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Säugetiere am Gartenteich

Das Säugetiere das Wasser aufsuchen, ist nicht selten. Igel wollen trinken, Hunde baden und Katzen manchmal fischen. Aber es gibt auch einige Säugetiere, die das Wasser zum Lebensmittelpunkt ihrer Existenz gemacht haben. Mit einem Biber werden wir am Gartenteich sicher nicht rechnen können. Aber einige andere Nagetiere sind doch immer wieder auch an Gartenteichen anzutreffen nicht immer zur Freude der Teichbesitzer. Denn der Schaden, den sie anrichten, kann beträchtlich sein.

Bisamratte

Die größte Wühlmausart ist die Bisamratte, Ondathra zibethica. Ursprünglich kann dieser Nager nur in Nordamerika vor. Vor knapp 100 Jahren bei Prag eingebürgert, hat er inzwischen große Teile Europas und Asiens besiedelt. Die Bisamratte ist nahezu vollkommen an das Wasserleben angepasst. Sie ähnelt entfernt einem kleinen Biber, mit einem beschuppten Schwanz und Schwimmborsten zwischen den Zehen. Das rötlich-braune Fell ist sehr dicht und eignet sich sehr gut zur Pelzherstellung. Wahrscheinlich war das der Grund für die frühere Ansiedlung, die man heute wegen der großen Schäden längst bereut. Die Bisamratte lebt meist im Uferbereich und legt hier ausgedehnte Baue an. Sie legt aber auch bis zu 2 m große Baue im Wasser an, die als ,,Winterburgen" bezeichnet werden und aus Schilf, Rohrkolben und ähnlichem bestehen. Eingang wie unterer Teil dieser Baue liegen, auch hier eine Analogie zum Biber, unter Wasser. Mit einer Körperlänge von bis zu 35 cm, wozu noch bis zu 25 cm Schwanz kommen, und einem Maximalgewicht von 1,8 kg sind Bisamratten schon imposante Erscheinungen. Durch ihre Bauten im Uferbereich können sie an Teichen, auch an größeren Gartenteichen mit Böschungen, sehr großen Schaden anrichten. Das Elbehochwasser des Jahres 2002 hat an vielen Deichen solche Schwachstellen aufgezeigt, wo die Gefahr des Deichbruchs bestand, weil diese fast unterhöhlt waren. Bisamratten sind ausgezeichnete Schwimmer und können bis zu zehn Minuten unter Wasser bleiben. Während der Paarungszeit kommt es zu bis zu drei Würfen, die bis acht Junge umfassen können, die nach einer Tragezeit von 30 Tagen geboren werden. Nach knapp drei Wochen sind sie selbständig. Geschlechtsreif sind sie dann im nächsten Jahr. Das Höchstalter dürfte bei fünf Jahren liegen. Die Nahrung besteht aus Rohrkolben, Schilf, See- und Teichrosen, im Winter aus den Wurzeln von Wasserpflanzen, sonst werden auch etwa Obst und Rinde sowie seltener Muscheln und Schnecken gefressen. Man kann sich leicht vorstellen, dass diese Schädlinge größere Gartenteiche regelrecht ruinieren können. Bisamratten sind zwar überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, können aber auch am Tag gesehen werden. Sie können als Kulturfolger gelten, die kaum natürliche Feinde haben und deswegen auch in innerstädtischen Bereichen nicht selten angetroffen werden. Die Bekämpfung der Bisamratte ist wegen der hohen Schäden notwendig. Dazu ist sie auch Zwischenwirt des Fuchsbandwurms. In Gewässern mit Bisamrattenvorkommen sollte deswegen nicht gebadet werden. Mehrere Länder haben dazu amtliche Bisamjäger angestellt, die mit Schlagfallen arbeiten. Das Fell wird zu Pelzen verarbeitet. Bisamratten haben zwar keinen Schutzstatus, dürfen aber nicht geschossen werden, da sie nicht dem Jagdrecht unterliegen. Bei der Fallenjagd sollten möglichst Fallen benutzt werden, die schnell töten, ansonsten hat eine häufige Kontrolle zu erfolgen. Privatleute wenden sich dazu an die örtlichen Schädlingsbekämpfer.

