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Teichschnecken im Überblick

Inhaltsverzeichnis

 


Welche Schnecken eignen sich gut für die Haltung im Gartenteich?

Im Hinblick auf die bei uns vorherrschenden klimatischen Bedingungen mit warmen Sommern und kalten Wintern, aber auch hinsichtlich der Gefahr einer Verschleppung von Teichschnecken in die Natur und damit einer potentiellen Faunenverfälschung sollten im heimischen Gartenteich nur einheimische Schneckenarten gepflegt werden.

Teichschnecken dürfen allerdings nicht der Natur entnommen werden, man kann aber für den Gartenteich geeignete Schnecken heute sehr gut im Handel kaufen.

Häufig tauchen Schnecken im Teich auf, die gar nicht bewusst eingesetzt wurden, sondern die mit neuen Teichpflanzen kamen. Auch Wasservögel, die am Teich Rast halten, können potentiell Schnecken mitbringen, die dann im Gartenteich kriechen und Futterreste und Algen verwerten.

Exotische Schnecken kommen meist aus tropischen oder subtropischen Gebieten mit wesentlich wärmeren Temperaturen. Sie würden selbst einen milden deutschen Winter im Teich eher nicht so gut verkraften.

Eine Alternative für Arten aus wärmeren Gebieten stellt der sehr gut gepflegte und ausbruchssichere Miniteich dar. Dieser kann einfacher frostsicher gemacht oder gleich im Haus überwintert werden. Ist beides nicht möglich, können die exotischen Schnecken aus dem Miniteich rechtzeitig vor dem Absinken der Außentemperaturen und erst recht vor dem ersten Frost in ein Aquarium überführt und dort überwintert werden. Dabei sollten die Teichschnecken aber, wie auch beim Eingewöhnen, vorsichtig an die Temperaturunterschiede angepasst werden und bei einer Aquarientemperatur überwintert werden, die für ihre Art zuträglich ist.

Bei uns einheimische Schnecken, die das Biotop pflegen, sind dagegen winterhart. Sie verbringen den Winter am Bodengrund im Kälteschlaf. Zu den bei uns heimischen Teichschnecken zählen unter anderem die Teich Posthornschnecke Planorbarius corneus, die Spitzschlammschnecke Lymnaea stagnalis, verschiedene andere Schlammschnecken der Gattung Radix, aber auch die Sumpfdeckelschnecke Viviparus viviparus. Sie alle sind sehr friedlich und können auch zusammen gepflegt werden. Die Frage nach der Anzahl von Schnecken im Teich lässt sich pauschal schwierig beantworten, da sich die meisten Teichschnecken dem Nahrungsangebot und den Temperaturen gemäß mehr oder weniger fleißig reproduzieren. Ihre Anzahl hängt des weiteren auch davon ab, wie viele Fressfeinde in ihrer Nachbarschaft vorhanden sind.


Was fressen Schnecken im Gartenteich?

In einem stabilen Teich finden sich für gewöhnlich genügend Algen, über die sich die Schnecken hermachen und deren Bestand sie etwas dezimieren. Algenplagen sind sind sicherlich einer der wichtigsten Gründe, die fleißigen Helfer in einen Gartenteich einzusetzen.

Ebenso räumen Schnecken mit abgestorbenen Pflanzenresten und anderen organischen Resten im Teich auf. Sie helfen dadurch, die Biologie des Gartenteichs im Gleichgewicht zu halten, damit das Wasser nicht kippt.

Auch Detrius und Biofilme zählen zur Hauptnahrung der Teichschnecken. Insgesamt lässt sich also sagen: Wasserschnecken im Gartenteich sind eigentlich wichtige und sogar nützliche kleine Helfer, die aufräumen und sich um Reste kümmern.

Das Nahrungsangebot beeinflusst die Vermehrungsrate der Schnecken im Gartenteich entscheidend.


Fressen Wasserschnecken Pflanzen?

Wasserpflanzen, wie viele befürchten, knabbern Teichschnecken an und für sich erst dann an, wenn sich die Schneckenpopulation im Gartenteich so massiv vergrößert hat, dass nicht mehr ausreichend Futter in Form von Algen und organischen Resten zur Verfügung steht. Spätestens dann sollte manuell eingegriffen werden und überzählige Tiere aus dem Teich entnommen oder weitere Teichbewohner eingesetzt werden, die den Schneckenbestand in Schach halten.


Die Vermehrung von Teichschnecken

Wie bereits erwähnt, hat vor allem das Angebot von Futter im Teich maßgeblich Einfluss auf die Vermehrungsrate von Teichschnecken. Dazu zählt nicht nur ein erhöhtes Algenaufkommen, auch ein Überfüttern der Teichfische führt häufig zu einem sprunghaften Anstieg der Schneckenpopulation.

