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Wasserfälle Bauen am Gartenteich

Wer, aus welchem Grund auch immer, in seinem Garten einen Höhenunterschied hat, legt oft einen Bachlauf an. Kleine oder größere Wasserfälle sind jedoch eine Besonderheit, bei der es einige Regeln zu beachten gilt.

Höhenunterschiede

Der Höhenunterschied spielt dabei keine große Rolle. Ob 20 oder 200 cm,beides lässt sich verwirklichen. Allerdings werden die natürlich Unterschiede eher klein sein. Wer allerdings beim Teichbau einen eher steinigen oder zumindest mit Steinen durchsetzten Bodengrund ausgehoben hat, kann diesen aufschichten und daraus einen natürlichen Wasserfall bauen. Das gilt natürlich auch für Material aus dem Hausaushub. Ist der Garten groß genug, ist dies eine Alternative für die ansonsten oft teuren Entsorgungskosten auf der Bauschuttdeponie. Und wird der Hügel, von dem aus der Wasserfall fließen soll, gleich beim Hausbau oder Bau eines größeren Teiches mit angelegt, sind auch die entsprechenden Baumaschinen da und der Aushub bzw. das Hügelanlegen sind eine einfache Angelegenheit.

Vor dem Bau des Wasserfalls

Bevor jedoch ein Wasserfall angelegt wird, gilt es einen wichtigen Punkt zu beachten: die Nachbarschaft. Nein, sicher ist es nicht Spritzwasser oder Gischt, die Nachbars Garten wässern könnte, aber je höher ein Wasserfall ist, desto größer ist auch die Geräuschentwicklung. Ein etwa 2 m hoher Wasserfall im freien Fall verursacht ein erhebliches Geräusch. Selbst wenn er nachts abgestellt wird, so kann das Geräusch empfindlichere Gemüter doch so sehr nerven, dass ein Nachbarschaftsstreit vorprogrammiert ist. Deswegen sind größere Wasserfälle nur dort aufzustellen, wo die Geräusche reduziert werden können. Eine wichtige Voraussetzung beim Bau ist deshalb, dass die Vorderseite des Wasserfalls auf das Haus des Teichbesitzers gerichtet ist und auch die Seiten abgeschirmt sind. Je größer das Grundstück ist desto größer kann auch der Wasserfall sein, denn dann kann man Abstand zum Nachbarn wahren. Auch lassen sich hohe Wasserfälle entweder über ein Gefälle oder aber über Steinstufen leiten, das verringert ebenfalls das vom Wasserfall ausgehende Geräusch. Ein Wasserfall mit einer Fallhöhe von 50 cm oder mehr sollte nicht direkt in den Teich eingespeist werden. Die dadurch entstehenden Turbulenzen könnten dem Teich schaden. Besser ist es, einen kleinen Bachlauf vorzusehen, der das Wasser dann ruhiger in den Teich einlaufen lässt.

