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Der Gartenteich mit dem ,, Grasufer"

Viele Gartenfreunde wünschen sich als Hobby einen schönen Gartenteich. Prächtig blühende Sumpf- und Wasserpflanzen sowie interessante und zum Teil sogar höchst seltene Wassertiere sind faszinierend zu beobachten. Die glänzenden Goldfische ziehen Futter suchend ihre Runden. Und dann ist da noch der Rasen. Es gibt viele Gartenfreunde, die ihren Rasen ganz besonders pflegen und am liebsten einen „Wimbledon-Rasen" ihr Eigen nennen möchten. Wöchentlich wird der Rasen gemäht und Moos und andere „Unkräuter" haben keine Chance, sich zu entwickeln. Wie aber passt in diesen Rahmen ein Gartenteich ? Und Gartenteiche mit Grasufer - geht das überhaupt? Ja, allerdings ist es nicht ganz einfach und das eine oder andere ist zu berücksichtigen.

Der Baustoff

Um einen Teich mit Grasufer zu gestalten, sollten die Ufer möglichst sanft geschwungen sein, denn an steilen Hängen wird unser Gras kaum haften. Deswegen ist Folie das Baumaterial der ersten Wahl. Welche Folie allerdings ausgewählt wird, hängt von den Gegebenheiten und der gewünschten Teichgröße ab. Für kleinere Teiche eignet sich meist PE-Folie gut, während größere mit der stabileren und leichter zu klebenden PVC- Folie gebaut werden können. Bei fachgerechter Entsorgung oder Recycling gibt es mit dieser Folie auch keine Umweltprobleme mehr. Ein untergezogenes Vlies schützt die Folie vor Beschädigungen. Besteht allerdings die Gefahr, dass Wurzeln in den Teich wachsen, oder ist der Untergrund mit spitzen Steinen durchsetzt und will man die dicke Sandauflage sparen, dann ist EPDM- oder Xavan(Travan)-Folie gefragt. Selbst durchwachsende Wurzeln lassen diese Folien in der Regel nicht undicht werden. Wichtig bei der Gestaltung ist nur der flache Rand. Aber dieser ist sowieso sinnvoll (außer im Koiteich, wo es um möglichst viel Wasser auf relativ geringer Fläche geht und deshalb steile Wände bevorzugt werden), denn die Sumpf- und Flachwasserzone bietet die meisten Möglichkeiten für das Anpflanzen schöner und blühfreudiger Pflanzen.

Die erste Planung

Vor dem Anlegen eines Folienteichs ist einiges zu bedenken. Zuallererst muss die künftige Lage im Garten sorgfältig ausgewählt werden. Der spätere Standort muss zwar besonnt sein, wobei auch das Wachstum von Bäumen oder der mögliche spätere Bau von Gebäuden auf Nachbargrundstücken zu berücksichtigen sind. Doch sollte die Wasserfläche nicht den ganzen Tag über dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein. Das würde aufgrund zu hoher Wassertemperaturen zu Sauerstoffmangel führen und könnte das Algenwachstum zu sehr fördern. Geringe Wasserverluste sind jedoch nicht auf Undichtigkeiten zurückzuführen, sondern treten durch Verdunstung bei allen Teichtypen auf, weshalb ein Wasseranschluss zum Auffüllen in der Nähe von vornherein eingeplant werden sollte. In Regionen mit viel Niederschlag
ist außerdem ein Überlauf des Teichs, eventuell mit Sickergrube, einzuplanen. Als günstigste Jahreszeit zur Anlage eines Teichs bietet sich das Frühjahr an. Der Aushub erfolgt am besten jedoch schon im Herbst. Prinzipiell ist es aber im ganzen Jahr möglich, einen Teich anzulegen. Nachdem der zukünftige Lageort des Teichs festgelegt wurde, wird der eventuell vorhandene Rasen in Quadraten von etwa 5-10 cm Höhe, je nach Bodenbeschaffenheit, abgestochen, und diese Grassoden werden sorgfältig an die Seite gelegt. Ein Teil dieser Rasenplaggen wird später zum Abdecken von Bodenflächen benötigt; der Rest kann aufeinander gestapelt werden und ergibt nach etwa einjähriger Lagerzeit einen vorzüglichen Mutterboden. Nun wird mit etwas Kalk oder einem Wasserschlauch der Umriss des späteren Teichs auf dem Boden markiert. Wer sich über die Form noch nicht im Klaren ist, der kann zuvor mit einem Seil unterschiedliche Umrisse auslegen. Kalk hat gegenüber dem Seil den Vorteil, dass er nicht verrutschen kann, wodurch die Form verloren wäre. Ist bereits eine Teichfolie vorhanden, muss je Seite etwa ein halber Meter für die Tiefe und den Rand von der Gesamtgröße abgezogen werden.

