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Unsere heimischen Schwanzlurche im Gartenteich

Zu den interessantesten Kleintieren an Teichen,Tümpeln und Weihern zählen unsere heimischen Schwanzlurche, von denen es in Deutschland sechs verschiedene Arten gibt. Es sind dies der Kammmolch, der Teichmolch, der Bergmolch, der Fadenmolch sowie der Feuersalamander und der Alpensalamander. Letzterer scheidet für ein Leben in Teichen jedoch aus, weil er im Gebirge in 700-3000 m Höhe lebt (Schweiz, Deutschland, Österreich) und kein Wasser mehr für die Entwicklung seiner Larven benötigt, da er sie lebend zur Welt bringt. Über den Feuersalamander ist erst kürzlich in „Gartenteich“ Heft 3/2002 geschrieben worden, so dass ich mich auf die Erstgenannten beschränken werde. Obwohl Molche wie auch Salamander namentlich zu den eher bekannten Lurchen zählen, wissen die meisten wenig über die verborgene Lebensweisen dieser interessanten Amphibien. Während des Landlebens im Sommer sind diese bei flüchtigem Hinsehen eidechsenähnlichen Tiere auf eine feuchte, eher kühle Umgebung angewiesen, denn Schuppen, welche vor übermäßiger Austrocknung schützen, besitzen sie nicht. Ihre Haut ist glatt oder körnig bis warzig und sieht im Sommer unauffälliger aus als zur Balzzeit im Wasser. Im Gegensatz zu den Salamandern, die einen runden Schwanzquerschnitt aufweisen, besitzen Molche einen abgeplatteten Schwanz mit Flossensaum, welcher ihnen als Ruder und zum Vortrieb dient.

Der Kammmolch

Größte und gleichzeitig gefährdetste Molchart ist der Kammmolch. Während die Männchen bis zu 14 cm Länge erreichen, werden Weibchen bis zu 18 Cm lang. Kurz vor der Paarungszeit entwickeln männliche Tiere auf der Stirn, über dem Nacken und dem Rücken bis zum Schwanzansatz einen nach hinten geneigten, unregelmäßig gezackten Kamm. Weibchen fehlt dieser Hautkamm. Den abgeplatteten Schwanz eines brünftigen Männchens ziert in der Mitte ein prächtig bläulichperlmuttschimmernder Schwanzstreifen, der auch in der Landtracht, dann weniger leuchtend, erhalten bleibt. Im eigenen Teich kann man im zeitigen Frühjahr (März/April) in Bauchlage auf einem geeigneten Holzsteg liegend nun ein reizvolles Naturschauspiel beobachten: Hat ein kontaktsuchendes Männchen ein Weibchen am Geruch erkannt, stellt es den Körper schräg in spitzem Winkel, bisweilen auch quer vor seine Auserwählte, krümmt seinen Buckel katzenartig und wedelt mit weit ausholenden Schwanzschlägen seiner Partnerin Sexualduftstoffe aus seiner angeschwollenen Kloake entgegen. Dabei fächelt er so eifrig, dass oft Schwebstoffe (Blattreste, Holzpartikel, Sandkörnchen) aufgewirbelt werden. Einem paarungsunlustigem Weibchen folgt er oft hartnäckig und versucht sein Glück von neuem. Trifft er jedoch auf ein paarungswilliges Weibchen, so wendet sich dieses ihrem Verehrer zu. Langsam folgt es dem Männchen und berührt mit seiner Schnauze die Schwanzregion des Partners. Der leichte Reiz veranlasst das Männchen zu einem breitbeinigen Watschelgang mit nach oben gekrümmtem Schwanz. Dabei setzt es eine weißliche Spermatophore (Spermienpaket) ab. Nun folgt das Weibchen der Spur ihres Partners und nimmt das Spermienpaket mit seiner Kloake auf. Die Befruchtung erfolgt in ihrem Körperinneren. Einige Tage später beginnt das Weibchen mit der Eiablage, die sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinziehen kann. Da sie zur Bildung von 200-300 Eiern eine ganze Menge Eiweiß benötigt, ist ihr Appetit auf Kaulquappen von Froschlurchen und Schwanzlurchen sowie Wasserasseln, Bachflohkrebse bzw. allerlei Würmer entsprechend groß. Mit den Hinterfüßen faltet das Weibchen Blätter und Blattteile U-förmig zusammen und drückt das klebrige, gallertartige Ei dazwischen. Die Klebekraft des Molcheis hält die Faltung zusammen und verbirgt es somit vor neugierigen Fressfeindblicken. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach ca. 14 Tagen. Diese ca. 10 mm langen Winzlinge ernähren sich zunächst von Infusorien, dann von Kleinkrebsen (Daphnien und Cyclops) und anderen Kleinlebewesen. Mit ihren Kiemenbüscheln, der Körperoberfläche sowie dem hohen Rücken- und Schwanzsaum entnehmen sie dem Wasser Sauerstoff. Anders als bei Froschlurchen wachsen zunächst die Vorder- beinchen. Das Regenerationsvermögen der bräunlichen Larven ist so groß, dass bei Verlust eines Beines dieses in kurzer Zeit wieder nachwächst. Mit drei Wochen erreichen die Molchquappen 50- 70 mm Länge, die auffällig gefächerten Außenkiemen bilden sich zurück, die Körperfarbe wird schwärzlich und die fertigen Molche verlassen das Wasser. Manche Kammmolche bleiben das ganze Jahr über in ihrem Laichgewässer, in der Regel jedoch erfolgt im Spätsommer der Auszug aus dem Wasser und das verborgene nächtliche Landleben beginnt. Jetzt ernähren sie sich von Kompost- und Regenwürmern, kleinen Insekten, Spinnentieren und Nacktschnecken. Bevor die ersten Bodenfröste auftreten, suchen sie ein frostfreies Versteck auf und verbringen dort ihre mehrmonatige Winterstarre. Im zeitigen Frühjahr (März/April) steuern sie ihre Laichgewässer direkt an und bohren sich nach mehrmonatiger Fastenkur mit großem Appetit in die Laichklumpen von Gras- bzw. Springfröschen. Auch deren Larven (Kaulquappen) werden gerne gefressen. Noch nicht geschlechtsreife Kammmolchlarven kehren ebenfalls ins angestammte Laichgewässer zurück.

