließend wird die Muschel entnommen und in eine Schüssel gelegt, die etappenweise mit Teichwasser aufgefüllt wird. Anschließend legt man die Teichmuschel an eine flache Stelle am Teichrand und dreht sie ein paar Mal um die eigene Achse, damit noch vorhandene Luftreste entweichen und sie sich anschließen ihr neues Plätzchen suchen kann.

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