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Die Bestäubung von Seerosen für den Gartenteich

Über den großen Züchter Bory Latour-Marliac ist viel geschrieben und berichtet worden, wobei die Frage unbeantwortet bleibt, wie er seine Seerosen gekreuzt hat. Wie ist es ihm gelungen, so viele verschiedene Sorten zu züchten? Wie hat er es gemacht? Es gibt viele Vermutungen zu diesem Thema. Dass es keine „Hexerei“ ist, beweisen die guten Erfolge der Züchter Perry D. Slocum, Kirk Strawn und Kenneth Landon einige Jahrzehnte danach.
Mein Kenntnisstand aus der bisherigen Züchtungsarbeit ist: Man braucht fertile Elternsorten. Welche Arten und Sorten Latour-Marliac für seine Züchtungsarbeit verwendet hat, ist nur teilweise bekannt, und das Meiste ist sein Geheimnis geblieben. Karl Wachter beschreibt in seinem Buch „Seerosen", welche Elternsorten Perry D. Slocum für seine Kreuzungen verwendet hat. Viele Sorten sind aus „Rose Arey" entstanden, die Perry mit verschiedenen anderen Sorten, unter anderem auch mit tropischen, gekreuzt hat. Nach meiner Erfahrung sind ca. 30-50% der Hybriden einer Kreuzung fertil und eignen sich für die weitere Züchtungsarbeit. Latour- Marliac brachte nur solche Hybriden auf den Markt, die unter normalen Bedingungen steril sind. (Hat er mit seinen fertilen Sorten seine weiteren Kreuzungen vorgenommen?) Dies macht eine Züchtungsarbeit mit seinen Sorten so schwierig oder unmöglich. Einige fertile Marliac-Sorten gibt es aber trotzdem oder sie sind versehentlich vermarktet worden. Nachweislich trifft dies für „Meteor" und, wenn man den Berichten glaubt, auch noch für einige andere zu. Perry D. Slocum hat viele gute Sorten (Odorata-Typ) in den Verkauf gebracht, die auch willig Fruchtknoten bilden. Viele Züchtungen beweisen dies.

Die klimatischen Bedingungen

In vielen Beschreibungen wird berichtet, dass das Zuchtgelände von Latour- Marliac in Le Temple-sur-Lot warme Quellen aufweist und die Wassertemperatur der Zuchtteiche auch im Winter nicht unter 12 °C absinkt. Ich vermute, dass diese klimatischen Verhältnisse die Fruchtbarkeit insgesamt positiv beeinflussen und die Fruchtknoten besser, weil länger, ausreifen können. Auch die Standorte der anderen erfolgreichen Züchter in Texas und North Carolina scheinen klimatisch ideal zu sein. Natürlich kann man auch in Deutschland Seerosen züchten, aber es ist wegen der klimatischen Verhältnisse eben schwieriger und die Sortenauswahl ist eingeschränkter. Meine eigenen Beobachtungen bestätigen dies, denn bei anhaltend schönem Wetter ist meine Züchtungsarbeit erfolgreicher. Also warte ich für einen Kreuzungsversuch auf gutes Wetter mit hohen sommerlichen Temperaturen. Ende August ist es aber bereits zu spät, da ich dann Sorge habe, dass der Fruchtknoten nicht mehr ausreifen kann.

Die Technik der Bestäubung

Beim erstmaligen Öffnen der Blüte bleiben die Staubbeutel fest geschlossen, weil der Blütenstaub noch nicht reif ist; die Narbenscheibe ist mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. Noch am gleichen Tag entfernt man die Staubfäden der Blüte, die zu Samenträgern bestimmt sind, sorgfältig mit einem Federmesser. Wenn die Blüte sich zum zweiten Mal geöffnet hat, ist die Flüssigkeit auf der Narbe verschwunden. Die Narbe ist nun bereit, den Blütenstaub der Art zu empfangen, der der männliche sein soll. Der Blütenstaub muss ganz reif sein und soll in reichem Maße von den Staubbeuteln auf die Narbenscheibe fallen...Wenn sich die Blüte zum dritten Mal geöffnet hat, und die Narbe stark nach innen gebogen ist, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Befruchtung abgeschlossen ist. Ein weiteres Symptom kündigt bald an, ob der Vorgang ein Erfolg oder ein Fehlschlag war. Wenn der Fruchtknoten und der obere Teil des Stiels gelb werden, war alles vergebens. Bleiben diese Teile grün und wird der Fruchtknoten größer, besteht große Hoffnung auf einen guten Ernteertrag." So geht es also und man weiß dies seit dem Jahr 1852. Warum sollten Latour-Marliac und die weiteren Züchter es anders gemacht haben, wenn es funktioniert? Also liegt das Geheimnis wohl eher in der Auswahl und Fertilität der verwendeten Arten und Sorten und an den klimatischen Bedingungen. Die Bestäubungstechnik oder -methode ist es meines Erachtens jedenfalls nicht. Ich kann die beschriebene Vorgehensweise der Bestäubung nur bestätigen und werde den beabsichtigen Kreuzungsversuch grundsätzlich auch so praktizieren. Eine Änderung nehme ich vor, die mir sicherer erscheint und sich bewährt hat. Ich bestäube die Blütennarbe sowohl am ersten wie am zweiten Tag ihrer Öffnung. Die Flüssigkeit auf der Narbenscheibe entferne ich dazu aus der Blüte. Um eine Fremdbefruchtung durch Insekten zu verhindern, könnte man die Blüte zusätzlich mit einer Plastiktüte schützen. Aber es entstehen dann hohe Temperaturen an der Blüte und deshalb habe ich bei meinen Kreuzungen darauf verzichtet. Bei meinen bisherigen Eigenzüchtungen habe ich die Staubgefäße der Blüte nicht entfernt. Die Blütennarbe ist am 1.-2. Tag befruchtungsfähig, die Pollen der Staubgefäße werden erst am 3. Blütentag reif. So ist das im Allgemeinen. Aber es ist vielleicht nicht immer so und deshalb werde ich die Staubgefäße zur Sicherheit entfernen. So jedenfalls mache ich es für die Hybriden.


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