Baumaterialien

Während sich Bachläufe auch mit verschiedenen vorgegebenen Materialien gut bauen lassen, etwa Bachlaufschalen, gibt es für Wasserfälle weniger Fertigteile zu kaufen. So kommt es etwas mehr auf Fantasie des Teichbesitzers oder Teichprofis an, wenn ein solcher mit dem Bau beauftragt wurde. Als eigentliche Baumaterialien kommen neben Stein auch immer mehr künstliche Materialien in frage. Einige Firmen haben hier in den letzten Jahren natürlich aussehende Komponenten entwickelt, die oft nach den Wünschen des Erbauers abgewandelt werden können. Im Bereich des Japanischen Wassergartens werden auch gerne größere Steine genommen, über die das Wasser dann in Stufen herabläuft. Auf diesen Stufen können dann entweder kleine Bäume aufgestellt werden, die entsprechend der japanischen Prinzipien gestaltet werden können, oder man wartet auf den natürlichen Bewuchs mit Algen und Farnen (wobei man dem auch etwas nachhelfen kann). Das Miteinander von Braun (Steine), Weiß (gischten des Wasser) und Grün (Pflanzen) entspricht weitgehend der Schlichtheit, die hinter diesen Gedanken steht. Größere Steinplatten werden besonders gerne verwendet. Sie sollten etwas über dem Auffangbecken überstehen. Das Wasser kann dann frei in einer breiten Linie über die Kante fließen, so ergibt sich auch ein attraktives Bild. Nicht zu unterschätzen ist die Kraft des Wassers. Steter Tropfen höhlt den Stein, das alte Sprichwort gilt auch beim Gartenteich. Besonders die Auffangbecken, in denen das Wasser aufprallt, auch in den zwischenliegenden Stufen, müssen besonders gut gegen Unterspülungen gesichert sein. Etliche tausend Liter können in kurzer Zeit für eine größere Ausspülung sorgen und viel Wasser kann versickern. Es ist deswegen besser, die Stufen durchaus auch mit Stein zu bauen oder sogar auszubetonieren. Wird im untersten Becken Teichfolie verwendet, sollte diese gut befestigt werden. Kies im Bereich, in dem das Wasser aufkommt, sollte so groß sein, dass er nicht bewegt werden kann. Wichtig ist es auch, dass das Becken tiefer liegt als die Umgebung. Denn das Spritzwasser muss wieder in den Teich geleitet werden, durch Verdunstung wird im Sommer schon genug Wasser dem Kreislauf entzogen werden. Geschickt angebrachte und mit großen Steinen verdeckte, in diesen Bereich hinein gezogene Folie kann den Wasserverlust schon verhindern. Bei ausgemauerten Auffangbecken ist es ebenfalls einfach, durch Steine eine naturnahe Umgebung zu schaffen. Diese werden dann in das ausreichend große Auffangbecken an der Seite mit eingebaut. Wichtig ist auch, dass die Vorderkante des Wasserfalls ausreichend über den Auffangbereich ragt. Es gibt eine nach hinten gerichtete Kraft, die sonst zu Unterspülungen führen kann. Übrigens ist auch bei sehr kleinen Unterschieden im Bachlauf bei denen man ja noch nicht von Wasserfällen spricht - auf diesen Umstand zu achten, sonst werden weder Wasserfall noch Bachlauf dicht.

Technik

Ein Wasserfall lebt von der Technik, die dahinter steht. Damit sich eine Wirkung einstellt und nicht nur ein müdes Plätschern zu sehen ist, muss die Leistung ausreichen. Dabei gilt lieber eine höhere Leistung, die gedrosselt werden kann, wie eine zu kleine Pumpe. Tausend Liter pro Stunde sind dabei gar nichts, die reichen gerade für einen kleineren Bachlauf. Ein imposanter Wasserfall kann mehrere hundert Liter pro Minute betragen, im Normalfall sind es aber mehrere Tausend Liter pro Stunde,die über den Wasserfall gehen. Neben der Nominalleistung der Pumpe kommt es auch wesentlich auf die Kennlinie an. Diese Kennlinie sagt aus, in welche Höhe die Pumpe noch wie viele Liter der Nominalleistung transportieren kann. Bei gleicher Installation kann es durchaus sein, dass eine Pumpe, die 18000 Liter pro Stunde bewältigen kann, in 2 m Höhe noch 10000, Aber vielleicht auch nur noch 4000 l/h erbringt. Dabei gilt nicht die Höhe ab dem Standplatz der Pumpe, sondern ab der Wasseroberkante. Diese Kennlinie wird inzwischen von fast allen Herstellern auf der Verpackung oder bereits im Prospekt angegeben. Wesentlich ist auch, dass die Leitungen vom Teich zur Pumpe und von der Pumpe zum Wasserfall mindestens die Dicke haben, die der Hersteller angibt. Je kleiner der Schlauch ist, desto stärker wird die Leistung herabgesetzt. Natürlich muss die Leitung auch knickfrei verlegt werden und sollte trotzdem den kürzesten Weg nehmen. Da Wasserfälle im Winter abgestellt werden sollten, braucht die Leitung nicht frostfrei verlegt zu werden, sie sollte aber kaschiert werden (einige Zentimeter eingraben reicht bereits). Wenn der Wasserfall abgestellt wird, sollten auch der Schlauch sowie die Pumpe zur Verhinderung von Frostschäden entleert werden. Der Ansaugstutzen der Pumpe muss - im Gegensatz zu einem Filter - nicht an der tiefsten Stelle des Teichs angebracht sein, sollte aber auch einen Schmutzfänger haben, der regelmäßig gereinigt wird. Verstopfungen reduzieren die Pumpenleistung oft drastisch. Wichtig ist es auch, auf die Elektroinstallation zu achten. Diese darf keinesfalls im Spritzwasserbereich liegen. Grundsätzlich sollte jede im Garten befindliche Elektroinstallation durch einen FI - Schutzschalter (30 mA) abgesichert sein. Dieser verhindert elektrische Schläge, wenn die Elektroinstallation doch einmal schadhaft geworden ist.