Der Alpenkammmolch

Neben dem Kammmolch (Triturus cristatus), der im Flachland z.B. Flussauen besiedelt und bis auf Ostfriesland früher in ganz Deutschland anzutreffen war, gibt es noch den Alpenkammmolch (Triturus cristatus carnifex), der den deutschen, schweizerischen und österreichischen Alpenraum bis in 2000 m Höhe besiedelt. Dort werden sonnenexponierte, krautreiche Überschwemmungstümpel und Stauteiche zur Laichzeit aufgesucht, wobei saure Gewässer gemieden werden. Durch Lebensraumvernichtung, Überdüngung, Fischbesatz und Versauerung der Gewässer gehören die Kammmolche zu den am stärksten bedrohten Molcharten.

Der Teichmolch

Die wohl häufigste Molchart in Deutschland ist der Teichmolch (Triturus vulgaris vulgaris), der als Männchen etwa bis 11 cm, als Weibchen bis 9,5 cm lang wird. Sein mögliches Besiedlungsgebiet umfasst ganz Deutschland, die Schweiz und Österreich. Das Männchen des Teichmolches bildet zur Laichzeit einen bis zur Schwanzspitze durchgehenden, gewellten Rückenkamm. Hautsäume verbreitern die Hinterfüße. Schwarze Tupfen zieren den ganzen Körper einschließlich der Bauchseite beider Geschlechter. Die Bauchseite des Männchens besteht aus einem orangefarbenen Band, das von der Kehle bis zur Schwanzspitze von beigefarbenen Streifen eingerahmt wird. Das Weibchen erscheint braunbeige und weniger auffällig. Diese Molchart gilt als nicht besonders wählerisch, was ihre Laichgewässer angeht. Sie besiedelt Teiche, Tümpel Wassergräben, Ton- und Kiesgruben sowie Quelltöpfe. In der Laichzeit (März bis Mai) legen die Weibchen 200-300 Eier und verkleben sie zwischen Wasserpflanzenblättern. Nach der Eiablage verlassen die Alttiere ihre Laichgewässer bald und führen nicht weit vom Gewässer entfernt an Land ein verborgenes Leben in schützenden Steinhaufen, unter Holzstapeln, Mauerritzen und der Vegetationsdecke.