Die meisten Teichschnecken sind zwittrig angelegt, andere hingegen können sich sogar selbst befruchten. Dabei kleben die meisten Schneckenarten, die für den Gartenteich geeignet sind, ihren gallertartigen weichen Laich an Steine und Pflanzen, aber auch auf andere glatte Oberflächen und Hartsubstrate. In den durchsichtigen Laichschnüren oder Laichballen entwickeln sich je nach Umgebungstemperatur in ungefähr 10-14 Tagen die Jungtiere, die nach dem Schlüpfen selbstständig auf Futtersuche gehen.

Lediglich die Deckelschnecken der Gattung Viviparus entlassen lebende Jungtiere.

Hauptsächlich findet die Vermehrung der Teichschnecken in den wärmeren Sommermonaten statt - je wärmer, desto schneller vermehren sich die Tierchen. Eine Abschattung des Teiches, beispielsweise mit Sonnensegeln, kann einer Wassererwärmung etwas Einhalt gebieten und somit ebenfalls Einfluss auf die Reproduktionsrate der Teichschnecken nehmen.


Die Folgen einer Überpopulation mit Teichschnecken

Ein massenhaftes Auftreten von Schnecken im Teich kann nicht nur für die Teichpflanzen zum Problem werden. Üble Folgen für die Fische hat es, wenn die Filteranlage verstopft, weil sich im Teichfilter zu viele Schnecken befinden.

Auch bei massiven Algenproblemen sollte man auf andere Methoden der Algenbekämpfung zurückgreifen. Ein übermäßiger Neubesatz von Schnecken ist nicht ratsam. In dieser Ausnahmesituation finden sie extrem viel Nahrung, vermehren sich entsprechend anfänglich sehr stark und können dann die Biologie im Teich durch die extrem erhöhte Vermehrungsrate durchaus aus dem Gleichgewicht bringen und so das Wasser umkippen lassen.


Was tun bei einer "Schneckenplage"?

Erste Maßnahmen sind gegen eine Schneckenplage immer zunächst das großzügige Einsammeln der Schnecken, das Austauschen der Filtermedien und später ein Wasserwechsel im Teich. Auch eine kurzfristige Fastenkur für die Fische kann dazu beitragen, dem Schnecken-Schrecken ein Ende zu setzen. Grundsätzlich sollten Teichfische präventiv eher sparsam und über den Tag verteilt gefüttert werden, eine Menge, die sie innerhalb von 5 Minuten verzehrt haben, reicht bereits aus.


Teichbewohner gegen Schneckenplagen

Ob Schuppen- oder Scherenträger - nicht alle Teichmitbewohner sind den Schnecken wohlgesonnen. Gerade in größeren Teichen werden oft Fische gepflegt, zu deren natürlichem Nahrungsspektrum auch Wasserschnecken zählen. Vor allen Karpfenartige wie Koi oder Goldfische gründeln mit Vorliebe im Bodengrund und stöbern dabei neben Insektenlarven und Würmern auch die ein oder andere Schnecke auf, die sie genüsslich verspeisen. Im Übrigen zählt neben Fischen auch der Edelkrebs Astacus astacus zu den Schneckenfressern im Gartenteich.

Eine Überpopulation lässt sich also auf natürlichem Weg regulieren: Insbesondere Schleien sind berühmt-berüchtigt für ihren Heißhunger auf die "Plagegeister" im Gartenteich. Selbst ihre Jungfische schlürfen mit Genuss das ein und andere Schneckenhaus leer. Auch Sonnenbarsche können kleineren Schnecken nur schwer widerstehen und räumen gerne das "schneckliche Buffet" am Teichrand und in der oberen Wasserzone auf. Andere Teichbewohner, wie beispielsweise Molche, futtern mit Hingabe Schneckenlaich, den die Schleimschnuten an glatten Oberflächen, aber auch an Pflanzen ablegen.

Im Mini Teich werden eher kleinere Fischarten gepflegt, von denen sich für gewöhnlich die wenigsten an den Gehäuseträgern vergehen würden. Hier ist im Ernstfall manuelles Eingreifen zur Bestandsregulierung angesagt.


Teichschnecken "absichtlich" im Teich halten

Möchte man also Teichschnecken gezielt im Teich pflegen, sollte man überlegen, auf sich schnell vermehrende Schneckenarten zu setzen oder aber den Fischbesatz so zu wählen, dass möglichst wenige schneckenfressende Kandidaten darunter sind.