Wasserfall als Filterdekoration

Gerade Koiteichbesitzer nutzen einen Wasserfall oft sehr geschickt. Dabei wird der Filter unterhalb des Wasserfalls angebracht. Der Filter ist dann von hinten zugänglich. Es wird quasi ein Hügel über dem Filter gebaut, der hinten etwa eine eingebaute Tür hat, die die Wartung des Filters auf leichte Weise ermöglicht. Auch die Tür kann etwas kaschiert werden. Mit etwas Kunstharz und Sand wird eine Oberfläche geschaffen, die recht natürlich aussieht. Für den Wasserfallbau geht es nicht so einfach, das Wasser würde relativ schnell den Sand vom Kunstharz abspülen Wasserkraft wird oft unterschätzt. Filter für Koiteiche haben oft eine sehr starke Leistung. Das ist wegen der organischen Belastung auch notwendig. Das auslaufende Wasser ist aber sauber genug und vor allem ist die Leistung eines guten Filters im Bereich, der den Betrieb eines manchmal sogar recht imposanten Wasserfalls ermöglicht. Zusätzlich erhöht dies der Sauerstoffgehalt im Koiteich gerade an warmer Sommertagen und bei dicht besetzten Teichen ist dies notwendig ersetzt eine zusätzliche Belüftung. ln über den Winter hindurch geheizten Koiteichen ist natürlich auch ein ganzjähriger Betrieb des Wasserfalls möglich.

Bepflanzung

Der direkte Bereich des Wasserfalls kann praktisch nicht bepflanzt werden. Die Strömung ist zu stark, das verträgt kaum eine Pflanze. Lediglich Wasserstern, Callitriche palustris, oder ähnliche Pflanzen lassen sich unter diesen Bedingungen noch kultivieren. Auch auf den Abbildungen ist gut zu erkennen, dass sich bestimmte Spritzwasserbereiche bilden. Damit diese geschickt ausgenutzt werden können, sollte der Wasserfall erst einmal einige Zeit (da reichen schon ein paar Tage) laufen, damit man diese Feuchtbereiche sieht. Auch ernige Tage Regen sollte man abwarten, denn dann erkennt man, wo Staunässe auftritt. Das beeinflusst natürlich die Pflanzenwahl. Besonders gut geeig net und oft genutzt wird die Sumpfdotterblume, Caltha palustris. Ist der Pflanzbereich aber gut vom Wasserfallbereich getrennt und hat eine entsprechende Drainage, kann natürlich alles Mögliche gepflanzt werden. Hier ist der Umstand, dass diese Bereiche durch Spritzwasser erreicht werden, sehr positiv, denn an trockenen Tagen wird hier für eine leichte Beregnung gesorgt, ein durchaus erwünschter Effekt. Im Japanischen Garten werden dagegen häufiger Moose eingesetzt. Im Randbereich, auch mit direktem Wasserkontakt, können etwa Sphagnummoose eingebracht werden, die hier dichte Polster bilden können. Dann sollte aber der Wasserfluss nicht allzu groß sein. Ein ruhiges Fließen über die Wasserfallkanten ist aber diesem
Gartenprinzip sowieso mehr angemessen. Grundsätzlich sind hier aber der Fantasie der Teichbesitzer und Wasserfallgestalter kaum Grenzen gesetzt. Ein Wasserfall im Garten ist ein einfach zu installierendes Gestaltungselement, das den Garten und den Teich aufwertet und ein Blickfang im Garten wird.


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