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Natursteine für den Garten

Natürliche Wege und dekorative Steine im Garten sind Orte des Lebens. Sie schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Wildpflanzen können sich in Pflasterfugen oder rund um Steine ansiedeln und locken heimische Tierarten in den Garten. Ist es da nicht stimmig, auch heimische Natursteinsorten zu verwenden? Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt.

Nur Natursteine im Naturgarten verwenden?

Naturstein und Naturgarten gehören zusammen, so scheint es. Die Schönheit der Natursteine erfreut die meisten Menschen und insbesondere Naturgärtnerinnen und Naturgärtner. Steine zeigen, wie sie entstanden sind, Natursteine lassen uns die Erdgeschichte erahnen. Betonsteine hingegen wirken kühl und technisch. Die Hersteller haben auf den Wunsch der Kunden reagiert und bieten inzwischen Betonsteine an, die die Oberflächen von Natursteinen imitieren. Aber nur selten wirken solche Steine auf lange Sicht schön. Während Natursteine mit der Zeit eine „Patina“ bekommen und immer schöner werden, werden alternde Betonsteine unansehnlich. Farben verblassen, glänzende Oberflächen werden stumpf, auch die exakten Kanten können durch Erosion oder Nutzung irgendwann wie angeknabbert wirken. Aber für manche Projekte sind Wege und Plätze aus Naturstein schlicht zu teuer. Es ist durchaus möglich, auch lebendige Wege ästhetisch ansprechend mit Betonsteinen zu gestalten. Und wenn wir Natursteine und Betonsteine unter ökologischen Aspekten vergleichen, dann schneiden Betonsteine erstaunlich gut ab.

Ökologischer und sozialer Fußabdruck der Wegebaumaterialien

Naturgärtner schauen auch weit über ihren Gartenzaun. Es ist ja nicht nur wichtig, im eigenen Garten Lebensräume zu schaffen. Die Materialien, die wir verwenden, sollen auch bei ihrer Produktion und Entsorgung keine Lebensräume beeinträchtigen oder andere negative Auswirkungen haben. Das heißt es sollen keine schädlichen Stoffe in die Umwelt gelangen. Aber auch die Menschen, die das Material produzieren, sollten in einem gerechten Arbeitsverhältnis beschäftigt sein. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist zudem der „energetische Rucksack“, den ein Produkt trägt, also der Energieverbrauch bei Produktion, Gebrauch und Entsorgung, zu bedenken. Wir wollen also so etwas wie den ökologischen und den sozialen Fußabdruck, den wir bei der Verwendung der Baumaterialien hinterlassen, betrachten. Wenn wir uns zunächst nur den Energieverbrauch anschauen, stellen wir erstaunt fest, dass Betonsteine im Vergleich zu Natursteinen besonders gut abschneiden (siehe Tabelle auf dieser Seite). Und das, obwohl der Energieverbrauch bei der Zementherstellung ja nicht unerheblich ist. Wie kann das sein? Um Natursteine aus einem Steinbruch zu gewinnen, werden schwere Maschinen, die viel Energie verbrauchen, eingesetzt. In der Regel kommen auch noch lange Transportwege hinzu. Etwa 60 Prozent der bei uns verkauften Natursteine kommen inzwischen aus Übersee, vor allem aus China, Indien und Brasilien. Betonsteine werden in der Regel ortsnah produziert, da es hierzulande ein Netz von Betonwerken gibt. Für eine verantwortliche Nutzung der Materialien ist es aber auch wichtig zu betrachten, wie das, was wir einkaufen, produziert wurde. Viele Menschen achten auf Waren aus dem Fairen Handel. Ihnen macht es keine Freude, in ihrem Garten über Steine zu laufen, die von Menschen produziert wurden, die keinen angemessenen Lohn für ihre Arbeit bekommen haben und die durch die Produktionsbedingungen Schäden an Leib und Seele davontragen. In den Steinbrüchen in Übersee werden oft auch Kinder und Frauen, nicht selten auch Zwangsarbeiter, eingesetzt. Immer wieder gibt es Berichte, dass der Schutz der Gesundheit kaum gewährleistet ist. Beim Brechen der Steine werden gesundheitsschädliche Stäube frei und sowohl für Kinder als auch für Schwangere ist das Heben von schweren Lasten gesundheitsschädlich. Es gibt jedoch inzwischen mit Gütesiegeln wie „Xertifix“ oder „fairstone“ zertifizierte Anbieter von Natursteinen, die sozialverträglich produzieren. Produzenten, deren Steine diese Gütesiegel tragen, verpflichten sich, ohne Kinder- und Zwangsarbeit und nach bestimmten sozialen Standards zu arbeiten. Besonders sinnvoll ist es, Natursteine aus lokalen Quellen zu wählen. Dann sind die Transportwege kurz und man kann sichergehen, dass die Arbeiter im Steinbruch in sozialer Sicherheit leben. Außerdem ist es natürlich auch besonders reizvoll, wenn wir in unserem Garten nicht nur heimische Wildpflanzen ansiedeln, woll, sondern auch mit den Natursteinen gestalten, die in der Nachbarschaft der Wildpflanzen in der freien Natur vorkommen.

