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Von Japan nach Deutschland - So kommt der Koi in den Gartenteich

Japanische Koi haben meist eine lange Reise hinter sich, bevor sie im heimischen Gartenteich einziehen. Wir haben Uwe Sporleder, Einkäufer bei Aqualogistik, auf seiner Einkaufsreise in Japan begleitet und den anstrengenden Weg der Koi nachgezeichnet.

Der Weg beginnt mit Abfischen der Zuchtteiche

In den Bergen von Niigata, der Koizucht-Metropole im Norden Japans, gibt es rund 170 Koizüchter. Überall findet man Fischhäuser und unzählige Koiteiche. An einem solchen stehen wir nun und verfolgen in der warmen Herbstsonne gespannt den Fischfang. In den vergangenen Tagen wurde das Teichwasser langsam abgelassen, damit die Koi mit der Strömung in das tiefe Wasser ziehen. Nun wird das Netz zusammengezogen und die ersten Fische tauchen in dem trüben Wasser auf. Die Koizüchter stehen mit Wathosen bekleidet im Teichwasser und fangen schonend mit Netzen und Keschern einen Koi nach dem anderen aus dem Teich. Mit geübten Handgriffen werden die großen, wertvollen Tiere unter enormem Kraftaufwand einzeln in Transportbeutel gepackt. Zügig werden die schönen Kostbarkeiten anschließend zu den Transportfahrzeugen mit frischem, sauerstoffreichem Wasser getragen. Bereits jetzt beobachten Koieinkäufer wie Uwe Sporleder am Teichrand das Geschehen und kontaktieren potenzielle Käufer.

Die Koijagd ist in vollem Gang

In den Zuchtanlagen werden die Koi nach Qualität und Größe sortiert. Hier können sich die gestressten Fische erst einmal von den Strapazen des Abfischens erholen. Währenddessen steuert Uwe Sporleder gezielt die Hälterungsanlagen der Züchter an. Mit langen Einkaufslisten und einer guten Internetverbindung für die Übertragung von Livevideos beginnt nun die Suche nach den besten Tieren. Man kennt sich, und im geschäftigen Treiben wird mit Taschenrechner, Dolmetscher und viel Geduld hart verhandelt und gekauft. Jeder Einkäufer versucht nun die besten Fische zu ergattern. Das Team von Sporleder kann es kaum erwarten, die neuen Koi im Internet zum Weiterverkauf anzubieten. Die Koifachhändler und Kunden warten zuhause bereits auf die Online-Präsentationen. Zu dieser Jahreszeit werden die besonders wertvollen Tiere gekauft. Kleine, einjährige Koi werden jetzt nur dann gekauft, wenn sie ein gutes Entwicklungspotenzial versprechen. Das Ganze ist nur der erste Teil der Koijagd, denn im Frühling kommen die Koihunter aus aller Welt erneut nach Japan. Dann kaufen sie vermehrt ein- bis zweijährige Koi ein. Man nennt das Phänomen „Koi Kichi“ - die Koiverrückten!
Beim Abfischen mit geübten Griffen ist eine große Portion Kraft nötig. Hochkonzentriert werden die wertvollen Fische aus den Teichen getragen und anschließend im Zuchtbetrieb in Hälterungsanlagen überführt. Dort können sie sich von den Strapazen erholen. Zufriedenheit auf beiden Seiten die erfahrene Koihändlerin Silvia Oberhauser und der Geschäftsführer der Firma Aqualogistik, Uwe Sporleder, haben zugeschlagen und einige schöne Koi vor Ort erworben.

Versteigerungen und Koishows sind weitere Highlights

Ein ganz besonderer Moment für Koihändler und Liebhaber ist die Teilnahme an japanischen Koiversteigerungen und Koishows, wie z.B. der All Japan Koishow. Dort bewerten japanische und internationale Experten fachkundig Farbe, Körperform, Seltenheit sowie Blutlinie und somit das Potenzial des jeweiligen Fischs. Auf einer Koiversteigerung geht es zu wie auf einem Pferdemarkt mit Zuchttieren. Schnell steigen die Preise und man wundert sich, zu welchen Summen das eine oder andere Tier gehandelt wird, besonders, nachdem ein Koi zum Champion gekürt wurde.