Beliebte Teichschnecken im Überblick

Die Teich Posthornschnecke Planorbarius corneus ernährt sich hauptsächlich von organischen Abfällen wie Laub und Algen, aber auch von Futterresten der Fische. Pro Quadratmeter Teich empfehlen wir eine bis zwei Schnecken. Ihr Aussehen erinnert an das namensgebende Posthorn. Unsere heimische Posthornschnecke kann bis 3 cm im Durchmesser erreichen und fällt durch ihre gehämmerte Gehäuseoberfläche auf. Für gewöhnlich sind Posthornschnecken rein braun, es kommen aber auch rote Exemplare vor. Die Teich-Posthornschnecke ist winterhart, wenn die Teichtiefe einen Meter oder mehr beträgt. Sie überwintert am Teichgrund. Posthornschnecken sind Zwitter. Nach der Paarung legt die Schnecke legt gallertartige uhrglasförmige Laichballen auf Hartsubstraten ab. Die Posthornschnecke kommt auch gut in verschmutzten Gewässern zurecht und ist an sauerstoffarmes Gewässer angepasst - sie hat nicht nur eine Lungenblase, sondern verfügt auch über den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der einen effektiven Sauerstofftransport auch in sauerstoffarmen Umgebungen ermöglicht.

Die Sumpfdeckelschnecke Viviparus viviparus ist getrennt geschlechtlich und lebendgebärend - ein befruchtetes Weibchen entlässt in etwa alle 14 Tage ein lebendes Jungtier. Die Sumpfdeckelschnecke ernährt sich als Filtrierer von Schwebealgen und fungiert so als "biologischer Filter" für sauberes, klares Wasser im Teich. Diese schöne bis 4 cm große Schnecke ernährt sich neben Schwebeteilchen auch von Futterresten, abgestorbenen Pflanzenresten und Aas. Die Sumpfdeckelschnecke wirkt mit ihren braunen Streifen auf dem cremefarbenem Haus äußerst dekorativ. Sie kann überwintert werden und verträgt im Sommer Temperaturen bis maximal 25 Grad.

Die Spitzschlammschnecke Lymnaea stagnalis ist eine einheimische zwittrige Lungenschnecke, die man neben dem vorn dicken und hinten lang spitz ausgezogen zulaufenden Gehäuse an den typischen dreieckigen Fühlern erkennen kann. Die Spitzschlammschnecke vermehrt sich hauptsächlich bei kühleren Temperaturen und legt lange Laichschnüre ab. Sie frisst stellenweise Pflanzen an und verursacht dann Lochfraß, hauptsächlich nimmt sie aber Futterreste, Algen und auch die Kahmhaut auf dem Wasser. Die Spitzschlammschnecke kann als heimische Teichschnecke problemlos überwintert werden, wenn die Teichtiefe einen Meter oder mehr beträgt.

Schlammschnecken der Gattung Radix wie die Yodaschnecke oder Eiförmige Schlammschnecke Radix balthica gehören in die nähere Verwandtschaft der Spitzschlammschnecke und verhalten sich ziemlich ähnlich wie diese. Sie bleiben allerdings kleiner und eignen sich daher sehr gut für Mini-Teiche. Die Yodaschnecke verfügt über ein leicht transparentes Häuschen und dreieckige Fühler. Sie zählt wie die Spitzschlammschnecke zu den Lungenschnecken und benötigt atmosphärischen Sauerstoff. Die Eiförmige Schlammschnecke ist zwittrig und vermehrt sich vorwiegend bei kühlen Temperaturen. Radix legt ihre Eischnüre bevorzugt auf Hartsubstraten ab, die Jungtiere schlüpfen nach ca. 14 Tagen. Die Eiförmige Schlammschnecke hinterlässt gelegentlich kleinere Fraßspuren in Form von Löchern in Pflanzenblättern. Sie kann frostfrei überwintert werden und verträgt im Sommer Temperaturen bis 30 °C.

Die Blasenschnecke Physa sp. ist mit nur 1 cm Gehäuselänge vermutlich die kleinste Schneckenart für den Gartenteich. Die Blasenschnecke hat ein durchsichtiges goldenes Gehäuse, durch das das gefleckte Mantelgewebe durchschimmert. Blasenschnecken vermehren sich fleißig und legen dicke, längliche Laichballen auf Wasserpflanzen ab. Die sehr anpassungsfähige Blasenschnecke ist recht anspruchslos und robust. Sie ernährt sich von Futterresten, Algen und Biofilmen. Die Blasenschnecke kann bei entsprechender Teichtiefe draußen überwintern und verträgt im Sommer Temperaturen bis 33 °C.


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