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Sauerstoff im Teich

Sauerstoff

 

Der wichtigste Freund des Teichbesitzers

Ein Naturteich ohne Filter und Fische funktioniert praktisch von alleine. Sobald wir aber reichliches Leben im Teich haben, und seinen es nur Frösche, nicht einmal Fische, ist es sinnvoll, einen Filter anzuschaffen. Er hält das Wasser klar. Dabei hilft ihm ein Element, das wir alle brauchen: Sauerstoff. Doch um den kümmern wir uns viel zu selten.
Um Vieles macht man sich bei der Teichpflege Sorgen. So werden Karbonathärte und pH - Wert gemessen und eingestellt. Um den Sauerstoff kümmern wir uns oft erst dann, wenn die Fische unter der Oberfläche stehen und nach Luft schnappen. Da das aber (hoffentlich) sehr selten der Fall ist, lassen wir den Sauerstoffgehalt meist außen vor. Dabei ist er für das Gedeihen des Teichs von entscheidender Bedeutung und verdient besondere Beachtung. Sauerstoff hat die chemische Formel O₂. Er besteht also aus zwei Sauerstoffatomen. Eine verwandte Verbbindung, Ozon, hat die Formel O₃. Im Gegensatz zum Sauerstoff kommt Ozon in den unteren Schichten unserer Atmosphäre nur in Spuren vor. Im Teichwasser wäre Ozon auch giftig.
Was bewirkt Sauerstoff?
Abgesehen davon, dass unsere größeren Teichbewohner den Sauerstoff natürlich zum Atmen brauchen, hat er aber noch weitere Funktionen im Teich. Eine der wichtigsten ist der Schadstoffab- und -umbau. Denn alle Teichlebewesen fressen und verdauen und geben die Endprodukte ans Wasser ab. Diese nun bestehen zu guten Teilen aus Stickstoffverbindungen, die relativ giftig sind. Würden sie unverändert im Wasser bleiben, wäre das Leben im Teich kaum möglich. Glücklicherweise gibt es etliche Bakterienarten, die sich diese Schadstoffe als Nahrung ausgesucht haben. Nitrosobakterien fressen Ammonium und produzieren Nitrit, Nitrobakterien fressen wiederum das Nitrit und produzieren Nitrat. Dieses ist nicht nur ein für Lebewesen relativ harmloser Stoff, sondern wird von vielen Pflanzen (leider auch Algen) als Nährstoff verwendet und so dem Kreislauf entzogen. Damit diese Bakterien aber arbeiten und ihre sinnvolle Tätigkeit optimal durchführen können, brauchen sie - Sauerstoff. Es handelt sich um sogenannte sessile, als festsitzende Bakterien. Sie besiedeln alle Oberflächen mit Wasserkontakt. Die meisten Pflanzenstängel, Kies und Folie haben eine glatte Oberfläche und lassen den Bakterien nicht viel Raum. Anders sieht es im Filter aus.

 

Sauerstoff im Filter

Neben der mechanischen Reinigung soll ein Filter vor allem die beschriebenen biologischen Vorgänge des Stickstoffumbaus bewirken. Dazu müssen viele der notwendigen Bakterien vorhanden sein. Um ihnen eine möglichst große Ansiedlungsfläche zu geben, verwenden wir poröses Filtermaterial. Schaumstoff hat sich hier als preiswertes und effektives Medium herausgestellt. Es wird vor allem in kleineren Filtern eingesetzt. Allerdings kann der Stickstoffumbau nur funktionieren, wenn ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Das erreichen wir durch eine hohe Durchflussgeschwindigkeit. Das setzt aber voraus, dass der Filter nicht zu sehr verdreckt ist. Spätestens alle vierzehn Tage sollte eine Sichtkontrolle, wenn möglich, durchgeführt werden. Oft ist es auch leicht zu erkennen, dass der Filter verstopft ist, wenn nämlich weniger Wasser aus dem Filter kommt als bei optimalem Durchfluss. Filter mit automatisierter oder einfach durchzuführender Reinigung haben hier erhebliche Vorteile. Bei größeren Filtern mit Schaumstoff oder Bürsten ist es oft möglich, eine zusätzliche Belüftung anzubringen. Dabei wird mit Hilfe einer Membranpumpe über einen dünnen Schlauch Luft in den Filter geleitet und dort sprudelt sie aus Ausströmern, möglichst kurz vor dem oder im Filtermaterial. Eine solche Membranpumpe kann auch, mit einem weiteren Schlauch und Ausströmer, an warmen Sommertagen den Sauerstoffgehalt im Teich erhöhen. Denn je wärmer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Dazu wird der Ausströmer etwa 30 Zentimeter tief angebracht, um das kühlere Wasser vom Gewässergrund nicht komplett nach oben zu spülen. Selbst im Winter hilft der Ausströmer uns, denn durch die perlende Luft bleibt diese Stelle deutlich länger eisfrei als der Rest des Teichs. In modernen, besonders kompakten Großfiltern, wie man sie heute gerne an Teichen mit Fischen einsetzt, wird noch mehr auf Sauerstoff gesetzt. Dort wird das Filtermaterial, poröse, kleine Kunststoffkörper, durch Belüftung ständig in Bewegung gehalten. So erreicht man auf kleiner Fläche einen optimalen Schadstoffabbau.