Passende Natursteine finden

Naturstein ist ein faszinierendes Material, er ist greifbare Erdgeschichte. Ein Sedimentgestein wie Kalksandstein oder Grauwacke ist ein Stück zu Stein verfestigter Meeres-, See- oder Flussboden. Solche Steine sind zumeist leicht spaltbar, manchmal können wir an den Spaltflächen Versteinerungen der Bewohner der urzeitlichen Meere finden. Erstarrungsgesteine oder magmatische Gesteine, beispielsweise Granit, bestehen aus fest gewordener, ursprünglich flüssiger Erdkruste. Wenn Gesteine in den unteren Bereichen der Erdkruste unter hohem Druck weiter verfestigt werden, ohne vorher zu schmelzen, dann spricht man von metamorphem Gestein. Ein bekanntes Beispiel ist der aus Kalkstein oder Dolomit entstandene Marmor. Auch in Mitteleuropa gibt es viele verschiedene Natursteine. Herkunft, Farbe und Eignung für den Wegebau gibt die Tabelle auf der rechten Seite wieder. Nicht jeder Naturstein ist auch für den Außenbereich geeignet. Regen und Frost dürfen die Steine nicht schädigen können. Manche Sandsteine, Kalksteine, Porphyre und Travertine sind nicht ausreichend dauerhaft. Lassen Sie sich daher von Ihrem Lieferanten Frosthärte und die Eignung für den Außenbereich schriftlich zusichern.

Recyclingmaterial statt Neuware

Ökologisch besonders sinnvoll ist der Einbau von wiederverwendetem Material. Natursteine werden mit der Zeit immer schöner (im Gegensatz zum Betonstein) und können auch gut aus zweiter Hand erworben werden. Dieses Material hat dieselbe bautechnische Qualität wie Neumaterial, bringt aber sofort die Stimmung eines gediegenen, „historisch“ anmutenden Wegs in den Garten und ist deshalb ziemlich begehrt. Wesentlich preiswerter ist es durch die hohe Nachfrage daher leider nicht. Es sei denn, man hat Glück und kennt privat eine Fläche, auf der Natursteine ausgebaut werden (können) und das Pflaster direkt von dem derzeitigen Besitzer erworben werden kann. Auch Betonplatten und Betonpflastersteine kann man wiederverwenden. Insbesondere, wenn die Betonsteine zusammen mit Natursteinen und/oder Pflasterklinkern zu einem fantasievollen Belagsmuster verlegt werden, können sehr schöne Wege gestaltet werden. Bei der Verwendung verschiedener Materialien ist es am besten, wenn diese ungefähr dieselbe Dicke haben, damit die Bettung unter den Steinen nicht unterschiedlich hoch sein muss.