Der Aushub

Nun wird zuerst der Mutterboden ausgehoben, der an anderer Stelle verwendet werden kann. Jetzt wird mit dem Aushub des eigentlichen Teichs begonnen. Das kann sich, je nach Art des Untergrunds, als mehr oder wenig schwierig erweisen. Besonders günstig ist, wie im abgebildeten Fall, reiner Lehmboden. Er ist zwar nicht leicht auszuheben, enthält aber kaum hinderliche Steine und Wurzeln. Ein Lehmboden erlaubt zudem problemlos jede gewünschte Ausformung des späteren Teichbodens. Gerade das kann besonders bei Sandboden mit zunehmender Tiefe und steilen Ufern schwierig sein. Sand- und Lehmböden erfordern keine besonderen Schutzmaßnahmen für die Folie, sofern die wenigen vorhandenen Steine und Wurzeln vor dem Einbringen der Folie sorgfältig entfernt werden. Denn diese könnten sich später durch die Folie drücken und sie beschädigen. In steinigen Böden müssen etwa 10 cm mehr Grund ausgehoben werden, als für die Teichtiefe vorgesehen ist, weil die Folie mit Sand und einem speziellen Vlies gegen Beschädigungen unterfüttert werden muss. Neben der Lage sollte vor dem Beginn des Aushubs auch der künftige Querschnitt des Teichs festgelegt sein. Er ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Sollen später Tiere im Teich überwintern können, dann muss an mindestens einer Stelle eine Tiefe von 80-100 cm, in kühleren Gegenden Deutschlands auch 150-200 cm vorhanden sein. Alle anderen weniger tiefen Stellen müssen zudem direkt und ohne Unterbrechung zu dieser tiefsten Stelle überleiten, so dass die Wassertiere im Winter ohne Hindernisse vor dem vordringenden Eis zurückweichen können. Es dürfen keine Tierfallen entstehen. Außerdem muss vorher klar sein, ob die Pflanzen direkt im Bodengrund eingesetzt werden oder ob die Bepflanzung in größeren Behältern und Töpfen erfolgt; denn auch danach hat sich das anzulegende Teichprofil zu richten. Das direkt eingebrachte Bodenmaterial hat den Vorteil, dass der spätere Gartenteich natürlicher wirkt. Die Bepflanzung in Behältern hat den Vorteil, dass die kräftig wuchernden Pflanzen leichter im Griff zu behalten sind, die unterschiedlichen Pflanzenarten nicht ohne weiteres durcheinander wachsen können und die manchmal nötigen Umpflanzungen viel leichter vorzunehmen sind. Auch eine Kombination aus direkter Bepflanzung mit Sumpfpflanzen und Körben für Seerosen, die speziellen Dünger benötigen, und Schilf, das sich schnell ausbreitet und deshalb eingeschränkt werden muss, ist denkbar. Ein bodengrundloser Teich kann mit steileren Böschungen versehen sein, da kein Material abrutschen kann. Das Abrutschen auf der glatten Folie lässt sich im mit Boden versehenen Teich durch Kokostaschen oder Jutemalerial, das auf die Folie aufgelegt wird, verhindern. Für die spätere Bepflanzung müssen im Teichprofil Plateaus vorgesehen werden, die den verschiedenen Bewuchszonen entsprechen: Ufer-, Sumpf- sowie Wasser- und Schwimmblattpflanzenbereich, mit jeweils etwa 10, 20 und 60 bis 100 cm und mehr Tiefe. Die Höhe der Plateaus muss sich nach der Höhe der eingebrachten Erdschicht oder nach der Höhe der verwendeten Töpfe, zumindest im Sumpf- und Uferbereich, richten, schließlich sollen die Behälterränder nicht über den Wasserspiegel hinausragen. Die in der tieferen Zone anzusiedelnden Wasserpflanzen sind anpassungsfähiger als
meist angenommen wird und können in Tiefen zwischen etwa 50 cm und weit über 1 m wachsen. Lediglich Zwergseerosen benötigen eine geringere Wassertiefe unter 40 cm. Die günstigsten Pflanztiefen sind beim Erwerb der jeweiligen Pflanzen in Erfahrung zu bringen. Nach dem fertigen Aushub muss der Boden verdichtet werden, um vorhandene Löcher und Unebenheiten zu schließen und ein Abrutschen zu vermeiden. Bei kleinen Teichen kann das durch Schläge mit dem Spaten geschehen, bei größeren Teichen sind entsprechende Geräte einzusetzen. Das dient auch dazu, spätere Sackungen zu verhindern. Das ausgehobene Erdreich kann in der Nähe des Teichs zu einem Hügel aufgeschichtet werden, der auch für die Anlage eines Bachlaufs oder Wasserfalls genutzt werden kann. Nach dem Ausheben sollte man einige Tage mit weiteren Arbeiten warten, damit sich der Boden, besonders an den Rändern, setzen kann.