Der Bergmolch

Eine weit verbreitete heimische Molchart ist der Bergmolch (Triturus alpestris). Während das Männchen ca. 8 cm misst, erreicht das Weibchen bis 11 cm Länge und entsprechend mehr an Umfang. Das Verbreitungsgebiet reicht von den Alpen bis zur Elbe-Küstenregion, allerdings mehr im Westen, in Ostdeutschland scheint er zu fehlen. Zur Paarungszeit bildet das Männchen eine etwa 2 mm große, glattrandige, schwarzweiß abgesetzte Rückenleiste aus. Seine Bauchseite leuchtet lebhaft orangerot, ist aber nicht schwarz gepunktet wie bei den anderen heimischen Molcharten. So ist er gut von den anderen Molcharten zu unterscheiden. Bei dieser Molchart tritt häufig Neotonie auf, das heißt, obwohl fast ausgewachsen und teilweise schon geschlechtsreif, behalten sie ihre Jugendmerkmale bei (z. B. die Außenkiemenbüschel).

Der Fadenmolch

Der Fadenmolch (Triturus helveticus), auch Schweizermolch genannt, ist nur in nordwestlichen Teilen der Schweiz und im westlichen Deutschland verbreitet. Das Männchen wird ca. 6 cm, das Weibchen bis 9 cm groß. Typisch für das Männchen zur Laichzeit sind die dunklen Schwimmflossen an den hinteren Extremitäten, außerdem ein leistenartiger glattrandiger Hautsaum auf dem Rücken sowie ein 5-10 mm langer dunkler Schwanzfaden. Das Weibchen kann mit dem Teichmolchweibchen verwechselt werden, jedoch ist der Schwanzflossensaum auf der Rückenleiste nicht eingekerbt, die Bauchseite erscheint nur blass ocker gefärbt. Die Lebensweise dieser Molchart ähnelt der des Bergmolchs, auch können sie oft mit dem Bergmolch vergesellschaftet auftreten. Gefährdet werden diese Schwanzlurche durch Ausbaumaßnahmen von Waldwegen, die Intensivierung der Forstwirtschaft und Umwandlung von Laub- in Nadelwälder.

Wie gelangen nun Molche in unsere Gartenteiche bzw. Schwimmteiche?

Wenn in der Umgebung bereits mit Molchen besetzte Teiche vorhanden sind, so kommen diese von ganz alleine auf der Suche nach neuen Biotopen in frisch angelegte Gewässer. So habe ich im Herbst 2001 einen ca. 150 m2 großen Badeteich bauen lassen, bereits im nächsten Frühjahr hatten sich mehrere Bergmolche eingefunden und Nachwuchs gezeugt. Allerdings wird man in einem relativ kleinen Gewässer nie alle vier heimischen Molcharten gleichzeitig auf Dauer halten können, da sie bis auf die genannten Ausnahmen untereinander nicht verträglich sind. Viel versprechend ist die Ansiedlung durch mit Molcheiern behaftete Wasserpflanzen aus Teichen von Bekannten, die bereits seit Jahren Molche in ihren Biotopen züchten. Da diese allerdings der Bundesartenschutzverordnung unterliegen, kann es nur zufällig passieren. Keinesfalls ist ein Besatz mit Fischen in einem kleinen Molchteich anzuraten, weil die Fische mit Ausnahme des Moderlieschens sämtliche Quappen binnen kurzer Zeit verspeist hätten. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Teiche mit Flachwasserzonen so anzulegen, dass man flach auf dem Bauch liegend das Balz- und Fressverhalten dieser urtümlichen Lurche (und anderer Wasserbewohner) aus nächster Nähe von Auge zu Auge beobachten kann.


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