Altmaterialien für den Unterbau

Abbruchmaterialien müssen, wie andere Abfälle auch, so weit wie möglich wiederverwertet werden. Dies legt in Deutschland das Kreislaufwirtschaftsgesetz fest. Auch in der Schweiz und in Österreich gibt es ähnliche Regelungen (Technische Verordnung über Abfälle in der Schweiz; Abfallwirtschaftsgesetz in Österreich). Materialien aus dem Abbruch von Häusern oder auch von Wegen und Straßen werden gesiebt und gereinigt und dann als Wegebauschotter verkauft. Da liegt es doch nahe, auch dieses Material im Wegebau zu verwenden. Ein anderer Recyclingstoff, der vor allem in Bergbauregionen angeboten wird, ist Hochofenschlacke. Aber Vorsicht! Alle Recycling-Materialien können mit Schadstoffen, z. B. aus der Bauchemie, verunreinigt sein. Besonders sorgfältig sollten wir die Verwendung von Recyclingschotter, kurz „RCL“ genannt, für eine Verwendung im Naturgarten prüfen. Wir wollen unsere Wege ja versickerungsoffen bauen und so könnten im Schotter vorhandene Schadstoffe vom Regenwasser ausgespült werden und in den Boden, letztendlich auch ins Grundwasser, gelangen. Auch die Verwaltungen in den Städten und Gemeinden haben erkannt, dass Recyclingschotter nicht unbedenklich ist. In Deutschland wird der Schotter deshalb auf Schadstoffe untersucht und den für alle Abfälle geltenden Schadstoffklassen von Z0 (unbelasteter Bodenaushub) bis Z4 zugeordnet: Z1 und Z2 dürfen als Straßenbaumaterial verwendet werden, wobei Z1 noch einmal in Z1.1. und Z1.2. unterteilt ist. Für Österreich gibt es eine ähnliche Einstufung in die Klassen A+, A und B. In der Schweiz wird Recyclingmaterial bevorzugt als Zuschlagstoff für Recyclingbeton eingesetzt und kaum als Schotter angeboten. Es ist wichtig zu wissen, dass auch in der besseren Qualität Z1. 1. noch eine erhebliche Menge an Schadstoffen im Material erlaubt ist: So liegt der Wert für Kohlenwasserstoffe beim Dreifachen, für Blei und Chrom beim Doppelten der Werte für Aushub (Z0). Die schlechtere Kategorie von Recyclingmaterial (Z2) darf überhaupt nicht in versickerungsoffener Bauweise eingebaut werden. In den meisten Wasserschutzgebieten ist die Verwendung von Materialien aus Bauschutt ganz verboten. Wenn größere Mengen von Betonrecyclingschotter außerhalb von Wasserschutzgebieten eingebaut werden, dann ist dies in der Regel den Wasserschutzbehörden anzuzeigen. Wer Betonrecyclingschotter einbaut, sollte wissen, dass dieses Material wegen der enthaltenen Zementreste oft die Eigenschaft hat, abzubinden, also eine feste und mehr oder weniger dichte Schicht zu bilden. Das kann sogar dazu führen, dass überhaupt kein Wasser mehr durch die Materialien hindurch versickern kann. Unter einer Asphaltschicht ist das vielleicht kein Problem, ein Blumenschotterrasen über einer dichten Tragschicht aus Betonrecyclingschotter steht dann aber bei Regen „im Sumpf", was den Pflanzen schadet und auch die Tragfähigkeit der oberen Schotterschicht beeinträchtigt. Recyclingschotter sollte also nur nach sorgfältiger Planung und in zertifizierter Qualität eingebaut werden. Da ist Fachwissen gefragt. In Selbstbauprojekten ohne fachliche Begleitung empfiehlt sich die Verwendung von Natursteinschotter oder -kies für den Unterbau.


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