Die Koi werden auf die Reise geschickt

Nach einer anstrengenden Einkaufstour geht es für die Koihunter zurück nach Deutschland. Etwa eine Woche später werden in Japan die Koi für den Transport fachmännisch verpackt, nachdem sie zuvor ein paar Tage ausgenüchtert wurden. Damit wird verhindert, dass während des zwölfstündigen Fluges Ausscheidungen das Wasser verderben. Bevor es endgültig losgeht, inspiziert ein japanischer Tierarzt alle Fische und stellt ein Gesundheitszeugnis aus. Zusätzlich erhält jeder Transportbeutel ein All-Fish-Paket, welches das überschüssige Kohlendioxid aufnimmt. In warmen Monaten sorgen zusätzlich Coolpacks für passende Transporttemperaturen. Nichts wird dem Zufall überlassen, denn der Koiversand ist eine sehr professionelle Angelegenheit. An einer Sammelstelle in Niigata treffen sich nun die Züchter, um die Fische auf große LKW, die sie zum Flughafen bringen, zu laden. Auf jeder Transportbox finden sich die Angaben des Züchters, der Fischcharge, des Empfängers und die Größe der Koi. So vorbereitet treten die Koi den weiten Weg nach Europa an.

Aqualogistik übernimmt die Fische am Flughafen

Das Aqualogistik-Team wartet am Animal House in Amsterdam bzw. der Veterinärstation im Flughafen Frankfurt bereits ungeduldig auf die Freigabe der eingeflogenen Koi. Nach einer Kontrolle durch den Flughafen- Veterinär werden sie endlich an den Importeur übergeben. Schnell und vorsichtig werden sie erneut verladen. Zertifizierte und speziell ausgebildete Fahrer übernehmen die kostbare Fracht. Jedes Fahrzeug besitzt ein Notfall-Set und ist für den Fall, dass ein Beutel platzt, mit Sauerstoff, neuen Transportbeuteln sowie frischem Wasser ausgestattet. „Man muss auf alles vorbereitet sein!“, so Uwe Sporleder! Jetzt geht es schnellstmöglich zur Importstation am Möhnesee in NRW.

Die Importstation ist auf die Ankunft vorbereitet

Per GPS wird die rund dreistündige Fahrt des Transporters vom Flughafen Amsterdam bzw. Frankfurt zum Firmensitz des Koi-lmportcurs überwacht. Die Hälterungsbecken in der Quarantänestation sind bereits vorbereitet. Da jeder Handgriff sitzt, wird die Ladung schnell gelöscht.
Die Boxen werden nach Züchter und Fischcharge sortiert. Dann erfolgt die schonende Eingewöhnung an das heimische Wasser. Frisch eingesetzt sind die Koi erst einmal sehr aktiv und schwimmen sich den Transportstress von den Flossen. Überraschend für Nicht-Koiexperten mag sein, dass es nach einer so langen Reise eigentlich keine Verluste gibt. Im Gegenteil: Das Transportwasser ist sogar sauber und die Fische leuchten in bunten Farben bereits durch die Transportbeutel.

Nach der Quarantäne folgt ein Gesundheitscheck

In den folgenden Tagen können sich die Fische in Ruhe von den Reisestrapazen erholen. Die Tierärztin Dr. Schleicher überprüft alle eintretfenden Koi eine Woche nach dem Import auf den gefährlichen KHV Erreger. Das wurde zwar schon in lapan geprüft, aber sicher ist sicher. Weil manche Fischgruppen vereinzelt Parasiten oder bakterielle Infektionen tragen, nimmt das Team um den Fischwirtschaftsmeister Thomas Spanger regelmäßig Hautabstriche der einzelnen Partien und überprüft diese auf Krankheitserreger. Nach Bedarf werden die Fische mit entsprechenden Präparaten behandelt. Etwa vier Wochen später folgt ein erneuter Gesundheitscheck. Anschließend werden die Fische zum Verkauf freigegeben. Uwe Sporleder schwört auf die Quarantäne, denn das hat sich in der 15-jährigen Firmengeschichte von Aqualogistk einfach bewährt.

Jetzt können die Fachhändler beim Importeur einkaufen

Nach der Quarantänezeit stehen die Koi nun zum Verkauf an den spezialiserten Fachhandel und Gartencenter bereit. Täglich besuchen jetzt Weiterverkäufer den beliebten Importeur, meist im Auftrag von Koiliebhabern, die sich ihren Wunschkoi bereits im Internet ausgesucht haben. Nach einem Zwischenstopp beim Fachhändler treten die Fische ihre vorerst letzte Reise in den heimischen Gartenteich an. Schonend werden dort die Transportbeutel eine halbe bis eine Stunde auf der Teichoberfläche schwimmen gelassen. Sobald die Wässertemperatur angeglichen ist, können sie geöffnet und die Fische langsam umgesetzt werden. Nun haben die Koi ihre neue Heimat erreicht.


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