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Pflanzen, die am Gartenteich zur Plage werden können

Pflanzen, die zur Plage werden können

Vor allem bei großen Gartenteichen, die bereits eine üppige Ufervegetation aufweisen, kann es immer wieder einmal passieren, dass sich Pflanzen ohne menschliches Zutun ansiedeln. In solchen Situationen muss man entscheiden, ob die Neulinge geduldet oder lieber entfernt werden sollen. Falls es sich dabei um das Bittersüß oder die Zaunwinde (mitunter auch als Uferwinde bezeichnet) handelt, dürfte ein sofortiges Entfernen oftmals die beste Lösung sein. Beide Arten können sich nämlich relativ schnell zu lästigen Plagegeistern entwickeln, weil sie das ständige Bestreben haben, an anderen Pflanzen hinaufzuklettern. Und sie können sich schneller vermehren, als man glaubt.

Das Bittersüß - eine Pflanze mit mehreren Populärnamen

In Volksmund wird das Bittersüß, Solanum dulcamara, auch noch als Bittersüßer Nachtschatten oder Kleines Bittersüß bezeichnet. Das gegenwärtige Verbreitungsgebiet dieser Pflanze erstreckt sich von Nordafrika über ganz Europa und große Teile Asiens bis nach Nordamerika. In Deutschland besiedelt das häufig anzutreffende Bittersüß bevorzugt Weidengebüsche, Erlenbrüche, Auenwälder sowie Uferregionen, die von Schilf oder Rohrkolbenarten gesäumt werden. Aus botanischer Sicht handelt es sich beim Bittersüß um einen Halbstrauch, der zwischen 30 und 200 cm hoch wird. Er besteht aus einer sich weit im Boden verzweigenden Grundachse und einem fingerdicken Stängel, dessen unterer Teil zu starker Verholzung neigt. Die gestielten, grasgrünen Laubblätter haben eine mehr oder weniger oval - lanzettliche Form. Die obersten Exemplare werden dabei immer von zwei weiteren, deutlich kleineren Blättern - den so genannten ,,Ohrchen" - flankiert, die seitlich abstehen. Des Weiteren befinden sich auf sämtlichen Blattober- und -unterseiten vereinzelte kleine Härchen. Zwischen Juli und August erscheinen die relativ kleinen Blüten, von denen jeweils 10-20 in einer langstieligen, meist hängenden. Dolde vereint sind. Jede Einzelblüte besteht aus fünf kräftig violetten, spitzzipfligen Kornblättern, welche den leuchtend gelben Staubbeutel sowie die fünf Staubblätter umschließen. Nach der Bestäubung entwickeln sich aus den Blüten eiförmige Früchte, die anfangs eine grasgrüne und später eine intensiv scharlachrote Färbung aufweisen. Wegen ihrer für Menschen tödlich giftigen Inhaltsstoffe dürfen sie keinesfalls verzehrt werden. Darüber hinaus enthalten aber auch alle anderen Teile des Bittersüß toxische Inhaltsstoffe, wobei in den jungen Triebspitzen eine besonders hohe Konzentration vorhanden ist. Im Unterschied zu den Menschen sind viele Vogelarten gegen diese Gifte immun. Indem diese Vögel die Beeren fressen und anschließend die Samen ausscheiden, tragen sie wesentlich zur Verbreitung der Pflanze bei. Am wohlsten fühlt sich das Bittersüß in nährstoffreichen lehmhaltigen oder humosen Bodensubstraten, die neutral bis schwach sauer reagieren. Befinden sich andere Pflanzen in unmittelbarer Nähe, so klimmt das Bittersüß - wie ein- gangs bereits kurz erwähnt - lianenartig an ihnen empor. In Schilfbeständen oder Weidengebüschen, die sich in der freien Natur befinden, mag das sogar recht schön aussehen, während es am Gartenteich eher störend wirkt. Und so mancher Gartenteichbesitzer, der anfangs das Bittersüß noch tolerierte, stuft es oftmals recht schnell in die Kategorie „Unkraut" ein, wenn es beispielsweise beginnt, sich auf den herrlichen Schwertlilien, Iris spp., oder den anmutigen Japanischen Anemonen, Anemone hupehensis var. japonica, dauerhaft niederzulassen. Beim anschließenden Entfernen des Bittersüß sollte man genau darauf achten, dass keine Wurzeln im Boden verbleiben, denn sonst kann diese Staude erneut sprießen - und zum wiederholten Ärgernis werden.

Auch Zaunwinden können recht hartnäckig sein

Beim Studium der etwas älteren Literatur findet man die Zaunwinde oder Uferzaunwinde, Calystegia sepium, gewöhnlich noch unter dem wissenschaftlichen Gattungsbegriff Convolvulus, der jedoch inzwischen revidiert wurde. Geblieben ist jedoch der Artname sepium. Mit Ausnahme der Polargebiete ist es der Zaunwinde gelungen, sich weltweit zu etablieren. Diese Tatsache deutet bereits darauf hin, dass die Pflanze recht anpassungsfähig ist und außerdem auch noch sehr konkurrenzstark sein muss. Bei der Zaunwinde handelt es sich um eine Staude, die ein kräftiges Rhizom besitzt und bis zu 3 m lange, rechtswindende Stängel ausbilden kann. Daran ordnen sich die gestielten, annähernd herzförmigen Laubblätter wechselständig an. Sie sind grasgrün gefärbt und erreichen unter optimalen Bedingung eine Länge von etwa 10 cm. Die Blütezeit der Zaunwinde erstreckt sich von Juni bis September. Dann wachsen die stets einzeln stehenden Blüten aus den Blattachsen heraus. Ihre weißen Kronblätter haben sich zu einem Trichter vereint, dessen Durchmesser bis zu 4 cm betragen kann. Im Unterschied zu vielen anderen Pflanzen schließen sich die Blüten der Zaunwinde auch beim Einsetzen der Dunkelheit nicht, weshalb sie oftmals von Nachtfaltern besucht werden, die mit ihren langen Rüsseln den Nektar aussaugen. Dabei führen sie gleichzeitig die Bestäubung durch. Im Anschluss daran beginnen sich die kugelförmigen Fruchtkapseln zu bilden. Die bevorzugten Standorte der Zaunwinde gleichen weitgehend denen des Bittersüß. Außerdem windet sie sich auch noch gern an Zäunen empor, woher ihr Populärname rührt. Weil der Verrottungsprozess der im Herbst absterbenden Stängel sehr langsam vonstatten geht, bleiben die spiralartig gewundenen Überreste während des Winters erhalten. Wer nun „wild zugewanderte" Zaunwinden nicht an seinem Gartenteich haben möchte, muss sie ebenfalls sofort mitsamt den Wurzeln entfernen. Denn wenn sich die Zaunwinde erst einmal mit ihrem kräftigen Rhizom fest etabliert hat, erweist sie sich als noch wesentlich hartnäckiger als das Bittersüß, so dass es später sehr viel Mühe bereitet, diesen „Plagegeist" wieder aus der Teichlandschaft zu verbannen.


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