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Rotfedern gegen Entengrütze im Gartenteich

 

Rotfedern und Entengrütze

Es klingt wie ein Dinner im Fischrestaurant, aber: Haben sie im Gartenteich schon einmal Probleme mit Entengrütze gehabt? Eigentlich ist das kein Problem, denn das Wasser bleibt unter der Grütze sehr klar und im Sommer kühl. Die Sicht in den Teich wird allerdings stark behindert.

Diese Wasserlinsendecke, die im Volksmund auch als Entengrütze bezeichnet wird, kann man mit verschiedenen Fischen "bekämpfen". So fressen Döbel, Hasel, Moderlieschen, Plötze und Rotfeder mehr oder weniger die Wasserlinsen von der Wasseroberfläche. In einigen Teichen allerdings explodieren die Wasserlinsen geradezu und bilden mit Schwimmfarnen und Wasserlebermoosen eigene, das Gewässer abdeckende Pflanzengesellschaften. Meist sind diese Teiche voll besonnt und mehr oder weniger nährstoffbelastet. Deshalb hilft das Einsetzen der genannten Fischarten nicht immer und der Gartenteichbesitzer sollte bei der Arbeit der Fische nachhelfen. Er kann z.B. mit einem Kescher die Wasserlinsen weitgehend absammeln, so dass die Fische nur noch den Rest vertilgen müssen. Andererseits fressen die Fische, wenn sie nicht zusätzlich gefüttert werden, was ihnen auch nicht schadet, die Wasserlinsen schneller von der Oberfläche. Für die Fische ist dieses Futter zusätzlich positiv, denn es ist ein gesundes Naturfutter. Der Fisch, der uns Teichbesitzern in Europa am besten helfen kann, ist die heimische Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus), die inzwischen von vielen Satzfischzüchtern und Gartenzentern für die Teiche angeboten wird. Rotfedern sind ca. 15 bis 30 (max. 45) cm lange Oberflächenfische, die noch dazu durch ihre ockergelbe Rückenfärbung und die oft blutroten Flossen an klaren Gartenteichen sehr gut zu beobachten sind. Ihr oberständiges Maul zeigt an, dass sie auf Nahrung von der Teichoberfläche speziallisiert ist. Neben Anfluginsekten holen sie sich dabei auch allerlei Sämereien und Phytoplankton von der Oberfläche. Das oberständige Maul ist auch sicherstes Kennzeichen zur Unterscheidung von der sehr ähnlichen Plötze mit ihrem endständigen Maul. Da immer wieder Hybriden zwischen beiden Arten auftreten, sind der kräftigere Körper und die niemals rote Augenfarbe der Rotfeder heute kaum noch sichere Merkmale für die korrekte Unterscheidung zur häufigeren Plötze, die auch Rotauge genannt wird. Zwischen Bauch- und Afterflosse ist der Bauch der Rotfeder jedoch durch die Schuppenstellung scharf gekielt, während er bei der Plötze gerundet ist.

In der Natur bevorzugt die Rotfeder stehende und langsam fließende Gewässer mit reichen Pflanzenbeständen und weichem Grund. Der Fisch ist in Mitteleuropa eigentlich überall vorhanden, lokal jedoch schon sehr selten und deshalb wie z.B. in Sachsen auf der Roten Liste als ,,gefährdet" eingestuft. In den Alpen steigt er noch bis in ca. 1.800 m Höhe auf. Früher war er ein häufiger Beifisch in Karpfenteichen, heute wird er oft als Futterkonkurrent der Karpfen beseitigt. Als Futterfisch für Hecht und Zander hat er aber seine Bedeutung. Als Schwarmfisch durchstreift die Rotfeder in kleinen Rudeln die Uferregionen. Auch im Gartenteich ist sie immer aktiv, weshalb dieser für erwachsene Exemplare mindestens 3 m lang sein sollte. Laichreif werden Rotfedern im 2. bis 3. Lebensjahr. Die Laichzeit liegt zwischen den Monaten April und Juli. Die klebrigen Eier werden an Pflanzen abgelegt. In der Laichzeit zeigen auch die Männchen der Rotfedern den typischen Laichausschlag der so genannten Weißfische in Form weißer Punkte auf dem Kopf. Stehen genügend Wasserpflanzen zur Verfügung, laichen die Tiere im ausreichend groß dimensionierten Gartenteich auch ab. Die Jungen brauchen jedoch sehr flache und Pflanzenreiche Uferzonen, um aufwachsen zu können. Mit den üblichen Gartenteichfischen verträgt sich die Rotfeder sehr gut und meine Familie liebt es, die Tiere am warmen Sommerabend bei der Insektenjagd an der Teichoberfläche zu beobachten.

Stichwort Entengrütze:

In Mitteleuropa gibt es auf den ruhigeren Wasseroberflächen mindestens 13 Pflanzengesellschaften, die zu den Wasserlinsen-Gesellschaften (Lemnetea) gerechnet werden, in denen die folgenden Wasserlinsen zu finden sind:
* Teichlinse oder Vielwurzelige Wasserlinse (Spirodela polyrhiza) *Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
* Buckellinse (Lemna gibba)
* Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca)
Sieben Gesellschaften bestehen nur aus kleinen Schwimmpflanzen. Die wärmeliebende Teichlmsen-Decke (Spirodelo-Lemnetum) besteht nur aus Spirodela polyrhiza und Lemna minor und kommt in windgeschützten - meist besonnten - Standgewässern vor. Das Wasser ist sauber oder nur leicht verschmutzt. Die ähnliche, jedoch im Herbst rötlich anlaufende Buckellinsen-Decke (Lemnetum gibbae) besteht aus Lemna minor und Lemna gibba. Sie besiedelt kleinere, stehende und meist nährstoffbelastete und verschmutzte Gewässer. Die seltene Schwimmfarn-Gesellschaft (Lemno minoris-Salvinietum) zeigt deutlich Bestände des kleinen Schwimmfarns (Salvinia natans) und der Wasserlinsen Spirodela polyrhiza, Lemna minor und Lemna trisulca. Sie kennzeichnet in wärmeren Gebieten gleichfalls nährstoffreiche Kleingewässer. Die Algenfarn-Gesellschaft (Lemno-Azolletum) mit den Charakterarten Azolla filiculoides und A. caroliniana findet sich gleichfalls auf nährstoffreichen Gewässern und besitzt noch Beimengungen von Lemna minor. Ich kenne einen betonierten Parkteich, in dem diese Gesellschaft alles Leben erstickt. Die seltene Schwimmsternlebermoos-Gesellschaft (Ricciocarpetum natantis) wird neben dem gefiederten Lebermoos (Ricciocarpos natans) durch Lemna trisulca und Lemna minor sowie durch das Kleinsternlebermoos (Riccia fluitans) geprägt. In der Dreifurchenlinsen-Gesellschaft (Lemnetum trisulcae) kommen neben der Charakterart auch Spirodela polyrhiza und Lemna minor vor. Diese Gesellschaft besiedelt windgeschützte, schattige und eutrophe Kleingewässer. In der Kleinsternlebermoos - Gesellschaft (Riccietum fluitantis) wird Riccia fluitans von Lemna trisulca und Lemna minor begleitet. Diese Assoziation wird auf nur mäßig nährstoffhaltigen, flachen Gewässern oft übersehen.


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