Die Folie

Das Ausbringen von PE- oder PVC- Folie sollte an einem möglichst sonnigen Tag erfolgen, da die sowieso recht steife Folie dann durch die Wärme etwas geschmeidiger ist. Bei EPDM- oder Xavan-Folie ist das relativ egal. Günstig ist es, wenn die Folie auf einer Fläche neben dem Teich ausgebreitet werden kann, weil sie dann mit nur geringem Faltenwurf in das vorbereitete Loch gezogen werden kann. Hierbei sollten möglichst viele Helfer zugreifen. Die verbleibenden Falten werden in jedem Falle überlappend umgeknickt und glatt gedrückt. In größeren Teichen kann es sich empfehlen, die Falten mit einem speziellen Faltenkleber zu verkleben, doch schaden die losen Falten nicht, denn sie werden später durch Boden- und Wasserdruck ohnehin fest angedrückt. Nachdem die Teichfolie in die richtige Position gerückt wurde, wobei sie an jeder Uferseite noch mindestens 20 cm überstehen sollte, wird sie in dieser Lage am Ufer mit den Grasplaggen oder mit Steinen ohne scharfe Kanten fixiert. Jetzt wird die Folie gut festgedrückt, die Falten werden möglichst weitgehend durch Ausstreifen entfernt oder plattgedrückt; und dann kann bereits - soweit vorgesehen - der Bodengrund eingebracht oder der tiefste Teil mit Wasser gefüllt werden, um ein nachträgliches Verrutschen der Folie zu verhindern.

Der Teichrand

Die Befestigung des Teichrands kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Am natürlichsten wirkt eine Bepflanzung mit Sumpfpflanzen. Eine häufig übliche Befestigung mit Kies oder Steinen dichtet zwar den Ufer-Land-Übergang am sichersten ab, wirkt aber in der Regel sehr unnatürlich und ist relativ lebensfeindlich. Zudem wird der Kies am Ufer schon nach einigen Jahren sehr unschön, während ein naturnahes Ufer im Laufe der Jahre immer attraktiver wird. Im hier abgebildeten Beispiel wurde das Ufer mit Grasplaggen befestigt, die später vom Teich her mit Sumpfpflanzen und vom Land her mit Feuchtigkeit liebenden Gewächsen durchwachsen werden und trotzdem ein Betreten des Ufers erlauben. Bei dieser Lösung ist allerdings zu bedenken, dass die Erde der Grasplaggen direkt mit dem Teichwasser in Verbindung tritt. Der Rasen darf zuvor also nicht mit Kunstdünger versetzt worden sein. Außerdem entzieht der Boden im Uferbereich während des Sommers durch seine Kapillarwirkung zusätzlich zur Verdunstung dem Teich einiges Wasser, so dass noch häufiger nachgefüllt werden muss. Der Kapillareffekt beruht auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Wasser kann normalerweise nicht nach oben fließen. In feinsten Röhrchen jedoch ist es anders, Wasser fließt nach oben, dies ist der so genannte Kapillareffekt Und dabei geht eben Wasser aus dem Teich verloren. Doch halten sich solche Wasserverluste in Grenzen, sie werden bei der Planung im Vorfeld häufig überschätzt. Allerdings sollten die Grasplaggen nicht weit in den Teich hineinhängen und auch die Wurzeln der Gräser sollten zum Teich hin begrenzt werden. Trotzdem ist es günstig, über eine eigene Brunnenbohrung zu verfügen, zumal das Grundwasser auch anderweitig im Garten gut Verwendung finden kann. Leider geht das nur in Regionen mit hohem Grundwasserspiegel. Nach etwa einer Woche kann dann das restliche Wasser aufgefüllt werden, und die überstehende Folie wird nun vorsichtig abgeschnitten.


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