Sauerstoff im Bodengrund

Auch im Schlamm am Teichboden findet ein Schadstoffumbau statt. Da er aber nur wenig von Wasser durchflossen wird, ist die Schicht, die dazu dient, relativ dünn. Haben wir nun eine dickere Schlammschicht, so bildet sich schnell ein Bereich, in den kaum Wasser nachfließt. Da aber auch hier Bakterien ihrer Arbeit nachgehen, ist der Sauerstoff schnell verbraucht. Dann stellen sich sauerstofffreie, sogenannte anaerobe Bedingungen ein. In den anaeroben Zonen im Schlamm werden dabei Schwefelverbindungen zersetzt und Sulfide gebildet. Diese sind als schwarze Zonen erkennbar. Eine solche Sulfidverbindung ist auch der äußerst giftige Schwefelwasserstoff, der selbst in kleinen Konzentrationen stark nach faulen Eiern riecht. Sollten Sie aus dem Bodengrund Blasen aufsteigen sehen, ist es schon fast zu spät. Denn beim Entfernen einer dicken Schlammschicht kann so viel Schwefelwasserstoff freigesetzt werden, dass die Teichlebewesen geschädigt werden oder sogar sterben. Setzen Sie daher rechtzeitig Teichschlamm abbauende Bakterien aus dem Fachhandel ein oder saugen Sie den Teich regelmäßig (einmal jährlich im Herbst, etwa die Hälfte des Teichgrunds) ab.
Sauerstoffpflanzen
Im Rahmen der Fotosynthese produzieren Pflanzen (übrigens auch viele Algen in durchaus erheblichen Umfang) durch Assimilation Sauerstoff. Einige stellen nur wenig davon zu Verfügung, wie Seerosen und viele Sumpflanzen. Es gibt aber auch einige, die besonders viel davon abgeben. Sie werden als Sauerstoffpflanzen bezeichnet und sollten in keinem Teich fehlen. Einige von ihnen, wie der Sumpf-Wasserstern, sind sogar unter einer geschlossenen Eisdecke, sofern noch Licht durchdringt, aktiv und reichern das Wasser an. Gerade im Winter kommt es unter einer Eisdecke nicht selten zum Sauerstoffmangel. Erst im Frühjahr bei wärmeren Temperaturen sehen wir dann aber die toten Frösche und Fische und können uns das scheinbar nicht erklären. Mit Sauerstoffpflanzen und Eisfreihaltern (speziell solchen mit Belüftung) können wir das aber verhindern und den Sauerstoffgehalt hoch genug halten. Sauerstoffpflanzen nehmen auch viele Nährstoffe auf und wachsen meist reichlich. Damit sie sich richtig weiter entwickeln können, müssen sie regelmäßig, am besten im Herbst, ausgelichtet werden. Die abgefischten Pflanzen werden zwei Tage an den Teichrand gelegt, damit sich Kleintiere, die eventuell noch darin sind, in den Teich zurück retten können. Dann können die Pflanzen kompostiert werden.
Sauerstoffgehalt erhöhen
Membranpumpen sind eine gute Möglichkeit, den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Aber auch eine Schaumquelle reichert das Wasser erheblich mit Sauerstoff an. Denn je mehr Kontakte zwischen Luft und Wasser zustande kommen, umso mehr Sauerstoff kann dort auch aufgenommen werden. Deswegen sind auch Wasserfall, Fontäne oder ein anderes Wasserspiel positiv für seinen Gehalt. Eine Möglichkeit zur direkten Sauerstoffzufuhr bietet der Oxydator. In ihn wird Wasserstoffperoxid (H2O2) eingefüllt, aus dem durch katalytische Zersetzung Wasser und Sauerstoff entstehen. Letzterer perlt in kleinen Blasen nach oben. Im Winter bleibt an dieser Stelle sogar eine kleine Stelle länger eisfrei. Ist der Oxydator leer, treibt er nach oben und kann bequem wieder nachgefüllt werden.


Sauerstoffgehalt messen

Zur genauen Bestimmung des Sauerstoffgehalts sind kostspielige und nicht einfach zu bedienende Messgeräte nötig. Im Handel sind auch einige Sauerstofftests, die bei sorgfältiger Ausführung annähernd genaue Werte ergeben. Da der Sauerstoffgehalt morgens am niedrigsten ist (nachts verbrauchen auch die Pflanzen Sauerstoff!), sollten wir möglichst früh messen. Dann aber können wir einen niedrigen Sauerstoffgehalt allerdings auch am Verhalten der Teichlebewesen (vor allem Fische und Schnecken sind dann dicht unter der Wasseroberfläche) erkennen.
Notfallmaßnahmen
Neben der vorbeugend einzusetzenden Membranpumpe kann es vor allem an warmen Sommertagen passieren, dass im Teich zu wenig Sauerstoff ist. Wieder bemerken wir es am ehesten morgens am Verhalten der Teichbewohner. Neben der Ursachensuche (oft ein nicht richtig funktionierender Filter) können wir auch den Sauerstoffgehalt kurzfristig durch Mittel aus dem Handel, die den Sauerstoffgehalt sehr schnell nach oben treiben, erhöhen. Sie setzen mit Wasserkontakt sofort Sauerstoff frei. Das gilt auch für Mittel gegen Fadenalgen, die aufgestreut werden und die Algen nach oben treiben lassen.

Fazit
Sauerstoff ist für ein gesundes Teichleben und einen funktionierenden Filter unabdingbar. Solange der Teich im Gleichgewicht ist, wird immer genügend Sauerstoff vorhanden sein und Sie brauchen sich um nichts zu kümmern.


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