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Schwimmteich aber welcher?

Verschiedene Schwimmteichsysteme

In den letzten Jahren wurden viele verschiedene Arten von Schwimmteichen entwickelt, erprobt und teilweise unter verschiedenen Markennamen angeboten. Für Interessenten ist es oft schwierig, sich in dem Dschungel der diversen Systeme zurechtzufinden. Welches der angebotenen Paradiese ist das passende?

Fünf Kategorien

Grundsätzlich geht es bei den verschiedenen Schwimmteich-Typen immer um folgende Fragen:
* Mehr oder weniger Natur? * Mehr oder weniger Technik? * Welche Technik? * Welches System?
Der Kunde sollte letztendlich entscheiden, welcher Teich zu ihm passt - und in seinen Garten. Es gibt Menschen, die in erster Linie das Naturerlebnis suchen und die es absolut nicht stört, wenn sie einem Frosch oder einem Molch begegnen. Die wollen das sogar. Diesen sei der ,,klassische Schwimmteich" empfohlen, wie er Mitte der 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts entstand. Diese Schwimmteiche wurden von Firmen und Privatpersonen weiterentwickelt, so dass heute eine Vielzahl verschiedener Erfindungen den Markt prägen Schwimmteichbesitzer, die wenig Arbeit mit ihrem Teich wollen, haben die Möglichkeit, eine Technik auszusuchen, die ihnen viel Arbeit erspart. Das reine Badevergnügen steht Vordergrund. Ein Schwimmteich, der viel von Kindern genutzt wird, sollte eine andere Technik für die Wasserreinigung haben wie einer, der in erster Linie durch seine Gestaltung das Auge erfreuen soll und nur selten zum Schwimmen genutzt wird. In den folgenden fünf Kategorien sind wesentliche Merkmale und Unterschiede diverser Systeme beschrieben. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen Leser, seine Entscheidung für ein System oder einen Anbieter zu erleichtern.

1. Naturnaher Schwimmteich

Bei den ersten Anlagen wurden meist bestehende Swimmingpools umgebaut. Die Mauern wurden gekappt, eine Regenerationszone dazu gebaut, das Ganze abgedichtet und bepflanzt. Viele dieser ,,Pilotanlagen" bestehen noch immer. Manche davon sind mehr als 15 Jahre alt - ohne einen Wasserwechsel. Freilich kommt es im Laufe der Jahre zu einer Ansammlung von Nährstoffen: Durch Eintrag von Laub, Samen, Blütenstaub, Kot von Tieren usw. wird das ursprünglich oligotrophe (nährstoffarme) Wasser eutroph (nährstoffreich). Je nachdem, ob Biomasse regelmäßig ferngehalten (Laub usw.) oder entfernt wurde (Pflanzen), zeigen diese Teiche mehr oder weniger Verlandungserscheinungen und Schlammbildung. Davon hängt es auch weitgehend ab, ob das Wasser mehr oder weniger klar ist. Für Naturliebhaber bietet dieses Gewässer jede Menge Beobachtungsmöglichkeit. Für manche Menschen ist die Fülle an Pflanzen und Tieren allerdings recht beängstigend. Etwa 50 % bis 70 % der Wasseroberfläche dienen als Regenerationsbereich. Dieser ist meist dicht mit Röhricht, Sumpf- und Unterwasserpflanzen bewachsen, Seerosen gedeihen in den tieferen Zonen, oft in größerer Anzahl. Im Frühjahr zeigen diese Teiche oft eine stärkere Algenbildung, die sogenannte Algenblüte, die meist im Mai abgeschlossen ist, wenn die Höheren Pflanzen als Nährstoffkonkurrenz wachsen. Die Pflege beschränkt sich auf das Schneiden der Pflanzen im Herbst und Frühjahr und auf ein jährliches Absaugen und Entfernen von Schlamm. Werden diese Arbeiten verrichtet, sind Schwimmteiche dieser Art ökologisch stabil und kleine Naturparadiese. Die Kosten für solche Anlagen liegen pro m2 etwa zwischen 150 und 250 €, je nach Größe, Lage, Art der Abdichtung, Bepflanzung und Abgrenzung. Natürlich können hier nur Richtpreise genannt werden.

2. Schwimmteiche mit wenig Technik

Dieser Typus von Schwimmteich hat eine geringe Technik. Eine einfache Umwälzpumpe oder Solarpumpe läuft mehrere Stunden pro Tag und wälzt maximal 10 % bis 25 % des Wasservolumens um. Die Pumpe steht entweder außerhalb des Teiches in einem eigenen Schacht oder im Teich selbst, wenn sie mit 12 oder 24 Volt betrieben wird. Über einen kleinen Wasserfall, eine Fontäne oder einen Bachlauf gelangt das Wasser ungefiltert zurück in den Teich. Der Effekt ist, dass unter anderem sauerstoffreiches Wasser besser verteilt wird und der Nährstoffabbau günstig verläuft. Das Wasser ist meist klarer. Die Regenerationszone ist deutlicher vom Badebereich abgegrenzt, bepflanzt sind zirka 50 % der Wasseroberfläche. Das Pflanzenwachstum wird begrenzt. Pfelege: Zurückschneiden und Entfernen von Pflanzen, jährlich ein bis zwei Mal Absaugen von Mulm aus dem tieferen Badebereich. Abdecken mit einem Laubschutznetz im Herbst (dies gilt auch für alle anderen Systeme). Die Ksoten: 300 bis 450 €/m2, je nach Art der Bauweise, Lage und Größe.