Schermaus

Diese Maus ist auch unter dem Namen Wasserratte oder Wühlmaus sowie einigen anderen Bezeichnungen bekannt. Früher hielt man diese beiden für zwei verschiedene Arten, heute weiß man, dass es eine Art ist, die allerdings eine wasserlebende und eine landlebende Form ausbildet. Alle in Deutschland vorkommenden Schermäuse gehören zur Art Arvicola terrestris und werden auch als Ostschermäuse bezeichnet. Die Nominalart A. terrestris terrestris besiedelt vor allem das Tiefland Norddeutschlands. In den Mittelgebirgen findet sich dagegen A. terrestris sherman, eine etwas kleinere und hellere Unterart. Die Alpen-Schermaus (A. terrestris exitus) kommt nur in den Alpen vor und geht nie ins Wasser. Die wasserlebenden Schermäuse lassen sich im Gegensatz zu der landlebenden Form, die hier nicht weiter behandelt wird, relativ gut beobachten, sie sind nicht sehr scheu. Ausgewachsene Schermäuse sind bis zu 23 cm lang, dazu kommen bis zu 11 cm behaarter Schwanz (eine wichtige Unterscheidung zu den mit ihnen häufiger verwechselten Ratten). Das maximale Gewicht beträgt über 300 g. Allerdings sind die meisten Exemplare kleiner und leichter. Die Farbe kann von Hellbraun über Rötlich bis zu Dunkelbraun variieren. Die Schermaus gräbt mit den Zähnen und Klauen Gänge in Uferbereiche. Das kann selbst an normalen Gartenteichen stattfinden. Die Erde wird nach hinten weggeschoben, meist ins Wasser. Die Gänge sind selten tiefer als 30 cm unter der Oberfläche, Nist- und Vorratshöhlen sind aber oft in 1 m Tiefe oder mehr angelegt. Dort können die Schermäuse relativ große Lager anlegen. Die überwiegende Nahrung dieser Nager besteht aus pflanzlichen Bestandteilen, wobei jedoch auch Insekten, Muscheln und ähnliches erbeutet werden können. Da die Schermäuse häufig die Wurzeln anfressen (das geschieht auch von unten aus den Gängen heraus), können sie großen Schaden anrichten. In Teichen mit dichten Schilfbeständen können sie sogar darin nisten. Im Gartenteich können Schermäuse erheblichen Schaden anritchten. Schilf, Rohrkolben oder ähnliche Ufergewächse gehören zu ihrer bevorzugten Nahrung. Die Gangsysteme können bis zu 2 m in die Uferböschung reichen. Das Anfressen von Folie beim Graben kann durchaus passieren. Dadurch kann der Teich durchaus in der Substanz geschädigt werden. Viel wichtiger ist aber natürlich der erhebliche Pflanzenschaden. Schermäuse sind vermehrungsfreudig Die bis zu sechs Jungen pro Wurf werden nach einer Tragzeit von 21 Tagen geboren und sind bereits nach 14 Tagen voll entwickelt und alleine überlebensfähig. Mit neun Wochen haben sie ihre Geschlechtsreife erreicht. Während eines Sommers, die Fortpflanzungsperiode reicht von März bis Oktober, kann es also zu zwei Generationen kommen. Eine Winterruhe wird von Schermäusen nicht eingehalten. Sie leben dann zwar von ihren Vorräten, können aber gerade im Frühjahr an den frischen Sprösslingen erheblichen Schaden anrichten. Schermäuse gehören nicht zu den geschützten Arten. Der Handel bietet spezielle Fallen mit Lockstoffen als Köder an, die einfach am Teich ausgelegt werden. Schermäuse sollten am Gartenteich nicht geduldet werden, da sie auch den schönsten Teich ruinieren können.

Wasserspitzmaus

Zwei Arten von Wasserspitzmäusen sind in Deutschland vertreten, die Große Wasserspitzmaus, Neomys fodiens, und die Kleine oder Sumpfspitzmaus, Neomys anomalus, die allerdings weitgehend der ersten Art ähnelt. Die Wasserspitzmaus ist gar nicht so selten, aber sie ist meist ein heimlicher Gast. Mit bis zu 10 cm Länge, dazu kommen noch bis zu 7,5 cm behaarter Schwanz, ist sie die größte Spitzmaus. Dabei wird sie bis zu 24 g schwer. Der Kopf dieses Raubtiers läuft spitz zur Schnauze hin zu, das Maul ist mit kleinen Zähnchen besetzt. Der Oberkörper ist dunkelbraun, die Bauchseite dagegen sehr hell. Wie alle ihre Verwandten ist sie ein Insektenfresser, der aber auch Molche, Molchlarven, Kaulquappen, selten auch einmal Frösche oder kleinere Fische frisst. An Land werden neben Insekten, Würmern und Schnecken auch selten einmal unvorsichtige Kleinvögel und Mäuse erbeutet. Wie alle Spitzmäuse hat sie einen hohen Stoffwechsel und ist auf größere Beutemengen angewiesen. Ihren Bau legt sie am Ufer an. Meist werden dazu Baue, etwa von Mäusen, übernommen und mit einem Ausgang zum Wasser hin versehen. Dort werden auch nach einer Tragzeit von 24-27 Tagen die jährlich bis zu drei Würfe mit bis zu elf Jungen abgesetzt. Diese werden etwa einen Monat gesäugt und sind nach spätestens sechs Wochen selbständig. Das Höchstalter liegt bei etwa 30 Monaten. Wasserspitzmäuse legen keine Winterruhe an. Am Rande teilweise vereister Gewässeroberflächen kann man sie im Winter gelegentlich beobachten. Das Besondere an der Wasserspitzmaus ist der Umstand, dass sie trotz ihres Wasserlebens nicht nass werden kann. Eine besondere Haarschicht hält die Luft im Pelz. Dabei sieht es oft so aus, als würde eine kleine Silberkugel über den Gewässergrund laufen oder im Wasser tauchen, wobei die maximale Tauchzeit bei 24 Sekunden liegt. Überwiegend werden die Ufer klarer Bäche und Flüsse bewohnt. An Gartenteichen wird dieser kleine Insektenfresser nicht häufig angetroffen, denn er bevorzugt sehr klares und sauberes Wasser. Von seiner Anwesenheit gehen aber keinerlei Schädigungen aus. Durch Gewässerverbau und -verschmutzung sind die Bestände zurückgegangen. Vor allem die Sumpfspitzmaus wird als potenziell gefährdet betrachtet, von der Wasserspitzmaus gibt es noch etwas größere Bestände. Beide Arten stehen aber in vielen Ländern auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Dadurch stehen sie auch unter Artenschutz und dürfen weder gejagt noch vertrieben werden. Da sie dem Teich aber auch nicht schaden, ist dieses natürlich auch unnötig. Im Gegenteil, wer eine Wasser- oder die etwas kleinere Sumpfspitzmaus an seinem Gartenteich ansiedeln kann, der hat dadurch die Gewähr, dass er einen sehr gut funktionierenden Teich hat. Denn die Anwesenheit von Wasserspitzmäusen ist auch immer ein Zeichen dafür, dass ausreichend Nahrungsgrundlagen vorhanden sind.


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