3. Schwimmteich mit Skimmer/Überlaufrinne und Oberflächenströmung

Diese Schwimmteiche mit ,,mittlerer Technik" zeichnen sich durch ein relativ stabiles biologisches Gleichgewicht und meist klares Wasser aus. Das Preis-/Leistungsverhältnis steht in einem guten Gleichgewicht. Etwa 40 % der Gesamtfläche sind bepflanzt, der Teich hat z.B. ein oder zwei schwimmende Kimmer oder eine Überlaufrinne, betrieben mit einer Pumpe, die zirka 250 l/min fördert (bei einer Teichgröße von zirka 150 m2). Wesentlich ist, dass eine Oberflächenströmung in Richtung Skimmer/Überlaufrinne erzeugt wird. Schwimmende Algen, Laub und Samen werden (wenn der Wind mitspielt) in Richtung Filterfläche getrieben. Die Pumpe läuft täglich 6 bis 12 Stunden. Man erspart sich das Abkeschern von Biomasse. Die Wasseroberfläche ist meist ,, sauber", durch die Verteilung von Sauerstoff ist das Wasser sehr klar. Die Pflege des Regenerationsbereiches ist etwas minimiert. Trotzdem sollten unbedingt genügend Unterwasserpflanzen und Seerosen vorhanden sein, um Nährstoffe aufzunehmen und das Wasser abzuschalten. Skimmer bzw.Überlaufrinne müssen mehrmals wöchentlich entleert werden, auch hier wird ein bis zwei Mal jährlich Mulm aus dem Badebereich abgesaugt. Die Kosten liegen bei etwa 200 bis 400 €/m2, je nach Art der Anlage. Auch die Betriebskosten spielen bereits eine Rolle: zirka 500 €/Jahr bei einer Anlage von etwa 150 m2 Oberfläche.

 

4.Schwimmteich mit ,,viel Technik"

Bei diesen Anlagen soll die Technik einen Großteil der Wasserreinigung bewirken. Der bepflanzte Regenerationsbereich hat oft nur noch eine Größe von etwa 33 % der Gesamtfläche meist sind jedoch Seerosen, Unterwasserpflanzen und Röhrichtpflanzen in genügender Anzahl vorhanden. Die Technik besteht aus einer relativ starken Pumpe (zirka 350 bis 600 l/min bei einem Teich von etwa 150 m2), die in einem speziellen Schacht außerhalb des Teiches montiert ist. Diese Pumpe saugt über schwimmde Skimmer, Überlaufrinne und/oder einen im Regenerationsbereich eingebauten Filter das Wasser an. Es gelangt über einen Bachlauf, einen externen, bepflanzten Kiesfilter oder über Düsen, die an der Wasseroberfläche eingebaut sind, zurück in den Schwimmteich. Die Oberflächenströmung soll auch hier schwimmende Biomasse in einen Grobfilter treiben. Das Wasser wird allerdings zusätzlich noch chemisch/physikalisch durch diverse Filtermedien gereinigt. Bei solchen Anlagen ist unbedingt darauf zu achten, dass das Zooplankton durch die starke Umwälzung (theoretisch wird die gesamte Wassermenge ein - bis mehrmals am Tag umgewälzt) nicht zerstört wird. Diese kleinen Filtrierer - Daphnien, Cyclops, usw. - spielen eine wichtige Rolle bei der Wasserreinigung! Pflege: Wartung der technischen Anlage, Entleeren der Filterflächen, Austausch der Filtermedien (z.B. Zeolith), Zusatz von biologisch einwandfreien Mitteln zur Nährstoffbindung und Bekämpfung von Algen. Die Kosten: etwa 250 bis 450 €/m2 Wasseroberfläche - bei extravaganten Anlagen auch durchaus deutlich mehr. Betriebskosten: etwa 700 bis 1.500,- €/Jahr, je nach verwendeter Technik.

 

5. „Natur-Pool“

Diese Anlage unterscheidet oft nur noch die natürliche Wasseraufbereitung und ein kleiner Regenerationsbereich von einem herkömmlichem Pool. Oft sind nur noch wenige Pflanzen zu sehen - in erster Linie wird der Kieskörper des Regenerationsbereiches für die Wasserreinigung genutzt: Dort angesiedelte Bakterien und andere Mikroorganismen bauen Nährstoffe ab und um, es erfolgt ebenfalls eine Grobfiltrierung. Ein aufwendiges Drainage- und Ansaugsystem wird von einer starken Pumpe betrieben, oft gekoppelt mit Schwimmskimmern, Überlaufrinnen und Filtern. Der Teichgrund ist meist eben und wird mit einem Roboter gereinigt. Die manuelle Pflegearbeit sollte auf ein Minimum beschränkt sein. Biomasse soll rasch entfernt werden, das Algenwachstum wird hintangehalten. Die Gefahr bei solchen Systemen könnte sein, dass es nach Jahren zu einer starken Nährstoffanreicherung im Kies- und Filterbereich kommt.
Die Kosten: etwa 400 bis 600 €/m2 und Betriebskosten von etwa 1000 - 2000 € jährlich.

 


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